29.03.2018, Syrien, Manbidsch: Zwei Fahrzeuge der US-Armee stehen vor einem amerikanischen Stützpunkt in der Nähe von Manbidsch. Nach der Ankündigung des US-Truppenabzugs aus Syrien haben die Kurden vor einem Wiedererstarken der IS-Terrormiliz und einer Massenflucht von Dschihadisten gewarnt.
Nach dem angekündigten Abzug der US-Armee aus dem Norden Syriens befürchtet die Kurdenmiliz YPG einen Angriff der Türkei. Bildrechte: dpa

Syrien Armee rückt in Kurdenstadt Manbidsch ein

Die Kurdenmiliz YPG hat die syrische Stadt Manbidsch jahrelang unter ihrer Kontrolle gehabt. Jetzt zieht sie sich zurück und überlässt der syrischen Armee das Feld. Grund ist der angekündigte Abzug der US-Armee und ein möglicher Angriff des türkischen Militärs.

29.03.2018, Syrien, Manbidsch: Zwei Fahrzeuge der US-Armee stehen vor einem amerikanischen Stützpunkt in der Nähe von Manbidsch. Nach der Ankündigung des US-Truppenabzugs aus Syrien haben die Kurden vor einem Wiedererstarken der IS-Terrormiliz und einer Massenflucht von Dschihadisten gewarnt.
Nach dem angekündigten Abzug der US-Armee aus dem Norden Syriens befürchtet die Kurdenmiliz YPG einen Angriff der Türkei. Bildrechte: dpa

Die syrische Armee hat nach eigenen Angaben Truppen in die Stadt Manbidsch im Norden des Landes verlegt. Es ist das erste Mal seit sechs Jahren, dass die Streitkräfte in der Stadt präsent sind, die 30 Kilometer von der Grenze zur Türkei entfernt ist. Bisher war Manbidsch unter Kontrolle der kurdischen Volksverteidigungseinheit YPG.

Die YPG hatte die syrische Regierung um Beistand gebeten. Hintergrund ist ein drohender Einmarsch der Türkei. Die YPG erklärte, die syrischen Regierungstruppen sollten die Kontrolle über die Gebiete im Norden übernehmen, insbesondere von Manbidsch. Die Armee solle die Region vor türkischen Angriffen schützen. Die YPG selbst sei aus Manbidsch abgezogen, um den Islamischen Staat zu bekämpfen.

Armee hisst syrische Flagge

Das syrische Militär teilte mit, in Manbidsch sei die syrische Nationalflagge gehisst worden. Die Truppen kämen jetzt ihrer Verpflichtung nach, die staatliche Souveränität im gesamten Syrien sicherzustellen.

US-Abzug setzt Kurden unter Druck

Die YPG wurde lange Zeit von den USA unterstützt. US-Soldaten hatten in Manbidsch einen Stützpunkt. Vor kurzem hatte US-Präsident Trump allerdings den Abzug der US-Soldaten aus Syrien verkündet. Die YPG befürchtet seitdem eine Offensive der Türkei. Ankara sieht in der kurdischen Volksverteidigungseinheit einen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und damit eine Bedrohung.

Wegen der US-Truppenpräsenz in Nordsyrien hielt sich die Türkei bisher mit Angriffen zurück. Nach dem angekündigten Rückzug der US-Soldaten drohte der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan aber damit, die YPG aus der Region zu vertreiben. Die türkische Armee hatte zuletzt die Truppenpräsenz an der syrischen Grenze verstärkt.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP schickten von Ankara unterstützte syrische Rebellengruppen bereits zusätzliche Kämpfer nach Manbidsch.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 28. Dezember 2018 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. Dezember 2018, 12:06 Uhr