Donald Trump und John Bolton
Donald Trump kündigt eine Verschärfung der Iran-Sanktionen an. Bildrechte: dpa

Iran-Konflikt Trump kündigt Verschärfung der Iran-Sanktionen an

Im Streit über die Angriffe auf saudi-arabische Ölanlagen fährt Donald Trump einen härteren Kurs gegen den Iran. Am Mittwoch hat der US-Präsident verkündet, die Sanktionen gegen den Iran deutlich zu verschärfen. Die USA beschuldigen Teheran, hinter den Luftangriffen zu stecken.

Donald Trump und John Bolton
Donald Trump kündigt eine Verschärfung der Iran-Sanktionen an. Bildrechte: dpa

Via Twitter hat US-Präsident Donald Trump eine deutliche Verschärfung der Wirtschaftssanktionen gegen den Iran angekündigt. Er habe seinen Finanzminister Steven Mnuchin instruiert, diese Verschärfungen in Kraft zu setzen, teilte Trump am Mittwoch über den Kurzbotschaftendienst Twitter mit.

Eine Woche nach dem Rauswurf John Boltons hat Trump außerdem die Ernennung des Diplomaten Robert O'Brien zum neuen Nationalen Sicherheitsberater angekündigt. O'Brien sei bislang "sehr erfolgreich" als Sondergesandter für Geiselangelegenheiten im Außenministerium tätig gewesen, erklärte Trump ebenfalls auf Twitter.

Mit den neuen Strafmaßnahmen reagiert Trump offenbar auf die jüngsten Luftangriffe auf zwei saudi-arabische Ölanlagen. Bei den Angriffen handelte es sich nach den Worten von Irans Präsident Hassan Ruhani um eine "Warnung" der jemenitischen Rebellen an die Regierung in Riad.

Teheran weist Beteiligung an Angriffen auf Saudi-Arabien zurück

In einem offiziellen Schreiben an die US-Regierung wies Teheran am Mittwoch jegliche Beteiligung an den Angriffen vom Samstag zurück. Das saudi-arabische Verteidigungsministerium kündigte hingegen vor einem Besuch von US-Außenminister Mike Pompeo "Beweise für die Verstrickung des iranischen Regimes" in die Angriffe an.

Teheran erklärte in einem Schreiben an die US-Regierung, "dass der Iran keine Rolle bei diesem Angriff gespielt hat". Zugleich warnte er die US-Regierung, dass "eine wie auch immer geartete Aktion gegen den Iran" eine "sofortige Antwort von weit größerer Tragweite" nach sich ziehen werde.

Ruhani nennt Angriffe "Warnung"

Saudi-Arabien solle aus der "Warnung" der Rebellen im Jemen "Lehren" ziehen, sagte Ruhani nach einer Kabinettssitzung in Teheran. "Sie haben kein Krankenhaus getroffen ( ... ), sie haben keine Schule getroffen ( ... ). Sie haben nur ein Industriezentrum getroffen, um euch zu warnen."

Die Führung in Riad müsse "in Betracht ziehen, dass es in der ganzen Region einen Krieg gibt", sagte Ruhani. Die Huthi-Rebellen hatten sich zu den Attacken auf die beiden Öl-Anlagen des saudiarabischen Staatskonzerns Aramco in Abkaik und Churais bekannt. Sie werden im jemenitischen Bürgerkrieg vom Iran in ihrem Kampf gegen eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition unterstützt.

Rüstungsexportstopp für Saudi-Arabien verlängert

Die Bundesregierung hat derweil den Stopp der Rüstungsexporte an Saudi-Arabien um weitere sechs Monate verlängert. Wie ein Regierungssprecher mitteilte, gilt der Stopp nun bis Ende März 2020. Das Exportverbot war im vergangenen Herbst nach dem Mord an dem regierungskritischen Journalisten Khashoggi im saudi-arabischen Konsulat in Istanbul verhängt worden

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 18. September 2019 | 15:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. September 2019, 15:57 Uhr