Tripolis Tote bei Luftangriff auf Militärschule

In Libyen geht der Machtkampf der zahlreichen Akteure mit militärischen Mitteln weiter. Bei einem Luftangriff auf eine Militärschule sind in der Hauptstadt Tripolis mindestens 28 Menschen getötet worden. Die Streitkräfte der international anerkannten Regierung machen Truppen des abtrünnigen Generals Haftar dafür verantwortlich.

Kleidungsstücke und andere Gegenstände verstreut vor Militärschule in Tripolis
Bei einem Luftangriff in Tripolis sind mindestens 28 Militärschüler ums Leben gekommen. Bildrechte: Hazem Turkia/Anadolu Agency

In Libyens Hauptstadt Tripolis sind bei einem Luftangriff auf eine Militärschule mindestens 28 Menschen getötet worden. Zudem gab es Dutzende Verletzte. Nach Angaben der international anerkannten Regierung handelt es sich bei den Opfern um Militäranwärter. Sie seien unmittelbar vor dem Luftangriff auf einem Exerzierplatz zusammengetreten und hätten sich dann in Richtung ihrer Schlafräume begeben.

General Haftar unter Verdacht

Verbündete der Regierung in dem Bürgerkriegsland machten die Truppen des abtrünnigen Generals Chalifa Haftar für den Angriff am Samstagabend verantwortlich. Ein Rebellen-Sprecher wies dies zurück.

Haftar will die international anerkannte Einheitsregierung stürzen. Der General kämpft für eine Gegenregierung, die im Osten Libyens sitzt und den größten Teil des Landes beherrscht. Seit rund acht Monaten versucht Haftar, Tripolis einzunehmen. Seitdem wurden nach UN-Angaben mehr als 280 Zivilisten getötet und mehr als 140.000 Menschen vertrieben. Der UN-Sicherheitsrat rief zuletzt im Dezember zu einer Waffenruhe in Libyen auf.

Türkei will Einheitsregierung unterstützen

Zuletzt kündigte die Türkei ein militärisches Eingreifen Ankaras an. Der Militäreinsatz soll die Einheitsregierung in Tripolis in ihrem Kampf gegen Haftar unterstützen. Am Donnerstag gab das türkische Parlament grünes Licht für den Einsatz.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 05. Januar 2020 | 01:00 Uhr