Slowakischer Innenminister Robert Kalinak zurückgetreten
Der slowakischer Innenminister Robert Kalinak ist nach dem Mord an einem Journalisten und Korruptionsvorwürfen zurückgetreten. Bildrechte: dpa

Nach Mord an Journalisten Slowakischer Innenminister Kalinak tritt zurück

Nach dem Mord an dem Journalisten Jan Kuciak und seiner Verlobten ist der slowakische Innenminister zurückgetreten. Robert Kalinak reagiert damit auf Korruptions-Vorwürfe - und könnte der Regierung in seinem Land das Überleben sichern.

Slowakischer Innenminister Robert Kalinak zurückgetreten
Der slowakischer Innenminister Robert Kalinak ist nach dem Mord an einem Journalisten und Korruptionsvorwürfen zurückgetreten. Bildrechte: dpa

Nach der Ermordung des Journalisten Jan Kuciak in der Slowakei hat Innenminister Robert Kalinak am Montag seinen Rücktritt erklärt. Er lege sein Amt als Minister und auch als stellvertretender Regierungschef nieder, erklärte Kalinak in Bratislava.

Sein Rücktritt war von Demonstranten, der Opposition und Teilen der Regierungskoalition gefordert worden. Bei den größten Demonstrationen seit der demokratischen Wende von 1989 waren am Freitag mehr als 30.000 Menschen in der Hauptstadt Bratislava auf die Straße gegangen.

Mutmaßlich Recherchen zur Mafia

Mit Slogans wie "Wir wollen eine anständige Slowakei" protestierten sie gegen die Regierung und für eine unabhängige Aufklärung der Bluttat. Kalinak könnte der Regierung von Robert Fico mit seinem Rücktritt das Überleben sichern - er gehört der sozialdemokratischen Partei Smer des Regierungschefs an.

Kuciak und seine Verlobte waren am 25. Februar getötet worden. Der Journalist hatte mehrfach Artikel über korrupte Machenschaften in der Slowakei veröffentlicht. Zuletzt recherchierte er zu mutmaßlichen Verbindungen der Regierungspartei zur italienischen Mafia.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 12. März 2018 | 10:55 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. März 2018, 12:57 Uhr

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1 Kommentar

12.03.2018 13:39 Manistbestandteildesmediensystems (Haseloff) 1

Dass dieses Subjekt "zurücktritt" setze ich voraus. Viele interessanter ist die Frage, wann die staatsanwaltlichen Ermittlungen zu einem Haftbefehl führen werden. Und wann sich die EU endlich mal um die "zivilen" Zustände kümmert, die in den üblicherweise in diesem Kontext verdächtigen Ex-Ostblock-Staaten buchstäblich herrschen?