Ein afghanischer Soldat steht am Ort eines Bombenangriffs in der Provinz Kandahar
Mehr als 17 Jahre dauert der Afghanistan-Konflikt bereits - seit vergangenem Sommer verhandelt eine US-Delegation direkt mit den Taliban. Bildrechte: dpa

Mindestens 27 Tote Erneute Anschlagsserie in Afghanistan

In Gesprächen mit den Taliban ringt eine US-Delegation derzeit um eine politische Lösung des Afghanistan-Konflikts. Zuletzt sprachen beide Seiten von Fortschritten. Nun hat eine neue Anschlagsserie das Land erschüttert.

Ein afghanischer Soldat steht am Ort eines Bombenangriffs in der Provinz Kandahar
Mehr als 17 Jahre dauert der Afghanistan-Konflikt bereits - seit vergangenem Sommer verhandelt eine US-Delegation direkt mit den Taliban. Bildrechte: dpa

In einer Reihe von Anschlägen sind in mehreren afghanischen Provinzen mindestens 27 Menschen getötet worden. Nach Angaben des Provinzrates von Farjab im Nordwesten des Landes attackierten Talibankämpfer dort drei Polizeikontrollen und eine kleine Militärbasis. Mindestens 22 Menschen seien dort getötet und weitere 14 Menschen verletzt worden. Zudem hätten die Taliban vier Soldaten gefangen genommen.

In Kandahar im Süden des Landes wurden dem dortigen Provinzgouverneur zufolge vier Polizisten bei der Explosion einer Bombe am Straßenrand getötet.

Auch in Laschkarga, der Hauptstadt der Südprovinz Helmand, explodierte eine Bombe und tötete einen Geheimdienstmitarbeiter. Drei seiner Kollegen wurden laut dem Provinzgouverneur verletzt. Die Bombe war mit einem Magneten an einem Auto befestigt.

Verhandlungen in Katar

Vergangenen Sommer hatten die USA ihre bisherige Afghanistan-Politik in dem mehr als 17 Jahre langen Konflikt bedeutend verändert und direkte Gespräche mit den Taliban aufgenommen. Gespräche mit der afghanischen Regierung lehnten die Taliban stets ab - das hatten die USA aber zuvor noch für einen Friedensprozess gefordert.

Erst Anfang dieser Woche war die sechste Gesprächsrunde im Golfemirat Katar zu Ende gegangen. Dabei hatten beide Seiten von Fortschritten in zwei zentralen Punkten gesprochen. Demnach ging es um die Taliban-Forderung nach einem Abzug aller ausländischen Truppen sowie die Forderung der USA nach Garantien, dass von Afghanistan aus keine Terroranschläge mehr geplant werden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 17. März 2019 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. März 2019, 18:01 Uhr

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5 Kommentare

19.03.2019 15:39 Fragender Rentner 5

@Schneemann - lieber "rechts" als käuflich zu 3

Sieh das doch mal positiver, damals war der Feind meines Feindes unser Freund.

Als der Feind raus war, da wurde dann wohl was von unseren neuen Freunden was geschaffen?

Was wurde schon so alles von unseren Verbündeten und uns unternommen, mit welchen guten Ergebnissen?

19.03.2019 15:33 Fragender Rentner 4

Haben die guten Politiker nicht schon seit sehr vielen Jahren angeblich Friedensstifter dort stationiert?

Man kann schon sagen seit Jahrzenten, kostet bestimmt nicht viel ???

18.03.2019 21:02 Schneemann - lieber "rechts" als käuflich 3

Wer hat die Taliban hochgezüchtet, bewaffnet, von der Kette gelassen und anschließend von Pakistan aus weiter unterstützt?

18.03.2019 13:05 Blumenfreund 2

Diese Anschläge werden erst aufhören, wenn die Taliban wieder die ganze Kontrolle über ihr Land haben und die Besatzer Afgahnistan verlassen haben.

18.03.2019 09:01 H.E. 1

Da ist kein Aufschrei, so wie in Neuseeland, wenn Muslime solche schrecklichen Verbrechen begehen. Nur bei den anderen, obwohl ich solche Anschläge immer total verurteile, wird permanent darüber berichtet, weltweit.