USA Trump entlässt Außenminister Tillerson

US-Präsident Trump hat einen weiteren Regierungsposten umbesetzt. Wie Trump auf Twitter mitteilte, wird Außenminister Tillerson durch CIA-Chef Pompeo ersetzt. An der Spitze des Geheimdienstes steht künftig erstmals eine Frau.

US-Präsident Donald Trump hat seinen Außenminister Rex Tillerson entlassen. Das teilte Trump auf Twitter mit. Dabei nannte er auch den Nachfolger. Es soll der derzeitige CIA-Direktor Mike Pompeo werden. Nachfolgerin von Pompeo soll seine bisherige Stellvertreterin Gina Haspel werden. Sie wird die erste Frau an der Spitze des Geheimdienstes sein. Sowohl Pompeo und auch Haspel müssen vom Senat bestätigt werden.

Trump verweist auf unterschiedliche Denkweisen

Vor Journalisten sagte Trump, er habe unterschiedliche politische Ansichten und eine andere Denkweise als Tillerson gehabt. Als Beispiel nannte der US-Präsident den Atomdeal mit dem Iran. Er habe aus dem Abkommen aussteigen wollen, Tillerson nicht. Trump fügte hinzu, Pompeo und er hätten dagegen eine sehr ähnliche Denkweise.

Auch beim Thema Nordkorea vertraten beide unterschiedliche Positionen. So fand Tillerson die aggressive Rhetorik seines Vorgesetzten nicht zielführend. Der Chefdiplomat warb stets für eine diplomatische Lösung der Krise, während Trump auch immer wieder mit militärischen Schritten drohte.

Der Präsident brüskierte seinen Minister im Herbst sogar öffentlich. Er schrieb auf Twitter, er habe Tillerson gesagt, dass dieser seine Zeit vergeude, indem er mit Nordkorea verhandeln wolle. Zuletzt schien Trump Tillerson außen vor gelassen zu haben, als er einem Gipfeltreffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un zustimmte.

Tillerson hatte zudem Russland im Fall des vergifteten russischen Ex-Doppelspions in Großbritannien scharf kritisiert. Er schloss sich rasch der Meinung der britische Regierung an, wonach Russland für den Giftanschlag verantwortlich ist. Kurz zuvor hatte das Weiße Haus es noch abgelehnt, sich dieser Lesart anzuschließen. Inzwischen denk Trump anders. Am Dienstag sagte er, für ihn sehe es danach aus, dass es Russland gewesen sein könnte.

Wegen dieser Differenzen hatte es immer wieder Spekulationen über einen möglichen Rücktritt Tillersons gegeben. Der 65-Jährige, der seinen Chefposten beim Ölkonzern Exxon Mobil für den Posten des Außenministers aufgegeben hatte, bestritt das stets. Es blieb zunächst unklar, ob Trump nun Tillerson aus dem Amt gedrängt hat oder ob der Texaner auf eigenen Wunsch geht.

Auch ranghoher Staatssekretär gefeuert

Trump feuerte zudem einen der ranghöchsten Mitarbeiter des Außenministeriums. Er entließ Staatssekretär Steve Goldstein. Goldstein hatte zuvor erklärt, Trump habe nicht mit Tillerson über seine Entlassung gesprochen. Zugleich sprach er davon, dass Tillerson im Amt bleiben wolle.

Nicht der erste Wechsel in der Trump-Regierung

Das Weiße Haus hat in den knapp einem Jahr und zwei Monaten Trump-Regierung schon zahlreiche Personalwechsel verarbeiten müssen. Erst vergangene Woche hatte Trumps Wirtschaftsberater Gary Cohn seinen Rückzug zum Ende des Monats angekündigt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. März 2018 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. März 2018, 20:36 Uhr

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6 Kommentare

13.03.2018 23:02 Wessi 6

An alle Trump-Bewunderer: ist es patriotisch ein ausländisches Staatsoberhaupt zu belobigen, was nicht zögern würde , das eigene Heimatland als Schlachtfeld zu benutzen?PFUI,aber typisch.

13.03.2018 21:17 Merkel ist noch da 5.7 (@Kommentar 3) 5

"Er redet nicht er macht , macht , macht..."
So, so, was macht er denn konkret? Könne Sie mal einen direkten Beleg dafür bringen, was Trump denn so gemacht hat? Die Mauer ist noch nicht da, zu den Zöllen gibt es auch noch nichts konkretes, Gesundheitsreform Fehlanzeige, Waffengesetzte heute so morgen so, Steuerreform nichts konkretes. Also nochmal meine Frage, was konkret macht Trump???

13.03.2018 18:15 Peter 4

@3: Schön, dass wenigstens einer den Trump feiert.
Da haben Sie aber lange durchgehalten. Die Parteispitze der AfD will ja schon lange nicht mehr mit dem Glückwunschtelegramm von vor einem Jahr in Verbindung gebracht werden. Damals war Trump auch noch deren "natürlicher Verbündeter".
Heute klingt das eher peinlich.

13.03.2018 16:03 Merkelmussweg 2.0 3

Trumpi macht das schon, er hat doch das betreute Denken unserer Journaillie nicht nötig.

Er redet nicht er macht , macht , macht einfach und das von Anfang an und das noch für die eigenen Leute - ganz im Gegensatz zu Merkel u. CO.

13.03.2018 15:31 Frank 2

"Vor Journalisten sagte Trump, er habe unterschiedliche politische Ansichten und eine andere Denkweise als Tillerson gehabt. Als Beispiel nannte der US-Präsident den Atomdeal mit dem Iran. Er habe aus dem Abkommen aussteigen wollen, Tillerson nicht." Nun, mit Pompeo hat er jetzt einen Außenminister an seiner Seite, der diesen Ausstieg unterstützen dürfte. Damit wird dann wohl auch Israels größter Wunsch in Erfüllung gehen.

13.03.2018 15:10 Aufmerksamer Beobachter 1

Das gab es wohl doch Ungereimtheiten was den Anschlag angeht.