Kim und Trump beim Treffen in Hanoi.
Der Gipfel in Hanoi ist ohne eine Eingung vorzeitig zu Ende gegangen. Bildrechte: dpa

Kein Durchbruch USA-Nordkorea-Gipfel in Hanoi endet ohne Ergebnis

Das zweite Treffen von US-Präsident Trump und Nordkoreas Staatschef Kim hat keinen Durchbruch gebracht. Wie das Weiße Haus mitteilte, ist die Begegnung in Hanoi ohne Einigung vorzeitig zu Ende gegangen. Immerhin haben sich beide für ein US-Verbindungsbüro in Pjöngjang ausgesprochen.

Kim und Trump beim Treffen in Hanoi.
Der Gipfel in Hanoi ist ohne eine Eingung vorzeitig zu Ende gegangen. Bildrechte: dpa

Der USA-Nordkorea-Gipfel in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi ist vorzeitig beendet worden. Wie das Weiße Haus mitteilte, haben die Staatschefs Donald Trump und Kim Jong Un das Gipfel-Hotel verlassen. Eine Einigung sei nicht erzielt worden. Ein ursprünglich geplantes gemeinsames Mittagessen und die Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung seien von der Tagesordnung gestrichen worden.

Trump: Kim wollte Aufhebung aller Sanktionen

Anschließend trat Trump allein vor die Presse. Der Termin wurde nach vorzeitigem Gipfel-Ende um mehrere Stunden vorgezogen. Dennoch sprach der US-Präsident von einem "produktiven" Treffen. Es habe "verschiedene Optionen" gegeben. Man habe sich aber dazu entschieden, nichts zu unterzeichnen.

Als zählbares Ergebnis präsentierte Trump das Versprechen Kims, vorerst keine Atomtest vorzunehmen. Der nordkoreanische Staatsmann habe jedoch verlangt, sämtliche Sanktionen gegen sein Land fallen zu lassen. Dem habe er nicht zustimmen können, sagte Trump, "wir konnten das nicht tun".

Der US-Präsident ergänzte, Kim sei dazu bereit gewesen, atomar abzurüsten. Jedoch habe Nordkorea anders abrüsten, als die USA es wollten. Deshalb "mussten wir davon Abstand nehmen", sagte Trump.

Enttäuschte Hoffnungen

Das Weiße Haus hatte ursprünglich für Donnerstag die Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung von Trump und Kim angekündigt. Danach sollte es eine Pressekonferenz mit dem US-Präsidenten geben. Nun wurde der Auftritt vor der Presse um zwei Stunden vorgezogen.

Von dem zweiten Treffen von Kim und Trump war ein Durchbruch in den Beziehungen zwischen Pjöngjang und Washington erhofft worden. Spekuliert wurde, beide könnten sogar den Korea-Krieg von 1950 bis 1953 offiziell für beendet erklären. Einen Friedensvertrag für die Halbinsel gibt es bis heute nicht.

Aussicht auf US-Büro in Pjöngjang

Kim hatte sich in Hanoi lediglich für ein US-Verbindungsbüro in Pjöngjang ausgesprochen. Ein solches Büro in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang wäre "begrüßenswert", sagte er vor Journalisten. Trump sprach von einer "großartigen Sache".

Ein Verbindungsbüro hat zwar nicht den Rang einer Botschaft, wäre aber ein Schritt auf dem Weg zur Normalisierung der Beziehungen zwischen Washington und Pjöngjang. Ob ein solches Büro tatsächlich vereinbart wurde, blieb zunächst offen.

Kim nennt weiter keine Details

Kim bekräftigte zugleich seine grundsätzliche Bereitschaft zur atomaren Abrüstung. Andernfalls wäre er nicht nach Hanoi gekommen.

Der Nordkoreaner hatte allerdings schon beim ersten Treffen im Juni 2018 in Singapur erklärt, er sei zu einer vollständigen Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel bereit. Konkrete Schritte wurden jedoch nicht vereinbart. Kim wollte auch jetzt keine Details nennen. Auf die Frage, was er konkret zur atomaren Abrüstung unternehmen wolle, antwortete er: "Das ist es, worüber wir jetzt diskutieren." Über den konkreten Inhalt der Gespräche wurde bisher nichts bekannt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 28. Februar 2019 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. Februar 2019, 19:56 Uhr

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15 Kommentare

02.03.2019 12:47 Wessi 15

@ 12 ...was er "versucht" tut er vor allem für sich selbst.Bestes Indiz sind die fatalen Äusserungen über Kim im Fall Warmbier.Nordkorea wendet sich gg. die gesamte Welt.Selbst die Verbündeten, wie China, wissen das+verhalten sich so. Bis dato hat er keines seiner Wahlversprechen einhalten können, denn auch die wirtschaftliche Prosperität fusst auf den Taten seines Vorgängers.Und man bedenke: er hatte für 2 Jahre sogar Mehrheiten, aber da er nur an sich selbst denkt hat er sogar Teile seiner eigenen Partei nicht überzeugen können.Denn auch da gibts demokratisch denkende Menschen!

01.03.2019 19:46 Sabrina 14

Schon die Idee, Nordkorea könne auf Atomwaffen verzichten, ist angesichts des Überfalls der USA auf den Irak, Libyen und andere Staat mehr als abwegig.
Das war von vornherein klar, dass an dieser Stelle die USA nicht durchkommen werden.

01.03.2019 16:00 Fragender Rentner 13

Wenn Hr. Trump jetzt schon das Pulver verschießt, da hat er für den US-Wahlkampf weniger gute Sachen den Menschen zu berichten.

Also wartet noch etwas er hat bestimmt noch viele gute Sachen für die Menschen in der Hinterhand, wetten?

01.03.2019 11:39 Norbert NRW 12

Ob man den amerikanischen Präsi mag oder nicht, was er aber versucht ist doch zumindest mehr als alle anderen bisher gemacht haben. Dafür das er oftmals wie ein Amateur an die Sachen rangeht bietet er viel Angriffsfläche für alle Kritiker. Nur was ihn von allen unterscheidet ist das er zumindest anstrebt seine Wahlversprechen einzuhalten. Ob das jetzt mit diesem irren Despot die richtige Vorgehensweise war wage ich zu bezweifeln.

01.03.2019 11:30 Federico 11

@Ralf Meier
" Democracy first!"
Sie haben es richtig erkannt .
Dieser " Dealmaker " ist aus
einer demokratischen Wahl
" hervorgegangen ."
Warten wir es mal ab, wer alles
an seiner Seite die " Strippen "
gezogen hat.
Hoffentlich gibt es kein
Impeachment, die Gerichte
werden das " getr(a)umpel "
aufklären .
Das garantiert diese grosse Demokratie, diese
wird auch " Trump first " überleben,
und dieser selbstverliebte Autokrat
ist dann im wahrsten Sinne des
Wortes nur ein " Vogelschiss in der
Geschichte !"

01.03.2019 11:25 Meckersack 10

@9 W. Merseburger: Das die Mehrheit der Journalistenzunft den Trump nicht mag und ihn daher versucht schlecht aussehen zu lassen, ist nicht von der Hand zu weisen. Das liegt aber an der kruden Art von Trump mit einfachen Parolen die niedersten Instinkte seiner Klientel anzusprechen und jede Kritik daran als Fake- News abzukanzeln. Es liegt definitiv nicht daran, dass bsw. die NYT oder die Springerpresse, Angst davor hat von Trump ne bittere Wahrheit um die Ohren geknallt zu kriegen. Diese ganze Keilerei von Trump mit den Medien ist ein ziemlicher Eigenwerbegag der Marke Trump, wer dem aufsitzt kann einem einfach nur leid tun!

01.03.2019 10:23 W. Merseburger 9

@ 7, Meckersack,
ich glaube, sie meinen etwas ganz anderes als ich mit meiner Meinung ausdrücken wollte. Noch ein Satz dazu, wenn sie die Darstellung von Trump und seinen Handlungen in unseren deutschen Medien die letzten Jahre verfolgt haben, müsste ihnen die auschließlich negativ verfestigte Meinungsmache aufgefallen sein.

01.03.2019 10:06 Jakob 8

Ade Friedensnobelpreis *schnief*

01.03.2019 09:05 Meckersack 7

@6 W. Merseburger: Trump hat gehandelt wie jeder andere US- Präsident auch gehandelt hätte, warum sollte man ihn dann mit Häme überziehen? Die Kim- Dynastie definiert sich außenpolitisch nur über ihre Atomwaffen. Was sollen die USA da machen? Sie können die Bedrohung erwidern und mit ihrer Zweitschlagsfähigkeit, sich in relativer Sicherheit wiegen. Wirtschaftlich gesehen braucht die USA, oder der Westen, Nordkorea als Handelspartner nicht. Und so lange Kim innenpolitisch alle Zügel in der Hand hält und außenpolitisch an der A-Bombe, werden die USA nichts unternehmen, was die Finanzausstattung dieses Systems stärkt. Letztendlich kann nur das nordkoreanische Volk selbst das Problem lösen, wenn es nicht mehr leiden will. Die Anti- Regime- Change Strategie, die von Moskau, als Mittel zum Selbstzweck, propagiert wird, rückt dadurch wieder in ein anderes Licht.

28.02.2019 22:02 W. Merseburger 6

Mir sind bei diesem Gespräch zwischen Trump und dem Nordkoreaner zwei Dinge in unseren Medien besonders aufgefallen: Zunächst wurde das Treffen in den Nachrichten heruntergespielt, eine Spitzenmeldung wurde es besonders bei ARD oder bei MDR nicht. Nun nach dem Scheitern der
Gespräche ist offensichtlich allen klar geworden, so einfach ist dann die Welt doch nicht und die Medien haben sich in der sonst üblichen hämischen Weise stark zurückgehalten. Das wiederum sehe ich als positive Entwicklung in einigen der Medien an, weil ja auch mal etwas anders ausgehen kann als vorher geplant. Leider habe ich aber auch gelesen, dass Trump nun den Friedensnobelpreis nicht gewinnt. Diese Art der Berichterstattung ist eigentlich populistisch ausgedrückt "unter aller Sau".