Soldaten stehen vor einem Wahllokal an, um ihre Stimme abzugeben.
Soldaten bei der Stimmabgabe. Bildrechte: dpa

Parlamentswahl Wahlergebnis in Thailand wohl erst im Mai

Verwirrung um das Ergebnis der ersten Parlamentswahlen in Thailand seit dem Militärputsch 2014: Die Wahlkommission sieht inzwischen die Opposition vorn. Jedoch soll erst im Mai ein Endergebnis verkündet werden. Hintergrund sind massive Beschwerden über Unregelmäßigkeiten.

 Soldaten stehen vor einem Wahllokal an, um ihre Stimme abzugeben.
Soldaten bei der Stimmabgabe. Bildrechte: dpa

Einen Tag nach der Parlamentswahl in Thailand herrscht Unklarheit über das Ergebnis. Wie die Wahlkommission vom Montag mitteilte, hat die oppositionelle Pheu Thai Partei mit 138 Sitzen im Repräsentantenhaus die meisten Mandate errungen.

Auf die Partei des Armee-Lagers, Palang Pracharat, entfielen demnach 96 der insgesamt 500 Mandate. Das amtliche Endergebnis will die Wahlkommission jedoch erst am 9. Mai bekanntgeben.

Zwischenstand sah General vorn

Nach Auszählung von 90 Prozent der Stimmen vom Sonntag hatte die Wahlkommission noch die Partei von Junta-Chef Prayut Chan-O-Cha in Führung gesehen und die stärkste Partei aus dem Lager von Ex-Regierungschef Thaksin Shinawatra auf Rang zwei.

Fast zwei Millionen Stimmen annulliert

Prayut Chan-o-cha gibt seine Stimme ab.
Ex-General Prayut Chan-o-cha lag nach 90 Prozent der ausgezählten Stimmen vorn. Bildrechte: dpa

Begleitet wird die Abstimmung von Beschwerden über Unregelmäßigkeiten. Die Wahlkommission teilte mit, dass fast 1,9 Millionen Stimmen für ungültig erklärt worden seien. In Online-Netzwerken war von Stimmenkauf und der Einschüchterung von Wählern durch Mitarbeiter der Wahllokale die Rede. Außerdem sollen massenhaft Wählerausweise annulliert worden sein.

Vielen Wahlbeobachtern wurde der Zugang zu Wahllokalen verwehrt, wie ein Vertreter der thailändischen Wahlbeobachtungsgruppe "We Watch" erklärte. Beobachter kritisierten auch, viele Wähler seien schlecht vorbereitet gewesen. Sie hätten nicht gewusst, wie sie den Stimmzettel korrekt ausfüllen sollten.

Militär sichert sich Einfluss 

Im Mai 2014 hatte das Militär gegen die damalige Regierungschefin Yingluck Shinawatra geputscht. Ihr 2006 als Ministerpräsident entmachteter Bruder Thaksin lebt seit seiner Verurteilung wegen Amtsmissbrauchs im Exil, spielt aber weiter eine wichtige Rolle für Thailands Opposition.

Die Militärregierung hatte nach dem Putsch Neuwahlen mehrfach verschoben. In der Zwischenzeit änderte die Armee das Wahlrecht zu ihren Gunsten. So darf das Militär alle 250 Mitglieder des Oberhauses bestimmen. General Prayut trat am Sonntag als Spitzenkandidat für die Partei Phalang Pracharat an, um sich als ziviler Regierungschef wählen zu lassen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 25. März 2019 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. März 2019, 11:41 Uhr

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