Deutsch-türkische Beziehungen Merkel stellt Erdogan Flüchtlingshilfen für Nordsyrien in Aussicht

Die Bundesregierung prüft finanzielle Hilfen für die Türkei für den Bau von Flüchtlingsunterkünften in Nordsyrien. Das sagte Kanzlerin Merkel dem türkischen Präsidenten Erdogan zu. Außerdem versprach sie Hilfen für die türkische Küstenwache. Der forderte mehr Hilfe durch die EU.

Angela Merkel und Recep Tayyip Erdogan
Kanzlerin Merkel sagte dem türkischen Präsident Erdogan unter anderem deutsche Hilfe für die türksche Küstenwache zu. Bildrechte: dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat der Türkei Hilfen beim Bau von Unterkünften für Flüchtlinge in Nordsyrien in Aussicht gestellt. Merkel sagte nach einem Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, angesichts der Lage der Flüchtlinge im Winter werde die Bundesregierung prüfen, ob man dies finanziell fördern könne.

Erstmals Gelder für Nordsyrien

Es wäre das erste Mal, dass die Türkei Geld für ihr Handeln in Nordsyrien bekommen würde. Die Türkei hat dort eine umstrittene Sicherheitszone eingerichtet. Merkel sagte, alle Umsiedlungen in der Sicherheitszone müssten mit dem UN-Flüchtlingshilfswerk geklärt werden.

Deutschland und die EU unterstützen die Türkei bislang bei der Versorgung der rund drei Millionen in der Türkei lebenden syrischen Flüchtlinge. Wegen der Kämpfe um die nordsyrische Stadt Idlib sind nach Erdogans Angaben rund 400.000 weitere Syrer Richtung Türkei geflohen. Er forderte die EU auf, mehr für diese Menschen zu tun.

Hilfe für türkische Küstenwache

Merkel sagte Erdogan zudem deutsche Hilfe für die Küstenwache zu. Die türkische Küstenwache spielt eine wichtige Rolle beim Versuch, Migranten auf dem Weg nach Griechenland und damit in die Europäische Union aufzuhalten.

Gespräche über inhaftierte Deutsche

Nach Angaben von Merkel vereinbarte sie mit Erdogan über jeden in der Türkei inhaftierten oder festgehaltenen deutschen Staatsbürger einzeln zu sprechen.

Einem Medienbericht vom Dezember zufolge befinden sich fast 60 deutsche Staatsbürger wegen unterschiedlicher Tatvorwürfe in türkischer Haft. Das Auswärtige Amt hatte kürzlich berichtet, der Bundesregierung seien zurzeit 74 Fälle bekannt, in denen Deutsche wegen Ausreisesperren in der Türkei festsitzen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. Januar 2020 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. Januar 2020, 11:14 Uhr

70 Kommentare

oller Kerl vor 3 Wochen

meinst Amt zahlt wie eure Miete, warm und kaltes Wasser und die Heizung, was raucht und verzerrt sogar den Strom damit hier unsinniges hetzt und gutgläubige blendest also Meintest du: "Mut zur Wahrheit"

Britta.Weber vor 3 Wochen

Dass muss ich widersprechen. Vor4assuetzung für Schengen waren feste sichere Außengrenzen- das wird nur nicht eingehalten. Jedes Land braucht sichere Grenzen. Den Nachkriegsfrieden gab es auch ohne Euro. Der Euro hat zu neuen nationalen Spannungen und Feindschaften geführt, die werden noch zunehmen, wenn klar wird, dass einer die Schulden des anderen bezahlen muss.

Wessi vor 3 Wochen

@ Kritker ..leider,leider argumentieren Sie immer noch, als lebten wir in der abgeschotteten DDR vor 30 Jahren.Das mit der Kontrolle ist sicherlich richtig, aber wenn auch nur ein Gros der Gelder da ankommen wo sie hin sollten und uns dafür weniger "Problemfälle" beschert würden, wäre das schon ein großer Erfolg, wenn das Geld nur im Lande bliebe...von vornherein eine Niederlage.Grundrente und anderes scheiterte in der CDU ganz sicher nicht an Angela Merkel, die ist für den Koalitionsvertrag vertragstreu.Wie gesagt: diese Zahlungen muß man global sehen.Sie stellen eine Art "Grenzschutz" auf der diplomatischen Ebene dar.