Ein von der Iranian Students' News Agency (ISNA) zur Verfügung gestelltes Foto zeigt einen brennenden Öltanker.
Ein vom Staatsrundfunk der Islamischen Republik Iran zur Verfügung gestelltes Foto zeigt das Feuer auf dem Öltanker "Front Altair". Bildrechte: dpa

Hintergründe unklar Mutmaßlicher Angriff auf Öltanker im Golf von Oman

Im Golf von Oman sind zwei Tanker offenbar nach einem Angriff in Brand geraten. Die Besatzungsmitglieder wurden gerettet. Der Westen vermutet den Iran hinter der Attacke, Russland warnte vor einer Vorverurteilung. UN-Generalsekretär Guterres verlangte eine Klärung der Verantwortlichkeit.

Ein von der Iranian Students' News Agency (ISNA) zur Verfügung gestelltes Foto zeigt einen brennenden Öltanker.
Ein vom Staatsrundfunk der Islamischen Republik Iran zur Verfügung gestelltes Foto zeigt das Feuer auf dem Öltanker "Front Altair". Bildrechte: dpa

Im Golf von Oman sind zwei Tanker mutmaßlich attackiert worden und in Brand geraten. Wie die Hamburger Reedereigruppe Bernhard Schulte Shipmanagement in Singapur mitteilte, wurde ihr Tanker "Kokuka Courageous" bei einem mutmaßlichen Angriff beschädigt.

Die Besatzung der "Kokuka Courageous" wurden demnach von einem US-Marineschiff aufgenommen. Ein Londoner Sprecher des in Singapur ansässigen Schiffsmanagement-Firma betonte, die 21 Seeleute seien nicht in Obhut der iranischen Behörden. Was genau bei dem Zwischenfall passierte, konnte der Sprecher nicht sagen.

Besatzungen in Sicherheit

Bei dem anderen Schiff handelt es sich um die "Front Altair" der norwegischen Gesellschaft Frontline. Die norwegische Seefahrtsbehörde bestätigte einen Angriff auf diesen Tanker. Das unter der Flagge der Marshallinseln fahrende Schiff sei am frühen Morgen zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und dem Iran attackiert worden, teilte die Behörde mit. Demnach soll es drei Explosionen an Bord gegeben haben, das Schiff brenne.

Die iranische Nachrichtenagentur Irna meldete, ein iranisches Schiff habe die Seeleute der beiden beschädigten Öltanker gerettet. Die norwegische Reederei Frontline bestätigte jedoch nur, dass ihre 23 Seeleute der "Front Altair" unverletzt in einen iranischen Hafen gebracht worden seien.

Die US-Kriegsmarine hatte nach eigenen Angaben Notrufe von den Tankern erhalten. "Wir wissen von dem gemeldeten Angriff auf Tankschiffe im Golf von Oman", erklärte die in Bahrain stationierte Fünfte Flotte.

Washington und Moskau alarmiert

US-Präsident Donald Trump wird nach Angaben des Weißen Hauses fortlaufend zur Situation im Golf von Oman unterrichtet. Sprecherin Sarah Sanders sagte, die US-Regierung stelle Hilfe bereit und werde die Situation weiter prüfen.

Die russische Regierung warnte davor, dem Iran die Verantwortung für den Vorfall zu geben. Vize-Außenminister Sergej Rjabkow sagte der Agentur Interfax: "Wir beobachten in letzter Zeit eine sich verstärkende Kampagne des politisch-psychologischen und militärischen Drucks auf den Iran."

UN-Generalsekretär Antonio Guterres verurteilte die mutmaßlichen Angriffe auf zivile Schiffe. Er forderte bei einem Treffen des Sicherheitsrats in New York eine "Klärung der Tatsachen" und der "Verantwortung". Bundesaußenminister Heiko Maas nannte den Vorfall "außerordentlich beunruhigend". Sabotageakte seien generell immer eine Bedrohung für offene Handelswege und "aktuell auch eine Bedrohung für den Frieden".

Bereits der zweite Zwischenfall

Bereits vor vier Wochen hatten die benachbarten Vereinigten Arabischen Emirate Sabotageakte gegen vier Handelsschiffe im Golf von Oman gemeldet. Nach saudi-arabischen Angaben wurden zwei Tanker des Landes schwer beschädigt. Die genauen Umstände blieben jedoch unklar.

US-Sicherheitsberater John Bolton sprach damals von Angriffen mit Seeminen, für die "fast sicher" der Iran verantwortlich sei. Beweise dafür legte er nicht vor. Die Regierung in Teheran wies den Vorwurf zurück und sprach von "lächerlichen Behauptungen".

Brennender Öltanker 1 min
Bildrechte: dpa

Zweiter schwerer Zischenfall innerhalb von vier Wochen

MDR AKTUELL Do 13.06.2019 13:07Uhr 01:09 min

https://www.mdr.de/mediathek/infothek/audio-1081018.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. Juni 2019 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Juni 2019, 16:48 Uhr

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9 Kommentare

14.06.2019 19:00 Denis Körnig 9

Ich glaube nicht das es der Iran war. Warum auch? Das man natürlich gleich die USA dafür verantwortlich macht denn in der Vergangenheit war es ja immer so. Jedoch gibt es hier auch noch andere Staaten die etwas gegen den Iran haben (Israel und Saudi Arabien) Ich hoffe nicht das es zum Krieg kommt aber die Zeichen stehen leider alle auf Krieg. Scheisse Kriegstreiber.

14.06.2019 16:16 007 8

Da müssen doch bei jedem die Alarmglocken läuten!!!

Vor WOCHEN schon haben die Amis einen Flugzeugträger u Kriegsschiffe in den persischen Golf geschickt, für einen "friedlichen Waffengang" gegen den Iran. Jetzt wo sie angekommen sind u sich in Stellung gebracht haben fehlt nur noch ein Vorwand. Der Iran liefert den Kriegsvorwand sofort u greift einfach mal zwei Tanker an.

Hahaha, für wie dämlich halten die Amis eigentlich die Weltgemeinschaft ...

14.06.2019 09:04 007 / Mut zur Wahrheit! 7

Es wird hier alles getan um den nächsten verbrecherischen u völkerrechtswidrigen Krieg zu rechtfertigen.

Den Kriegstreibern USA glaub ich kein Wort. Für mich steht fest, hinter allem steckt wieder der CIA. Die iranische Regierung hat die Tanker jedenfalls nicht beschossen, warum sollten sie das tun. Die amerikanischen Interessen die dahinter stecken sind für jeden intelligenten Menschen offensichtlich. Deutschland sollte, wenn es wieder zu einem verbrecherischen Angriffskrieg auf ein souveränes Land kommt, drastisch reagieren u darauf mit dem Austritt aus der Nato reagieren. Hier soll ganz gezielt mit Provokationen ein neuer Krieg legitimiert werden. Das haben wir schon x-mal erlebt. Die USA sind eine Gefahr für den Weltfrieden u wir Deutschen hängen wieder mitten drin.

Die Amis bringen in ihrem Machtwahn noch die ganze Menschheit um ...

14.06.2019 08:30 kleinerfrontkaempfer 6

Mutmaßlich, voraussichtlich, offenbar, wahrscheinlich, klasse Formulierungen für große Überschriften und Topthemen.
Ganz klein und kleinlaut dann die Richtigstellung und Korrektur. Lern der Medien/Meinungsmacher schon im 1. Lehr/Studienjahr.
P.S. Warum eigentlich kein IS Terrorangriff!? Oder ist da schon eine Gleichstellung Iran - IS gewollt?

13.06.2019 20:45 Schneemann - lieber "rechts" als käuflich 5

Das Wort Mutmaßlich sagt schon alles. Wird und wurde auch immer mit anderen Schurken wie Putin, Maduro, Trump, Reichsbürgern etc. verwendet. Also immer dann wenn was untergeschoben werden soll um zukünftige Schweinereien zu rechtfertigen.

Ukraine, Venezuela, Libyen, Afghanistan, Irak, Panama, Vietnam, Ukraine und so viele mehr.

Immer begleitet von unserer Propaganda.

13.06.2019 19:37 Finte 4

Die Amerikaner sind für verdeckte Aktionen bekannt.
Jetzt brauchen die Amerikaner nur noch die Westeuropäer
"überzeugen", dann kann es losgehen!

13.06.2019 19:27 Fragender Rentner 3

Wir werden den/die Schuldigen auf jeden fall finden.

13.06.2019 18:26 ingo d. 2

"der westen vermutet den iran hinter der attacke", entschuldigung, aber wenn man solchen unfug ließt dann brauch der rest des artikels gar nicht mehr gelesen werden. welches land ist denn bitte schön so blöd und lässt vor seiner küste zwei tanker havarieren, schon mal darüber nachgedacht was das eigentlich für eine umweltkatastrophe ist? natürlich stecken die usa dahinter, dass steht doch außer frage denen ist doch jedes mittel recht und die dort lebenden menschen interessieren die einen feuchten Kehricht.

13.06.2019 17:11 Wiki 1

Die Angriffe auf die Öltanker erinnern an den Tonkin-
Zwischenfall im Jahr 1964. Damals haben angeblich
nordvietnamesische Torpedoboote amerikanische Kriegs-schiffe beschossen-ein Kriegsgrund wurde gefunden.