Ein Airbus A321 der Thomas Cook startet 2018 vom Flughafen Palma de Mallorca.
Ein Bild aus besseren Zeiten: Ein Thomas Cook-Airbus startet vor der Hotel-Skyline von Palma de Mallorca durch. Vor allem die Balearen und die Kanaren trifft die Pleite hart. Bildrechte: imago images / Aviation-Stock

Spanien Hunderte Hotels müssen wegen Thomas-Cook-Pleite schließen

Wegen der Pleite des Reiseveranstalters Thomas Cook müssen in Spanien offenbar hunderte Hotels schließen. Nach Angaben der Hotel- und Touristikvereinigung sind mindestens 500 Häuser betroffen. Ohne Gegenmaßnahmen der spanischen Regierung könnte es noch schlimmer kommen. Die deutsche Thomas Cook hofft unterdessen auf Hilfe vom Staat.

Ein Airbus A321 der Thomas Cook startet 2018 vom Flughafen Palma de Mallorca.
Ein Bild aus besseren Zeiten: Ein Thomas Cook-Airbus startet vor der Hotel-Skyline von Palma de Mallorca durch. Vor allem die Balearen und die Kanaren trifft die Pleite hart. Bildrechte: imago images / Aviation-Stock

In Spanien stehen wegen der Pleite des britischen Reisekonzerns Thomas Cook offenbar hunderte Hotels vor ihrer sofortigen Schließung. Wie der Präsident der spanischen Hotel- und Touristikvereinigung, Juan Molas, am Montag der Wirtschaftszeitung "Cinco Días" sagte, sind mindestens 500 Einrichtungen betroffen. Darunter seien 100 Hotels, die komplett von Thomas Cook abhängig sind. Die übrigen hätten 30 bis 70 Prozent ihrer Gäste über den britischen Reiseveranstalter erhalten.

Könnte noch schlimmer kommen

Laut Molas könnte die Lage noch schlimmer werden, wenn die Regierung in Madrid nicht sofort Gegenmaßnahmen ergreife. Zudem rechnet der Verbandspräsident damit, dass die Summe unbezahlter Rechnungen, die Thomas Cook in Spanien hinterlassen hat, deutlich höher ausfällt, als die bislang veranschlagten 200 Millionen Euro. Allein die Kosten, auf denen acht Hotelketten sitzenblieben, beliefen sich auf fast 100 Millionen Euro.

Die spanische Hotel- und Touristikvereinigung vertritt rund 15.000 Unternehmen der Hotelbranche in Spanien. Von der Insolvenz von Thomas Cook sind den Verbandsangaben zufolge vor allem Hotels auf den Kanaren und den Balearen betroffen. Der britische Reiseveranstalter hatte vor einer Woche die Zahlungsunfähigkeit angemeldet.

Hoffnung bei deutscher Thomas Cook

Die deutsche Thomas Cook hofft unterdessen weiter auf finanzielle Unterstützung durch die Bundesregierung. Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums sagte am Montag in Berlin, über den Antrag für einen staatlichen Überbrückungskredit solle zeitnah entschieden werden. Das Unternehmen hofft auf einen Neustart unter der Traditionsmarke Neckermann Reisen. Neckermann sei nach wie vor die volumenstärkste Reisemarke des Unternehmens in Deutschland, sagte die Geschäftsführerin der deutschen Thomas Cook, Stefanie Berk.

Am Montag waren nach Angaben des Unternehmens noch etwa 17.000 Gäste unterwegs. Anfang vergangener Woche waren es noch 140.000.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 30. September 2019 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. September 2019, 21:01 Uhr

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