Klimakonferenz Madrid Thunberg leiht ihre Stimme wenig bekannten Klimaaktivisten

Die schwedische Klimaschutz-Aktivistin Thunberg hat auf der UN-Klimakonferenz in Madrid Umweltschützern aus aller Welt eine Plattform gegeben. Deutschland sagte weitere Hilfe den ärmsten Länder zu.

Greta Thunberg, schwedische Klimaschutzaktivistin, steht bei der UN-Klimakonferenz bei einer Veranstaltung hinter jungen, indigenen Klimaktivisten.
Greta Thunberg überlässt ihre PK jungen Klimaschutz-Aktivisten Bildrechte: dpa

Auf der UN-Klimakonferenz in Madrid haben die schwedische Klimaschutz-Aktivistin Greta Thunberg und ihre deutsche Mitstreiterin Luisa Neubauer ihre Pressekonferenz jungen Umweltaktivisten aus aller Welt überlassen.

Thunberg sagte, die Klimakrise betreffe schon heute unzählige Menschen, "die schon jetzt leiden und sterben". Ihre Geschichte und die von Neubauer sei schon oft  erzählt worden. Sie wollten deshalb den Menschen im globalen Süden ihre "Stimme leihen", weil diese am meisten unter der Erderwärmung litten.

Greta Thunberg auf Klimakonferenz in Madrid.
Bildrechte: imago images/ZUMA Press

Wir haben bemerkt, dass wir einige Medienaufmerksamkeit bekommen, deshalb ist es unsere moralische Pflicht, unsere Stimmen denen zu leihen, die ihre Geschichte erzählen müssen.

Greta Thunberg

Indigene Aktivisten berichten von Umweltkatastrophen

Junge Aktivisten, unter anderem von den Marshallinseln, Uganda, Russland, Chile und den USA berichteten eindringlich von dramatischen Überschwemmungen, Dürren, Überfischung und Krankheiten in ihrer Heimat. "Wir bezahlen für etwas, das wir nicht verursacht haben", betonte ein Umweltschützer von den Marshallinseln. Nakabuye Hilda Flavia aus Uganda kritisierte, trotz der immer deutlicheren Auswirkungen der Erderwärmung, sei bei den reichen Industrieländern "kein oder sehr wenig Handeln" zu erkennen. Die US-Ureinwohnerin Rose Whipple berichtete von ihrem Kampf gegen eine Öl-Pipeline am Mississippi und rief dazu auf, "dass wir wieder eine Verbindung zu Mutter Erde herstellen".

Deutschland sagt 500 Millionen Euro zu

Unterdessen sagte Deutschland ärmeren Ländern mehr Hilfe im Kampf gegen die Erderwärmung zu. Bundesentwicklungsminister Gerd Müller sagte, der Klimawandel sei längst zur Überlebensfrage der Menschheit geworden, deshalb wolle Deutschland mehr tun. Für das nächste Jahr versprach das Ministerium zusätzliche Investitionen in Höhe von 500 Millionen Euro.

Geld für Helfer und Küstenbewohner

Dazu gehört den Angaben zufolge ein gemeinsam mit mehreren Versicherern gegründeter Fonds. Er soll mit bis zu 100 Millionen Euro gefüllt werden und humanitäre Organisationen absichern, die in Entwicklungsländern nach einer Naturkatastrophe Hilfe leisten. Um Küstenbewohner bei der Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen, investieren der internationale Grüne Klimafonds und das Bundesentwicklungsministerium gemeinsam 55 Millionen Euro.

Zu den weiteren Initiativen, die das Ministerium in Madrid vorstellte, gehören die Förderung von Grünen Anleihen sowie eine Partnerschaft mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zur Unterstützung von Finanzministerien und Zentralbanken in Entwicklungsländern bei der Berücksichtigung von Klimarisiken.

Staats- und Regierungschefs kommen am Dienstag

Die 25. UN-Klimakonferenz hatte vor einer Woche in Madrid begonnen. Noch bis zum Freitag wird über die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens sowie Hilfen für Entwicklungsländer bei der Bewältigung der Erderwärmung beraten. Am Dienstag nehmen auch Staats-und Regierungschefs in Madrid teil

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 09. Dezember 2019 | 15:00 Uhr