Ein libyscher Offizier spricht am 11.04.2016 in Tripolis (Libyen) zu Flüchtlingen, die von der Küstenwache gerettet wurden.
Von der libyschen Küstenwache gerettete Migranten in Tunis (Archivbild von 2016). Bildrechte: dpa

Internationale Organisation für Migration Über 15.000 Flüchtlinge aus Libyen in Heimatländer zurückgebracht

Mehr als 15.000 Flüchtlinge sind laut einem Bericht der Internationalen Organisation für Migration seit Jahresanfang aus Libyen in ihre afrikanischen Heimatländer zurückgekehrt. Ziel sei es, bis Jahresende 30.000 Menschen zurückzuführen. Unterstützt werden die Heimkehrer von einem Programm, dass von der EU finanziert wird.

Ein libyscher Offizier spricht am 11.04.2016 in Tripolis (Libyen) zu Flüchtlingen, die von der Küstenwache gerettet wurden.
Von der libyschen Küstenwache gerettete Migranten in Tunis (Archivbild von 2016). Bildrechte: dpa

Über 15.000 in Libyen gestrandete Flüchtlinge sind seit Jahresanfang in ihre Heimatländer zurückgekehrt. Das geht aus einem Bericht der Internationalen Organisation für Migration (IOM) hervor, den die UN-Behörde am Freitag (Ortszeit) in New York vorgestellt hat. Die aus 32 afrikanischen Ländern stammenden Menschen hatten zuvor erfolglos versucht, von dem nordafrikanischen Bürgerkriegsland aus über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen.

"Programme für eine freiwillige Rückkehr"

Nigerianer in einer Haftanstalt in Misrata auf Matratzen
Nigerianer in einer als Auffanglager umgerüsteten Haftanstalt in Misrata (Archivbild von 2017) Bildrechte: IMAGO

Dem Bericht zufolge wurden die Migranten bei ihrer Rückkehr in die Heimat durch "Programme für eine freiwillige Rückkehr" der IOM unterstützt, die von einem Fonds der Europäischen Union gefördert werden. Die UN-Organisation veröffentlicht dabei in den sozialen Netzwerken eine Telefonnummer für "Migranten in Not", die sich in Libyen befinden und wieder in ihre Heimat wollen.

Im vergangenen Jahr hatte die IOM nach eigenen Angaben knapp 20.000 Migranten aus Libyen in ihre Heimatländer zurückgebracht. In diesem Jahr strebt die UN-Organisation eine Zahl von 30.000 freiwilligen Rückkehrern an.

Hauptdurchgangsland für Flüchtlinge

Ein Boot das sich als libysche Kuestenwache ausgibt bei einem Schlauchboot mit ca. 160 Menschen an Bord.
Ein Boot der libyschen Küstenwache nähert sich einem Schlauchboot mit rund 160 Migranten (Archivbild von 2017). Bildrechte: imago/Christian Ditsch

Libyen war bislang das Hauptdurchgangsland für Flüchtlinge aus afrikanischen Ländern, die über das Mittelmeer in die Europäische Union gelangen wollen. Von der libyschen Küste aus ist Italien nur etwa 300 Kilometer entfernt. Viele Flüchtlinge kommen jedoch bei der Überfahrt ums Leben.

Seitdem die libysche Küstenwache die Seenotrettung in einer erweiterten Rettungszone selbst übernimmt und Italien die Anlandung von Migranten durch private Seenotretter zu verhindern versucht, weichen immer mehr Fluchtwillige über die Route von Marokko nach Spanien aus.

Seit dem Sturz von Libyens langjährigem Machthaber Muammar al-Gaddafi im Herbst 2011 herrscht Chaos in dem nordafrikanischen Land. Bewaffnete Milizen haben die Kontrolle über weite Teile des Staates übernommen. Menschenrechtsorganisationen kritisieren die katastrophale humanitärer Lage vieler gestrandeter Migranten im Bürgerkriegsland Libyen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. November 2018 | 11:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. November 2018, 13:22 Uhr

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35 Kommentare

26.11.2018 00:42 Abrehe Iyob 35

Gott hilft ihnen ,
Ich hoffe dass die Flüchtlingen in Libyen vom Gefängnis wieder nach Afrika Rückkehr sind

26.11.2018 00:34 Abrehe Iyob 34

Ich hoffe dass die Flüchtlingen in Libyen ins Gefängnis geheftet sind

25.11.2018 19:37 Atze 33

@Kritischer Bürger 31:

Danke für die Zahlen.

Ich hoffe, dass die Rückkehrer in Lybien diese Summen auch in voller Höhe erhalten.

MfG und schönen Abend an Sie

25.11.2018 13:08 Franz Keppler 32

Es sollte nicht heißen: "Seit dem Sturz des Machthabers...", sondern seitdem die USA mit ihren Verbündeten die dortige REgierung gestürzt und das Land in ein beabsichtigtes Chaos gestützt hat, um im Nahen Osten mehr Öl und Macht zu besitzen.
Der Rest ist Augenwischerei.

25.11.2018 12:54 Kritischer Bürger 31

@Atze 13: +....Reintegrationshilfen stehen freiwillig Rückkehrenden und rückgeführten Personen zu. Die Höhe der Unterstützung orientiert sich an der Anzahl der Rückkehrenden im Familienverbund und an der Vulnerabilität der Rückkehrenden.

Grundsätzliche Förderhöhen:

Freiwillige Rückkehr, Einzelperson: bis zu 2.000,- Euro
Freiwillige Rückkehr im Familienverbund: bis zu 3.300 Euro
Bei festgestellter Vulnerabilität: + 500,- Euro
rückgeführte Personen: bis zu 1.000,- Euro....+
Quelle: BAMF 30.07.2018

25.11.2018 12:47 Kritischer Bürger 30

@Peter 3: +...Eine solche Meldung wird den Gegnern des UN-Migrationspaktes überhaupt nicht passen....+
Na dann braucht ja auch D den UN-Mi.-Pakt nicht unterschreiben als Antwort auf Ihre Meinung!
Andererseits jedoch wird eine solche Meldung wieder bei den Befürwortern wie auch hier im Artikel angedeutet :
+...Menschenrechtsorganisationen kritisieren die katastrophale humanitärer Lage vieler gestrandeter Migranten im Bürgerkriegsland Libyen....+
Kann auch damit verbunden werden, je schneller nach hause desto schneller die katastrophalen humanitären Lagen dann beseitigt!
Kann also nicht schnell genug gehen und nun sei Marokko etc. gefragt ebenfalls schneller zu handeln!
Wie libysche Küstenwache zeigte geht es auch mit der Rückführung aus Seenot. Nichts mit inhumanen Sachen in den Häfen bei der Rückholung von Bootsflüchtlingen aus dem Mittelmeer

25.11.2018 12:36 Bingo 29

In der Heimat ist es doch am schönsten. Glückwunsch an die Rückkehrer.

25.11.2018 10:29 Bingo 28

Der einzig richtigr Weg,ist in diesen Fall zurück.

25.11.2018 10:16 frank d 27

Dieser Moralismus zu Lasten Dritter, ist kaum noch erträglich. Grade die stark privilegierten MDR schaffenden. Darf ich mal eine Frage stellen, warum laden sie eigentlich immer all diese Aufgaben bei den anderen ab? Solidarität ist ja qua Definition eigentlich freiwillig. Warum opfern sie nicht Ihr Previleg zu Gunsten all derer die sie unter dem Begriff "Flüchtlinge" illegitim subsummieren?
Kann es sein das sie selber gar nicht solidarisch sind? Dann wären ja all die Verbalmoralapostel Pharisäer, kommen sie das wollen sie doch nicht auf sich sitzen lassen :-) Sapere Aude! War der Schlachtruf der Aufklärer der Humanisten welche sie immer im Munde führen aber nie gelesen haben. Sapere aude! Habe Mut deinen Verstand zu benutzen. Kann ich nur empfehlen. Bei den Verbalmoralisten bleibt nicht viel von der behaupteten moralischen Überlegenheit.

25.11.2018 09:31 SZ Rentner 26

Noch mal zum Migrationspakt :
"„Deutschland hat die Ausgestaltung der beiden Pakte aktiv mitgestaltet“
Warum muß ich so was bei der Welt lesen und nicht beim MDR ?