Yad Vashem Steinmeier würdigt "Zeichen der Versöhnung" Israels

Mit einer großen Konferenz erinnert Israel am Donnerstag an die Befreiung des NS-Vernichtungslagers Auschwitz vor 75 Jahren. Nach israelischen Angaben wird es das größte Staatsereignis seit der Gründung Israels 1948. Als erster deutscher Präsident zählt auch Steinmeier zu den Rednern.

Steinmeier in Yad Vashem Israel
Israel erinnert am Donnerstag an die Auschwitz-Befreiung vor 75 Jahren. Zu den Rednern zählt auch Bundespräsident Steinmeier. Bildrechte: dpa

Staatsgäste aus fast 50 Ländern erinnern am Donnerstag in Yad Vashem an die Befreiung des NS-Vernichtungslagers Auschwitz vor 75 Jahren. Als erster deutsches Staatsoberhaupt wird auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eine Ansprache in der israelischen Holocaust-Gedenkstätte halten. Steinmeier würdigte es vorab als "Zeichen der Versöhnung", dass er zu der Ansprache eingeladen wurde. Weitere Redner sind unter anderen Russlands Präsident Wladimir Putin, Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und der britische Thronfolger Prinz Charles.

Mahnungen zu Kampf gegen Antisemitismus

Nach Angaben des israelischen Außenministeriums handelt es sich um das größte Staatsereignis seit der Gründung Israels 1948. Auf das Welt-Holocaust-Forum in Yad Vashem folgt eine Reihe weiterer Gedenkveranstaltungen. Am Montag, 27. Januar, jährt sich zum 75. Mal die Befreiung des deutschen Vernichtungslagers Auschwitz im von Hitler-Deutschland besetzten Polen. Unter dem Titel "An den Holocaust erinnern, Antisemitismus bekämpfen" werden dort hochrangige internationale Gäste erwartet.

Israels Präsident Reuven Rivlin rief vor Beginn des Holocaust-Forums zum weltweiten Kampf gegen Antisemitismus auf. Zu einer Zeit, zu der mehr und mehr Holocaust-Überlebende sterben würden, sei dieses Treffen "Ausdruck unseres gemeinsamen Engagements, die historischen Fakten und Lehren der Shoah an die nächste Generation weiterzugeben".

Bundespräsident Steinmeier war bereits am Mittwoch mit seiner Frau Elke Büdenbender in Israel eingetroffen. Dort traf er zunächst Überlebende des Holocaust. Im Anschluss sagte er in Jerusalem, diese hätten nicht nur an ihre Schicksale erinnert. Sie hätten auch gemahnt "an unsere Verantwortung, nicht nur zurückzuschauen auf eine schreckliche Vergangenheit, sondern die Verantwortung im Heute auch im Eintreten gegen Antisemitismus zu erkennen".

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. Januar 2020 | 05:00 Uhr