Donald Trump
Trump: "Die Vereinigten Staaten können nicht weiter der Weltpolizist sein." Bildrechte: dpa

Truppenbesuch im Irak Trump: USA nicht weiter Weltpolizist

US-Präsident Trump hat bei einem überraschenden Truppenbesuch im Irak seinen Rückzugsbefehl für Syrien verteidigt. Die USA könnten "nicht weiter der Weltpolizist" sein, begründete Trump seine umstrittene Entscheidung.

Donald Trump
Trump: "Die Vereinigten Staaten können nicht weiter der Weltpolizist sein." Bildrechte: dpa

US-Präsident Donald Trump hat bei einem überraschenden Truppenbesuch im Irak den angekündigten Abzug aller US-Truppen aus Syrien verteidigt. "Die Vereinigten Staaten können nicht weiter der Weltpolizist sein", sagte Trump am Mittwoch auf dem Luftwaffenstützpunkt Al-Asad in der west-irakischen Provinz Anbar. Dem Einsatz in Syrien sei "genug Zeit" gegeben worden.

"Möchten nicht mehr ausgenutzt werden"

Weiter erklärte Trump: "Wir möchten nicht mehr von Ländern ausgenutzt werden, die uns und unser unglaubliches Militär nutzen, um sich zu schützen. Sie zahlen nicht dafür!" Es sei nicht fair, wenn allein die Vereinigten Staaten diese Last trügen. Mit Blick auf die zahlreichen US-Militäreinsätze in der Welt sagte der US-Präsident: "Wir sind auf der ganzen Welt verteilt. Wir sind in Ländern, von denen die meisten Menschen noch nicht einmal gehört haben. Ehrlich gesagt, es ist lächerlich."

Erster Truppenbesuch im Ausland

: Donald Trump, Präsident der USA, besucht mit Mitgliedern des Militärs in einem Speisesaal auf der Al Asad Air Base.
Trump hat im Irak erstmals US-Truppen im Ausland besucht. Bildrechte: Denny Sachse

Trump war am Mittwoch überraschend mit seiner Frau Melania zum Besuch der US-Truppen im Irak eingetroffen, wo er am Luftwaffenstützpunkt Al-Asad mit Soldaten und Führungspersonal von US Army und Air Force zusammentraf. Es war Trumps erster Truppenbesuch im Ausland seit seinem Amtsantritt im Januar 2017. Seine Sprecherin Sarah Sanders teilte via Twitter mit, der Präsident und die First Lady seien in den Irak geflogen, um den US-Soldaten vor Ort "für ihr Engagement, ihren Erfolg und ihr Opfer zu danken und um ihnen Frohe Weihnachten zu wünschen".

Rückzugsbefehl mit Konsequenzen

Trumps Rückzugsbefehl aus Syrien hatte für größtmögliche Turbulenzen im US-Verteidigungsministerium gesorgt. Pentagon-Chef James Mattis kündigte seinen Rücktritt an. Er wird Anfang Januar durch seinen bisherigen Stellvertreter Patrick Shanahan abgelöst. Auch international hatte Trumps Entscheidung für Kritik gesorgt. Auch in Afghanistan will Trump die US-Truppenstärke stark reduzieren.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. Dezember 2018 | 22:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. Dezember 2018, 22:40 Uhr

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28 Kommentare

28.12.2018 23:48 DER Beobachter @ Jürgen Förster etc. 28

Nat. kann man über die Rolle des Weltpolizisten streiten, aber mal ehrlich: gerade der Rückzug der USA aus Somalia nach Mogadischu, das verspätete Eingreifen im Jemen, Irak, Afghanistan (ich meine nicht die US-Unterstützung der Taliban etc. im Bürgerkrieg der 80er und gegen die SU) usw. und dann sicher das umso rücksichtslosere Zuschlagen hat doch erst die Islamisten gestärkt. Und haben die USA zwar die Militärdiktaturen in Lateinamerika gestützt, was nun nach solchen Rückzügen? Wird das Allein-Lassen der Kurden, der Lateinamerikaner... irgendetwas an deren Situation ändern? Ich fürchte nicht, bloß, dass die Rolle der USA jetzt ganz andere mit Sicherheit nicht bessere Mächte übernehmen werden. Und es steht zu fürchten, dass die Amerikaner unter der Führung des GröPraZ sich weiter und schwerwiegender, brutaler dort einmischen werden, wo selbst der GröPraZ plötzlich merken muss, dass ihm da die Felle wegschwimmen. Bloß wird der GröPraZ wieder mal an nichts schuld gewesen sein wollen...

28.12.2018 21:14 DER Beobachter 27

Bemerkenswert, wieviel Ahnungslosigkeit neben Trump selbst mal wieder seine Anhänger wie auch die Russlands und der AfD hier zeitigen... Putin freut´s. Ich lese übrigens gerade wieder mit größtem Vergnügen die Rückkekr des Hundertjährigen. Erinnert so an den realen Trump und den realen Putin... :) :(

28.12.2018 21:07 DER Beobachter 26

Wenn sämtliche westlichen Geheimdienste als auch sonstige Sicherheitsexperten, die eigene militärische Führung der USA und die der Nato-Staaten vor dieser beratungsresistenten Entscheidung Trumps aktuell warnen und bereits vor Trumps Wahl vor solchen Zuständen warnten, sollte das bedenken. Man wird wehen, was draus wird. Die scheinbare Stabilisierung dürfte auf kurze oder lange Sicht die GHegend derartig destabilisieren, dass selbst die Russen nichts davon haben werden...

28.12.2018 20:44 Jürgen Förster 25

"Weltpolizist"??

Wer das, was die USA seit Jahrzehnten weltweit anstellen mit "Weltpolizei" umzuschreiben vermag, leidet unter Realitätsverlust.
Die Ergebnisse US-weltpolizeilichen Handelns kann man von Süd-und Lateinamerika, von Irak über Libyen, Syrien, Jemen, Somalia bis zur Ukraine studieren

28.12.2018 20:07 Hossa 24

Na sowas aber auch.
Wenn die „Amis“in Länder einmarschieren oder unsere „Werte und Demokratie“beschützen ist es nicht genehm und wenn Sie sich zurückziehen auch nicht.

28.12.2018 18:03 nasowasaberauch 23

Trump zerstört mit einem Federstrich das Weltbild der hegemonistisch agierenden USA. Sie wollen nicht mehr der ausgenutzte Weltpolizist sein und für die Sicherheit ihrer Verbündeten zahlen. Die ungerecht erhobenen Zölle oder auch die zunehmende Importabhängigkeit der USA haben viele Präsidenten vor ihm (auch der gehätschelte Obama) nicht gewagt anzutasten. Deshalb ist Trump auch beim deutschen Establishment verhasst. Die Karrikaturen über seine Person sind grenzwertig zur Beleidigung. Je mehr Hass und Beleidigung auf ihn fällt, umso mehr frage ich mich nach den Beweggründen derer, die diese Kampagne reiten.

28.12.2018 17:01 Meckersack 22

@7 annerose will: Also der Trump führt Handelskriege mit China, der EU und dem Rest der Welt, mit der Begründung Handelskriege wären ,aus Sicht der USA, leicht zu gewinnen. Ständig werden neue Sanktionen erfunden. Die USA maßt sich an, Firmen die Handel mit Ländern betreiben, die ihr nicht genehm sind, vom US- Markt auszuschließen, in der Erwartung man würde diese damit zur "Vernunft" zwingen. Wenn das keine Allmachtsphantasie ist, weis ich nicht was eine sein soll! Aber Hauptsache der Trump wirbelt ein bisschen Staub auf und die Etablierten ärgern sich darüber, dann freut Sie das! Ihr Strom kommt ja aus der Steckdose. Und Ihr Vergleich mit JFK und dem Vietnamkrieg, selten so eine Geschichtsverfälschung gelesen! Was tut man nicht alles um sein Weltbild abzurunden!

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28.12.2018 14:41 H.E. 21

Ich kann dies sehr gut nachvollziehen, daß die USA nicht noch mehr Steuergelder für die Krisenherde dieser Welt aufbringen möchten. Sie haben genügend Probleme im eigenen Land, wofür sie es benötigen.
Es wäre auch gut, wenn D sich aus Syrien, Afghanistan und Mali zurückziehen würden, m.W. 56 deutsche Soldaten mußten in Afghanistan ihr Leben lassen. Diese Staaten gehen uns überhaupt nichts an. Sie waren mal Kolonien von Großbritannien und Frankreich, nicht von D. D hatte z.B. nur 4 Kolonien in Afrika (hätte wahrscheinlich gerne mehr gehabt) bis zum Ende des 1. Weltkrieges und ein Glücksfall der Geschichte für D war, daß sie uns 1918 abgenommen wurden.

Und der Islam ist doch eine Religion der LIEBE und des FRIEDENS, wie uns immer wieder gesagt wird. Warum tun dann die sehr reichen musl. Golfstaaten nicht mehr für ihre Glaubensbrüder und -schwestern?

28.12.2018 13:23 Marie 20

@Nr. 19 Ralf Meier: den Tagesschauartikel hinsichtlich der 'Präsidialen Lurchart benannt Dermophis donaldtrumpi' habe ich mit großem Unbehagen gelesen. So sollte man nicht niemandem umgehen.

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28.12.2018 08:34 ralf meier 19

@Wo geht es hin? Nr. 16

Hallo, Sie schreiben: 'Dröhnende Stille bei den sonst so aktiven "Friedenskämpfern" hier. Sind die zu geschockt oder noch auf der Suche nach dem Haar in der Suppe?'

Nun @Jakob Nr. 7 hat schon ein Haar gefunden. Zur Sache selbst, es geht um die Auslandseinsätze der US Armee Herr Jakob, hat er nichts zu sagen. Ein vertrautes Argumentationsmuster, wie es auch die öffentlich rechtlichen Qualitätsmedien gerne nutzen, wenn es mal nichts anderes Negatives über Herrn Trump zu berichten gibt. Man denke nur an den Tagesschauartikel 'Präsidiale Lurchart benannt Dermophis donaldtrumpi' vom
19.12.2018 .