Anti-IS-Koalition Trump sieht baldige Rückeroberung des gesamten IS-Gebiets

US-Präsident Trump hat der Anti-IS-Koalition zugesichert, dass die USA ihren Kampf gegen die Terrormiliz nicht beenden werden. An den Plänen, seine Truppen aus Syrien abzuziehen, hält er dennoch fest.

US-Präsident Donald Trump rechnet noch in der kommenden Woche mit einer vollständigen Rückeroberung des einst von der IS-Terrormiliz gehaltenen Geländes in Syrien und dem Irak. Das sagte er bei einem Außenministertreffen der Anti-IS-Koalition in Washington. "Ihr Land ist weg, das ist ein wichtiger Faktor", erklärte Trump. Sie hätten nur noch Überreste, aber Überreste könnten sehr gefährlich sein.

Trump und sein Außenminister Mike Pompeo sicherten außerdem zu, dass die USA ihren Kampf gegen die Terrormiliz auch nach einem Abzug ihrer Truppen aus Syrien nicht beenden werden. Der US-Präsident hatte im Dezember angekündigt, die derzeit noch rund 2.000 US-Soldaten abzuziehen. Einen Zeitplan hat er bislang nicht vorgelegt.

Scharfe Kritik an Trumps Abzugsplänen

Trump bekräftigte nun die Abzugspläne: "Wir freuen uns darauf, unsere Kämpfer in Syrien sehr herzlich zu Hause zu begrüßen." Zugleich ergänzte er in Richtung Anti-IS-Koalition: "Wir werden mit Ihnen noch viele Jahre zusammenarbeiten."

Zuvor hatte es zu den Abzugsplänen Trumps von vielen Seiten Kritik gegeben. Der US-Senat setzte Trump unter Druck und stimmte erst am Dienstag mit großer Mehrheit gegen einen schnellen Truppenabzug aus Syrien und auch aus Afghanistan.

Bundesaußenminister Heiko Maas warnte vor der Konferenz in Washington vor einem Machtvakuum nach einem Abzug der US-Soldaten. Die Gefahr, die vom IS ausgehe, sei "bei Weitem nicht gebannt".

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 20. Dezember 2018 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Februar 2019, 07:44 Uhr

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10 Kommentare

08.02.2019 15:47 ralf meier 10

@jakob Nr. 9, Hallo, Sie schreiben: ' wenn ein Herr Trump behauptet, nächste Woche stünde der Sieg gegen den IS an.'

Also das hat Herr Trump nicht behauptet. Wie sie dem Artikel entnehmen können, urteilt Herr Trump da deutlich differenzierter. Warum also beteiligen Sie sich an einem Trump bashing, das Herrn Trump unzutreffende Aussagen unterschiebt, die dann einen unzutreffenden Eindruck von Herrn Trump hinterlassen?

Bleiben wir doch bei dem, was Herr Trump wirklich sagt. Er will seine Truppen zurückziehen, weil es keine größeren IS-Truppenkonzentrationen mehr gibt, gegen die man sie sinnvoll einsetzen könne.

Zum Schutz der Kurden dürften diese auch nicht sinnvoll einsetzbar sein, oder glauben Sie, das eine militärische Auseinandersetzung zwischen der Türkei und den USA eine glaubhafte Option ist ?

Es gibt dort doch eher zu viel als zu wenig Truppen.

08.02.2019 14:20 Jakob 9

Mir fällt es da auch schwer, ganz nah dran am Thema im engeren Sinne zu bleiben, Herr Meier, wenn ein Herr Trump behauptet, näcshte Woche stünde der Sieg gegen den IS an. Das kann man guten Gewissens als Humbug entlarven und das war's dann schon. - Auch wenn ich nicht der Meinung bin, dass so etwas wie eine "Asylindustrie" existiert, wie Sie schreiben - Sie haben jedenfalls damit Recht, dass es in vielen Flüchtlingslagern am Notwendigsten fehlt. Und wissen Sie was: Erst neulich habe ich wieder ordentlich gespendet. Ein kleiner Beitrag. Den jeder leisten kann. Selbst wenn Trump den Trump macht.

07.02.2019 22:27 ralf meier 8

@Jakob Nr 5: Hallo noch mal. Sie schreiben mir: Helfen Sie mit, dass diese Menschen wenigstens hier bei uns eine sichere Zuflucht erhalten. Hier können wir etwas bewirken. "

Dazu nur eine kurzes Rückmeldung um nicht zu OT zu werden . Wir stellen unserer Asylindustrie für jeden 'MUFL' 5000 Euro im Monat zur Verfügung. In den Flüchtlingslagern vor Ort fehlt(e) es teilweise an den 40 Euro pro Monat, die eine minimale Versorgung pro Person sicherstellen.

07.02.2019 21:03 Krause - "lieber nackt als rechtsextremistisch" 7

Zitat #6: " Ich hatte auch nicht den Anspruch, die politische und strategische Lage in Syrien zu analysieren."

Wer den Begriff "Qualitätsmedien" so verächtlich gebraucht, befindet sich nicht mehr in der 'analytischen Neutralität' dieser Diskussion, sondern bezieht sehr weit rechts Position.

Wer jedoch so weit 'rechts' positioniert ist, daß er sich 'befähigt' fühlt, "der linken Sicht" eine populistische Perspektive aufoktroyieren zu wollen, hat mMn. nicht mal genug Realitätssinn, seine Position im "kompletten Meinungssystem" realistisch zu erkennen.

Aber warum sollte man seine "rechten Positionen" realistisch betrachten, wenn es einem eher darum geht, "links-rot-grüne Positionen" als "versifft" darzustellen?

n.b.: "differenzierte Betrachtung" wird zumeist vom Gegenüber gefordert... besonders, wenn diese Forderungen "spontane Heiterkeit" auslösen könnten.

07.02.2019 19:31 ralf meier 6

@Jakob Nr 5: Sie schreiben: 'Werter Herr Meier die politische und strategische Lage in Syrien ist sicherlich sehr viel komplexer, als man es mit einem weit hergeholten Rechts-Links-Vergleich beschreiben könnte'.

Hallo, Ich hatte auch nicht den Anspruch, die politische und strategische Lage in Syrien zu analysieren. Ich habe zwei Aspekte aus Trumps Politik herausgegriffen, die meiner Meinung nach eine differenzierte Betrachtung gerade aus 'linker' Sicht verdienten.

PS: Danke für den Verweis auf den interessanten Artikel aus der NZZ, der jedoch die aktuelle Lage nicht in allen Punkten korrekt/aktuell beschreibt.
So hat Herr Trump die Türkei ausdrücklich vor einen Angriff auf die Kurden gewarnt und diese haben sich unter den Schutz und die Hoheit der syrischen Regierung gestellt.

mfg ralf meier




07.02.2019 15:47 Jakob 5

Werter Herr Meier (@2), die politische und strategische Lage in Syrien ist sicherlich sehr viel komplexer, als man es mit einem weit hergeholten Rechts-Links-Vergleich beschreiben könnte. Lesen Sie doch nur mal in der NZZ vom 24.01.2019 ("Wie ein Bürgerkrieg zum Spielbrett anderer Staaten wurde – acht Antworten zur Lage in Syrien").

Es ist zu befürchten, dass die Zivilbevölkerung weiterhin immens unter dem Konflikt leidet und in direkter Folge auch die Flüchtlingsströme nach Europa weiter anhalten. Helfen Sie mit, dass diese Menschen wenigstens hier bei uns eine sichere Zuflicht erhalten. Hier können wir etwas bewirken. Die Lage in Syrien zu befrieden, da sind wir dagegen eher machtlos.

07.02.2019 09:49 Bingo 4

Es gab Zeiten da hat man die USA verbal angegriffen, wenn sie militärisch in anderen Ländern eingriffen . Unter Trump wird die USA angegriffen, wenn sie sich zurückzieht aus Kriegsgebieten und lieber ihr eigenes Land durch Grenzen schützt. In Afghanistan wird man sehen, das nur eine Einigung mit den Taliban zum Ziel führen kann. Dies haben unsere Friedensfürsten in Deutschland, leider noch nicht begriffen.

07.02.2019 09:38 Krause - "lieber nackt als rechtsextremistisch" 3

Es wird interessant zu beobachten sein, wie Trump den Truppenabzug aus und den Anti-Daesh-Kampf in Syrien unter einen Hut bringen wird...

07.02.2019 09:01 ralf meier 2

Die Linken unter uns müssten eigentlich jubeln. Endlich ein Präsident, der die frühere Rolle der USA als Weltpolizist offen kritisiert und sich tatkräftig daran macht, sie zu beenden, so wie er schon die TTIP Träume des internationalen Kapitals erfolgreich durchkreuzte. Aber nein, stattdessen denken die Linken sehnsüchtig an den Weltpolizisten Herrn Obama zurück, der zwar nicht den Weltfrieden, aber zumindest doch den arabischen Frühling mit seinen Bombenteppichen in Libyen einleitete.

Die Demokraten müssen sich ernsthaft fragen lassen, ob sie als Kriegshetzer in die Geschichte eingehen wollen, wenn sie behaupten, der Frieden in Syrien würde von den 2000 eigenen Soldaten abhängen.

Ps: Bei der von den Qualitätsmedien immer wieder gern behaupteten Kritik von vielen Seiten denke ich zunächst an die Qualitätsmedien.
Die Mehrheit der Amerikaner stellt erfreut fest, das Herr Trump das umsetzt, was er im Wahlkampf versprochen hat.

07.02.2019 08:00 Ludwig 1

Jeder, der meint, man müsse den IS weiter militärisch bekämpfen, weil noch immer eine so große Gefahr von ihm ausgeht, muss sich auch fragen lassen, warum das amerikanische Jungs übernehmen sollen. Warum ist man nicht selbst bereit, im Nahen Osten in den Krieg zu ziehen oder die eigenen Kinder in diesen Krieg zu schicken? Erst recht Herr Maas sollte sich diese Frage stellen. Der Nahe Osten und die Auswirkungen des Konflikts sind Europa schließlich viel näher als den USA.