Eine Boeing 777-300 der Saudia mit der Registrierung HZ-AK40 landet auf dem Flughafen Dubai (DXB) in den VAE.
Die saudi-arabische Staats-Airline will Kanada nicht mehr anfliegen. Bildrechte: imago/Aviation-Stock

Diplomatische Krise Saudi-Arabien setzt Flüge nach Kanada aus

Kanadas Außenministerin Freeland fordert die Freilassung von Menschenrechtlern in Saudi-Arabien. Riad reagiert prompt und weist den kanadischen Botschafter aus. Jetzt werden auch die Flüge nach Nordamerika eingestellt.

Eine Boeing 777-300 der Saudia mit der Registrierung HZ-AK40 landet auf dem Flughafen Dubai (DXB) in den VAE.
Die saudi-arabische Staats-Airline will Kanada nicht mehr anfliegen. Bildrechte: imago/Aviation-Stock

Der Streit zwischen Saudi-Arabien und Kanada um den Umgang mit Menschenrechtlern hat eine neue Stufe erreicht. Die saudische Staats-Airline Saudia kündigte an, am kommenden Montag alle Flüge von und nach Toronto in Kanada zu stoppen.

Am Sonntag hatte das Königreich bereits den kanadischen Botschafter ausgewiesen und ein neues Handels- und Investitionsabkommen zwischen beiden Ländern auf Eis gelegt. Riad reagierte damit auf einen Tweet der kanadischen Außenministerin Chrystia Freeland.

Außenministerin fordert Freilassung von Menschenrechtlern

Chrystia Freeland
Die kanadische Außenministerin Chrystia Freeland sorgt sich um die Menschenrechte in Saudi-Arabien. Bildrechte: dpa

Freeland hatte geschrieben, Kanada sei ernsthaft besorgt wegen der Festnahme von mehreren Menschenrechtsaktivistinnen. Sie sollten wieder freigelassen werden.

Unter den Festgenommenen war auch Samar Badawi. Sie ist die Schwester des bekannten Bloggers Raif Badawi, der ebenfalls in Saudi-Arabien inhaftiert ist. Badawis Ehefrau lebt inzwischen gemeinsam mit den drei Kindern in Kanada. Sie haben bereits die kanadische Staatsbürgerschaft erhalten.

Riad verbittet sich Einmischung

Das Außenministerium von Saudi-Arabien wirft Freeland vor, sich eklatant und unzulässig in die inneren Angelegenheiten des Landes einzumischen. Das verstoße gegen alle internationalen Normen und Protokolle.

Freeland selbst reagiert besorgt auf die Ausweisung des kanadischen Botschafters. Zugleich betonte sie, Kanada werde sich immer für den Schutz der Menschenrechte und der Rechte der Frauen einsetzen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 07. August 2018 | 01:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. August 2018, 09:41 Uhr

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5 Kommentare

09.08.2018 09:17 H.E. 5

@4 Fragender Rentner
Das glaube ich eher nicht, außer Trump verkündet Sanktionen gegenüber Saudi Arabien, aber das wird er seinen US-Waffenproduzenten nicht antun wollen.
Außerdem ist das frühere gute Verhältnis Kanada - USA seit Trump auch nicht mehr das, was es schon einmal war.

08.08.2018 16:06 Fragender Rentner 4

@H.E. zu 3

Ob da Trump nicht auch noch ein Wörtchen mitreden wird?

08.08.2018 08:20 H.E. 3

Sollen Sie doch machen, andere Fluglinien werden sich darüber freuen, die davon profitieren. Wie hieß es im alten Rom "Geld stinkt nicht".

07.08.2018 17:20 Fragender Rentner 2

Kann doch nur ein Rechtsstaat sein oder nicht?

07.08.2018 12:53 Marko Fr. 1

Es ist ziemlich kurios, das wegen einer Person solch zwischenstaatliche Verwicklungen in Kauf genommen werden.
Als 2016 ein Bericht des US-Kongresses von 2004 öffentlich wurde, in welchem saudischen Diplomaten, Regierungsmitgliedern sowie Mitgliedern der Königsfamilie die Unterstützung der 9/11 Attentäter nachgewiesen wurde, hielt sich das Interesse der US-Regierung sowie ihrer Verbündeten im sog. "War On Terror" in schmalen Grenzen. Auch auf deutsche Journal-Frontseiten / Headlines wartete man vergeblich.
Immerhin wurden wir stattdessen ausgiebig darüber informiert, dass Frauen in SA mittlerweile ein Auto steuern dürfen.