Eine blonde Frau steht vor einer Reihe von Mikrofonen und spricht.
Zuzana Čaputová tritt für einen politischen Wandel in der Slowakei ein und hat gute Chancen, Präsidentin zu werden. Bildrechte: dpa

Slowakei Čaputová auf dem Weg zur Präsidentschaft

In der Slowakei hat erstmals eine Frau gute Chancen, Staatspräsidentin zu werden. Die Bürgerrechtlerin Zuzana Čaputová hat die erste Runde der Präsidentenwahl klar für sich entschieden. Ihr Gegenüber bei der Stichwahl in zwei Wochen ist kein Unbekannter.

Eine blonde Frau steht vor einer Reihe von Mikrofonen und spricht.
Zuzana Čaputová tritt für einen politischen Wandel in der Slowakei ein und hat gute Chancen, Präsidentin zu werden. Bildrechte: dpa

In der Slowakei hat die Bürgerrechtlerin Zuzana Čaputová die erste Runde der Präsidentenwahl klar für sich entschieden. Wie das Statistikamt des Landes in Bratislava mitteilte, kommt Čaputová nach Auszählung fast aller Stimmen auf 40,6 Prozent.

Dahinter folgt mit deutlichem Abstand EU-Vizekommissionspräsident Maroš Šefčovič mit 18,7 Prozent. In zwei Wochen kommt es zu einer Stichwahl zwischen den beiden. Die Beteiligung in der ersten Runde lag bei knapp 49 Prozent.

Favoritin bei der Stichwahl

Ein Mann im Anzug steht umringt von Kameras und Mikrofonen und spricht.
Abgeschlagen Zweiter: Maroš Šefčovič. Bildrechte: dpa

Umfragen zufolge hat Čaputová gute Chancen, erste Frau an der Spitze des Staates zu werden. Die 45-Jährige bedankte sich bei ihren Unterstützern auf Slowakisch und in den Sprachen der größten Minderheiten im Land. Bei der Stimmgabe hatte sie am Samstag gesagt, die Slowakei stehe am Scheideweg. Es gehe darum, das Vertrauen der Öffentlichkeit wieder zu erlangen.

Das Präsidentenamt in der Slowakei hat weitgehend zeremonielle Bedeutung. Allerdings geht von Čaputovás Erfolg ein wichtiges Signal aus. Das Land steht noch immer unter dem Eindruck des Mordes an Jan Kuciak vor gut einem Jahr.

Journalistenmord erschüttert Slowakei

Der Journalist hatte über Verbindungen slowakischer Regierungsmitglieder zur italienischen Mafia recherchiert. Kuciaks unvollendeter Artikel wurde nach dem Mord veröffentlicht und erschütterte das Land. Massenproteste führten zum Rücktritt von Ministerpräsident Robert Fico. Er ist aber nach wie vor Vorsitzender der Regierungspartei Smer-SD und steht dem neuen Regierungschef Peter Pellegrini nahe.

Čaputová hatte sich an den Protesten vor einem Jahr beteiligt. Im Wahlkampf setzte sie sich für Korruptionsbekämpfung und einen politischen Wandel ein. Sie kämpft zudem für mehr Umweltschutz, befürwortet Abtreibungen und setzt sich für Rechte gleichgeschlechtlicher Paare ein.

Šefčovič gehört keiner Partei an, wird aber von Smer-SD unterstützt. Er ist seit 2009 Mitglied der EU-Kommission und seit 2014 ihr Vizepräsident.

Der amtierende Präsident Andrej Kiska hatte sich nicht für eine weitere Amtszeit beworben. Er ist ein politischer Gegner von Ministerpräsident Pellegrini und unterstützt Čaputová.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 17. März 2019 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. März 2019, 09:02 Uhr

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4 Kommentare

17.03.2019 14:57 Peter W. 4

@2: Komisch, geht es um eine bestimmte deutsche Partei, wird die absolute Stimmenzahl von Ihnen gern außer Acht gelassen. Da sind dann 12% relativer Anteil schon mal schnell die Mehrheit der Bevölkerung...

17.03.2019 14:20 PeterPlys 3

@1 Sabine Sonntag
Die Linken sind doch überhaupt nicht zur Präsidentschaftswahl angetreten? Sie meinen doch nicht etwa die SMER? Die sind allerdings noch in der Stichwahl...
Aber schön, dass der wahrscheinliche Sieg der sich als grün-sozialliberal bezeichnenden Zuzana Čaputová bejubelt wird, einer Pro-EU-Politikerin...!

17.03.2019 11:31 Ralf Richter 2

Was für ein grandioser Erfolg für die von den Eurokraten bejubelte Kandidatin. Effektiv nicht mal 20% der wahlberechtigten Slowaken haben sie gewählt. Einfach nur eine Lachnummer und ein weiterer Beweis, was die Slowaken von ihrem polit. System + EU halten.

17.03.2019 11:14 Sabine Sonntag 1

Schön, dass der Kandidat der Linken nicht durchgekommen ist. Diese verlieren eine Bastion nach der anderen.