Eindämmungsmaßnahmen Spanien erlässt lokale Ausgangssperren, Italien prüft Zwangseinweisungen

Spanien und Italien kämpfen mit neuen, lokal begrenzten Corona-Ausbrüchen. In zwei Regionen Spaniens wurden neue Ausgangsbeschränkungen erlassen. Italien will Infizierte womöglich zwangseinweisen lassen.

21.03.2020, Spanien, Madrid: Die Nationalpolizei patrouilliert die leere Puerta del Sol.
In Spanien galten über Wochen strenge Ausgangsbeschränkungen. (Archivbild von März) Bildrechte: dpa

Nach einem Corona-Ausbruch ist im Nordwesten Spaniens eine Ausgangssperre für 70.000 Menschen verhängt worden. Die Behörden ordneten die Abriegelung von 14 Ortschaften im Gebiet La Mariña für mindestens fünf Tage an. Außerdem seien Zusammenkünfte von mehr als zehn Personen untersagt.

In der Region gibt es derzeit 106 nachgewiesene Fälle. Es werde als "notwendig erachtet", die Einschränkungen wieder zu verschärfen, sagte ein Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden vor Ort. "Wir müssen uns isolieren, um einen exponentiellen Anstieg der Zahl der Fälle zu vermeiden", fügte er hinzu.

Es handelt sich um die zweite Region, für die am Wochenende erneut Beschränkungen angeordnet wurden. Für ein Gebiet um die Stadt Lerida im nordöstlichen Katalonien mit mehr als 200.000 Einwohnern wurden bereits am Samstag neue Maßnahmen beschlossen.

In Spanien gibt es nach Angaben des Gesundheitsministeriums 205.545 Corona-Fälle und 28.385 Todesopfer. Damit gehört Spanien zu den am schwersten betroffenen Ländern Europas.

Zwangseinweisungen in Italien?

In Italien, das ebenfalls schwer getroffen wurde, prüfen die Behörden aus Sorge vor einer zweiten Welle derweil drastische Maßnahmen. So will die Regierung prüfen, ob sie Covid-19-Patienten in Krankenhäuser zwangseinweisen lassen kann, die durch falsches Verhalten neue Ansteckungen auslösen könnten. Gesundheitsminister Roberto Speranza sagte der Zeitung "La Repubblica" vom Sonntag: "Ich erwäge mit meinen Juristen die Möglichkeit einer zwangsweisen medizinischen Behandlung in Fällen, in denen eine Person behandelt werden muss und sich weigert."

Hintergrund ist der Fall eines Covid-19-Patienten in Venetien, der laut Medien trotz Fiebers und eines positiven Tests nicht ins Hospital wollte. Der Ende Juni von einer Balkanreise zurückgekehrte Unternehmer wird für einen Corona-Herd mit mehreren Positiven und Dutzenden Quarantäne-Fällen in der Stadt Vicenza verantwortlich gemacht. Der Mittsechziger wurde Anfang Juli nach einer Verschlechterung doch ins Krankenhaus gebracht und kam auf die Intensivstation.

In Italien starben seit Beginn der Pandemie über 35.000 Menschen an beziehungsweise mit einer Covid-19-Infektion. Zuletzt zählten die Behörden landesweit 235 neue Fälle in 24 Stunden. In Venetien kündigte Regionalpräsident Luca Zaia für Montag verschärfte Anti-Corona-Maßnahmen an. Details wollte er zu Wochenbeginn nennen.

Armbänder in Jordanien

International greifen noch weitere Regierungen zu drastischen Maßnahmen. In Jordanien soll die Einhaltung der Vorschriften bei Corona-Quarantäne künftig mit Hilfe von elektronischen Armbändern überwacht werden. Der Sprecher der jordanischen Corona-Taskforce sagte, so solle sichergestellt werden, dass die vorgeschriebene Isolation nach der Einreise befolgt werde.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 05. Juli 2020 | 15:30 Uhr

5 Kommentare

CrizzleMyNizzle vor 4 Wochen

Die Dame hat sich einfach nur zu sehr reingesteigert. So richtig warum und gegen was sie ist weiß sie sicher selbst nicht.
Die Argumente sind meist keine oder extrem schwach.

Agnostiker vor 4 Wochen

"Sie sind aber eine weltfremde Träumerin..."
Haben Sie etwa gegenteilige Belege für den ersten Kommentar??? Soweit die Zahlen zeigen, ist Deutschland gut weggekommen. Belegen sie das Gegenteil mit Faken. Ansonsten trifft Ihre Aussage wohl eher auf Sie selbst zu.

Ignatz Frobel vor 4 Wochen

Danke unseren weitsichtigen Verantwortlichen, das Deutschland so "glimpflich" Corona überstand. Sinnfreies Gejammer fern jeder Realität scheint hier Extreme zu beflügeln die ohne Plan nur keifend Hetzen.