Neuwagen von Mercedes-Benz stehen auf dem Autoterminal der BLG Logistics Group.
Mercedes-Benz-Autos auf dem Autoterminal Bremerhaven: Deutsche Hersteller wären von US-Zöllen besonders hart betroffen. Bildrechte: dpa

Bloomberg-Bericht Trump will Zoll-Entscheidung zu EU-Autos angeblich verschieben

Der Poker um mögliche Zölle auf die Einfuhr europäischer Autos in die USA könnte noch monatelang weitergehen. Präsident Trump will angeblich seine bis Samstag fällige Entscheidung verschieben.

Neuwagen von Mercedes-Benz stehen auf dem Autoterminal der BLG Logistics Group.
Mercedes-Benz-Autos auf dem Autoterminal Bremerhaven: Deutsche Hersteller wären von US-Zöllen besonders hart betroffen. Bildrechte: dpa

US-Präsident Donald Trump will seine eigentlich bis Samstag fällige Entscheidung über Importzölle auf Autos aus der EU angeblich um bis zu sechs Monate verschieben. Das hat die Finanznachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf Quellen im Weißen Haus berichtet. Zur Begründung hieß es, Trump wolle zunächst Handelsgespräche mit der EU und Japan abwarten. Die US-Regierung äußerte sich zunächst nicht zu den Berichten.

Unmittelbar nach dem Bekanntwerden der Nachricht zogen die US-Börsen an. Dank eines kräftigen Sprunges bei den Aktien der Autohersteller machten sie teils zuvor erlittene Verluste wieder wett.

Deutsche Autobauer erleichtert

Donald Trump, Präsident der USA, gestikuliert bei einer Kabinettssitzung im Weiߟen Haus.
Verschiebt Trump die Entscheidung zu möglichen Zöllen auf EU-Autos? Bildrechte: dpa

Die deutsche Automobilindustrie sieht in der Nachricht ein "Positives Zeichen". Die Zeit sollte genutzt werden, um bei Verhandlungen zwischen EU und USA zu "konstruktiven Ergebnissen" zu kommen, sagte der Präsident des Branchenverbandes VDA, Bernhard Mattes. Die deutschen Hersteller wären durch US-Zölle besonders betroffen. Sie haben einen großen Anteil an den EU-Exporten in die USA. Außerdem haben Hersteller wie VW, Daimler und BMW Standorte in den USA, von denen aus sie unter anderem China beliefern.

EU will Zölle vermeiden

EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström hatte bereits in der vergangenen Woche gemutmaßt, dass es zu einer Verschiebung kommen könnte. Die EU will genauso wie die US-Autobranche die Zölle unbedingt vermeiden.

Hintergrund der Autozoll-Debatte ist ein im Februar im Weißen Haus vorgelegter Bericht des US-Handelsministeriums, in dem die Autoimporte aus der EU als eine Gefahr für die Nationale Sicherheit der USA bezeichnet werden. Trump hatte daraufhin zunächst 90 Tage Zeit, um eine Entscheidung zu treffen. Diese Frist würde am kommenden Samstag auslaufen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 15. Mai 2019 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Mai 2019, 21:39 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

3 Kommentare

17.05.2019 21:25 Meckersack 3

@1Carolus Mappus: Dem ist so, die EU erhebt Zölle auf Autoimporte die höher sind als die gegenwärtigen Importzölle der USA auf dt. Autos. Man hatte schon mal angeboten die Zölle auf beiden Seiten völlig abzuschaffen, da wollte der Trump nicht drauf eingehen, statt dessen hat er die Bedrohung der nationalen Sicherheit feststellen lassen, wegen der vielen dt. Autos auf Amerikas Straßen. Man befürchtet nun das der Trump versucht die Europäer gegeneinander auszuspielen: Die Deutschen werden nicht mit Strafzöllen auf ihre Autoexporte belegt, dafür muss die EU ihre Importzölle für Agrarprodukte senken, die z.T. 60% betragen. Das wird die Franzosen, oder besser gesagt deren Bauern, gegen uns aufbringen. Eine Bewährungsprobe, wird spannend!

16.05.2019 16:36 Fragender Rentner 2

Eine Verschiebung ist noch kein Verzicht !!! :-(((

Das sieht man doch an den Börsen, einmal rauf und nächsten Tag gleich wieder runter !!!

16.05.2019 06:06 Carolus Nappus 1

"Die EU will genauso wie die US-Autobranche die Zölle unbedingt vermeiden."
Bin ich falsch informiert, oder werden in der EU Zölle auf Importe von Autos aus den USA erhoben? Dann ergibt doch diese Aussage gar keinen Sinn bzw. könnte man ganz einfach mal handeln und diese Zölle abschaffen (oder zumindest auf US-Niveau senken), wenn man doch gar keine will?