Jacob Zuma
Per Fernsehansprache hat Südafrikas bisheriger Präsident Jacob Zuma seinen sofortigen Rücktritt erklärt. Bildrechte: dpa

Schwere Korruptionsvorwürfe Südafrikas Präsident Zuma tritt zurück

Südafrikas Präsident Jacob Zuma hat unter dem Druck der Regierungspartei ANC seinen sofortigen Rücktritt erklärt. Durch den Schritt entgeht der unter Korruptionsverdacht stehende Staatschef einem Amtsenthebungsverfahren. Sein bisheriger Stellvertreter Cyril Ramaphosa soll noch am Donnerstag zum neuen Präsidenten gewählt werden.

Jacob Zuma
Per Fernsehansprache hat Südafrikas bisheriger Präsident Jacob Zuma seinen sofortigen Rücktritt erklärt. Bildrechte: dpa

Südafrikas umstrittener Präsident Jacob Zuma hat seinen Rücktritt verkündet. Er lege das Amt mit sofortiger Wirkung nieder, sagte der mit Korruptionsvorwürfen konfrontierte Politiker des Afrikanischen Nationalkongresses (ANC) am Mittwochabend in einer Fernsehansprache.

Amtsenthebung zuvorgekommen

Damit kam Zuma, der neun Jahre lang Staatsoberhaupt von Südafrika war, einer möglichen Amtsenthebung zuvor: Seine eigene Partei ANC hatte für Donnerstag ein Misstrauensvotum im südafrikanischen Parlament angekündigt. Es galt als sicher, dass das Abwahlverfahren mit den Stimmen von ANC und Opposition erfolgreich gewesen wäre. Es wäre das erste Amtsenthebungsverfahren in der Geschichte des demokratischen Südafrikas seit 1994 gewesen.

Kein Verständnis für Rücktrittsforderungen

Zuma sagte in seiner Fernsehansprache, er sei stolz darauf, für den Afrikanischen Nationalkongress gegen "Jahrhunderte Brutalität der weißen Minderheit" gekämpft zu haben. Zugleich erklärte der 75-Jährige aber auch, dass er nicht verstehe, wieso der ANC am Dienstag seinen sofortigen Rücktritt gefordert habe. Aber er füge sich dem Willen der Organisation: "Der ANC darf nie in meinem Namen gespalten werden. Ich habe den Menschen Südafrikas so gut gedient, wie ich konnte."

Noch am Mittwochnachmittag hatte sich Zuma in einem Interview gegen seine Absetzung gewehrt, weil er keine Gründe für einen Rücktritt sehe: "Niemand hat mir eine Erklärung gegeben, was ich getan haben soll. Ich finde das unfair, sehr unfair." Zumas zweite Amtszeit wäre eigentlich erst mit den nächsten Wahlen 2019 zu Ende gegangen.

Nachfolger wird Cyril Ramaphosa

Zumas Rücktritt ebnet nun den Weg für den ANC-Vorsitzenden und bisherigen Vizepräsidenten Cyril Ramaphosa. Der 65-Jährige soll schon am Donnerstag zum neuen Staatspräsidenten gewählt werden.

Ramposa ist Unternehmer und hat ein Millionenvermögen angehäuft. Er steht in dem Ruf, ein pragmatischer Managertyp zu sein. Auf ihn warten viele Herausforderungen - vor allem die Kluft zwischen Arm und Reich und die hohe Arbeitslosenqoute von fast 28 Prozent zu verringern.

Überschattet von Vorwürfen

Zumas Präsidentschaft wurde seit geraumer Zeit von Vorwürfen überschattet. So soll er einer Unternehmerfamilie Geschäfte zugeschustert und ihnen unzulässig Einfluss auf die Politik gewährt haben - bis hin zur Ernennung von Ministern und Managern staatlicher Unternehmen. Trotz schwerer Vorwürfe der unabhängigen Antikorruptionsbehörde wurde Zuma bisher nicht angeklagt. Er selbst bestreitet alle Vorwürfe. 

Zuma war zur Zeit des Apartheid-Regimes in Südafrika Teil der ANC-Führung im Exil. Er saß für den Kampf gegen die weiße Regierung als junger Mann zehn Jahre im Gefängnis.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 14. Februar 2018 | 23:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Februar 2018, 12:37 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

3 Kommentare

15.02.2018 10:35 Anne 3

Nelson Mandela, was ist aus deinem Land geworden. " Sein Vermächtnis ist das Streben nach einer Welt freier gleicher Menschen, ohne Rassismus, demokratisch regiert und sozial organisiert. Im Gegensatz zu vielen anderen gelang es ihm, den Versuchungen von Macht und Geld zu widerstehen" Das gelingt nicht jedem.Korruption hängt nicht von der Hautfarbe ab, sondern von der gesunden Einstellung, die den klugen und mutigen Mann ausmachte.

14.02.2018 00:37 NRW-Wessi 2

Würde sich Fau Merkel doch bloß ein Beispiel an Herrn Zuma nehmen ...

14.02.2018 22:36 Bernd L. 1

Die SPD und der ANC haben es geschafft.