Am 15.08.2015 wurde durch den Tender _Werra_ etwa 72 Kilometer nordöstlich der Stadt Tripoli ein in Seenot geratenes Schlauchboot gesichtet mit 103 Personen darunter vier Frauen und zwei Kinder.
Die meisten Flüchtlinge kommen inzwischen in Spanien an. Bildrechte: dpa

Statt Italien Spanien ist neues Hauptziel für Flüchtlinge

Lange Zeit hatten Geflüchtete, die über das Mittelmeer in die EU kamen, vor allem ein Ziel: Italien. Doch inzwischen kommen mehr Menschen in Spanien an. Auch in Griechenland steigen die Zahlen. Die Internationale Organisation für Migration schätzt, dass in diesem Jahr bei der Überfahrt über das Mittelmeer bereits fast 1.500 Menschen ertrunken sind.

Am 15.08.2015 wurde durch den Tender _Werra_ etwa 72 Kilometer nordöstlich der Stadt Tripoli ein in Seenot geratenes Schlauchboot gesichtet mit 103 Personen darunter vier Frauen und zwei Kinder.
Die meisten Flüchtlinge kommen inzwischen in Spanien an. Bildrechte: dpa

Spanien ist das neue Hauptziel für Flüchtlinge, die in die EU wollen. Bis Mitte Juli kamen der Internationalen Organisation für Migration (IOM) zufolge etwa 18.000 Menschen in dem südeuropäischen Land an. Zusätzlich versuchten rund 3.000 Menschen, in die in Nordafrika gelegenen spanischen Gebiete Melilla und Ceuta zu gelangen.

Speziell in den vergangenen Wochen schnellte die Zahl der Flüchtlinge von rund 50 auf fast 220 am Tag hoch, wie die EU-Grenzschutzagentur Frontex am Dienstag in Warschau mitteilte. Damit kamen auf der westlichen Mittelmeer-Route im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fast drei Mal mehr Migranten an. Die meisten von ihnen stammen aus Marokko, Guinea und Mali. Frontex-Chef Fabrice Leggeri hatte seit Monaten davor gewarnt, der Weg über Spanien könne die neue Hauptroute für Flüchtlinge werden.

80 Prozent weniger Flüchtlinge in Italien

Die Zahl der Menschen, die über die zentrale Mittelmeerroute nach Italien gelangen wollten, ging dafür stark zurück. Laut IOM sind etwa 80 Prozent weniger Flüchtlinge in Italien angekommen als in den ersten sieben Monaten 2017. Die Behörden zählten demnach 17.800 Geflüchtete.

In den vergangenen Wochen hatte der neue italienische Innenminister Matteo Salvini von der rechten Partei Lega einen harten Anti-Migrationskurs gefahren. 450 Flüchtlinge hatte er am Sonntag erst von einem Frontex-Schiff gelassen, nachdem andere EU-Länder zugesichert hatten, einen Großteil der Menschen aufzunehmen.

Schon 1.500 Menschen ertrunken

Griechenland erreichten 14.700 Flüchtlinge. Insgesamt kamen bis Mitte Juli knapp 51.000 Menschen über das Mittelmeer nach Europa. Im vergangenen Jahr waren es noch 110.000, 2016 sogar 241.000. Die IOM schätzt die Zahl der in diesem Jahr bei der Überfahrt ertrunkenen Menschen bereits auf fast 1.500.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 17. Juli 2018 | 20:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Juli 2018, 21:01 Uhr

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