29.03.2018, Syrien, Manbidsch: Zwei Fahrzeuge der US-Armee stehen vor einem amerikanischen Stützpunkt in der Nähe von Manbidsch. Nach der Ankündigung des US-Truppenabzugs aus Syrien haben die Kurden vor einem Wiedererstarken der IS-Terrormiliz und einer Massenflucht von Dschihadisten gewarnt.
Fahrzeuge der US-Armee im syrischen Manbidsch. Bildrechte: dpa

US-Abzug aus Syrien Europa soll 800 IS-Kämpfer aufnehmen

US-Präsident Trump hat Deutschland und andere europäische Staaten aufgefordert, rund 800 in Syrien gefangen genommene Dschihadisten zurückzunehmen und vor Gericht zu stellen. Ansonsten werde man die Kämpfer freilassen.

29.03.2018, Syrien, Manbidsch: Zwei Fahrzeuge der US-Armee stehen vor einem amerikanischen Stützpunkt in der Nähe von Manbidsch. Nach der Ankündigung des US-Truppenabzugs aus Syrien haben die Kurden vor einem Wiedererstarken der IS-Terrormiliz und einer Massenflucht von Dschihadisten gewarnt.
Fahrzeuge der US-Armee im syrischen Manbidsch. Bildrechte: dpa

US-Präsident Donald Trump hat die europäischen Verbündeten um Aufnahme und Verurteilung Hunderter in Syrien gefangen genommener Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat aufgerufen. Andernfalls seien die USA gezwungenen, die Kämpfer freizulassen, twitterte Trump.

Großbritannien, Frankreich, Deutschland und andere europäische Verbündete sollen demnach mehr als 800 IS-Kämpfer zurücknehmen, die von der Anti-IS-Allianz in Syrien gefangen genommen worden sind. Dabei geht es offenbar um Dschihadisten aus Europa, die sich dem Kampf des IS in Syrien angeschlossen hatten.

Trump: Wir haben unseren Job getan

Trump drohte den Verbündeten indirekt. Die USA würden ungern zusehen, wie diese IS-Kämpfer nach Europa strömten, da diese erwartungsgemäß dorthin gehen wollten. Der US-Präsident twitterte: "Wir tun so viel und geben so viel aus." Jetzt seien andere dran, ihren Job zu machen.

Zugleich bekräftigte Trump den Abzug der US-Soldaten aus Syrien, sobald das Kalifat endgültig zerschlagen sei. Trump hatte im Dezember seine Verbündeten mit der Ankündigung überrascht, alle 2.000 Soldaten aus Syrien abzuziehen, da die IS-Miliz besiegt sei.

Bundeskanzlerin Angela Merkel warnte am Samstag auf der Münchner Sicherheitskonferenz, dass ein schneller Abzug den Einfluss des Iran und Russlands in dem Bürgerkriegsland zu stärken drohe. Außerdem fürchten die alliierten Kurden ohne US-Begleitung einen Militärschlag der Türkei.

Bundesregierung reagiert zurückhaltend

Das Auswärtige Amt in Berlin erklärte am Sonntag, man habe zwar Kenntnis von Fällen deutscher Staatsangehöriger, die sich in Nordsyrien in Gewahrsam befinden sollen. Eigene Erkenntnisse lägen dazu aber nicht vor. Eine konsularische Betreuung in Syrien sei seit Schließung der deutschen Botschaft in Damaskus faktisch nicht möglich.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 17. Februar 2019 | 09:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Februar 2019, 10:34 Uhr