Trumps Twitter-Account
Twitter-Account von US-Präsident Donald Trump. Bildrechte: dpa

Schlagabtausch auf Twitter Trump: Mein Atomknopf ist größer

US-Präsident Donald Trump hat sich im Konflikt um Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm erneut mit Staatschef Kim Jong Un angelegt. Auf Kims Aussage, der atomare Knopf sei immer auf dem Schreibtisch, antwortete Trump am Dienstagabend via Twitter: "Wird jemand aus seinem
verarmten und ausgehungertem Regime ihn bitte darüber informieren, dass auch ich einen atomaren Knopf habe. Aber er ist viel größer & mächtiger als seiner, und mein Knopf funktioniert!"

von Torsten Teichmann, ARD-Studio Washington

Trumps Twitter-Account
Twitter-Account von US-Präsident Donald Trump. Bildrechte: dpa

Die renommierte "New York Times" hat US-Präsident Donald Trump vorgeworfen, mit Aussagen auf Twitter einen Atomkrieg mit Nordkorea wieder einmal wahrscheinlicher gemacht zu haben. Gemeint ist Trumps Protzerei: Er verfüge als US-Präsident über einen viel größeren und kraftvolleren Atomknopf als die Volksrepublik auf der koreanischen Halbinsel, twitterte Trump.

Vorangegangen war die Neujahrsansprache des nordkoreanischen Diktators Kim. Der soll erklärt haben, das Nuklearprogramm des Landes sei abgeschlossen und der Knopf zum Start der Atombombe stehe auf seinem Schreibtisch.

Darüber berichtete der US-Fernsehsender Fox-News. Kurz darauf öffnete US-Präsident Trump seinen Twitter-Account und prahlte mit der verheerenden Schlagkraft des Atomwaffenarsenals der USA.

Dialog zwischen Seoul und Pjöngjang torpediert

Die Angeberei des Präsidenten verdrängt die Meldung über die vage Aussicht, dass Nordkorea und Südkorea womöglich Anfang Januar wieder Gespräche aufnehmen. Vielleicht seien das gute Nachrichten, vielleicht nicht, man werde sehen, kommentierte der US-Präsident lapidar.

Im vergangenen Sommer verlangte Trump, Nordkorea müsse aufhören zu drohen, sonst sei die Antwort "Feuer und Wut", wie sie die Welt noch nicht gesehen habe. Und als Außenminister Tillerson auf seiner Asienreise die Welt über diplomatische Kanäle mit der nordkoreanischen Seite informierte, erklärte Trump, das sei Zeitverschwendung.

Trump setzt auf Peking

Im Konflikt mit Nordkorea setzt die US-Führung auf China. Die Führung in Peking soll Nordkorea zwingen, das Atomprogramm zu beenden. Bisher ohne Erfolg.

Nordkorea hatte zuletzt Ende November eine Langstreckenrakete getestet. Sie erreichte nach US-Angaben eine  Flughöhe von 4.500 Kilometern. Es wird angenommen, dass Nordkorea damit das Verhalten von Raketen und deren Sprengladung beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre testet. Eine Voraussetzung, um weiter entfernte Ziele zum Beispiel in den USA mit der Waffe zu erreichen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 03. Januar 2018 | 06:23 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Januar 2018, 13:03 Uhr

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14 Kommentare

04.01.2018 21:06 Wieland der Schmied 14

Unverkennbar ist, daß Trump das wohl deutlichste Zeichen einer Zeitenwende repräsendiert, wobei herkömmliches Blockdenken und Bündnisverpflichtungen Stück für Stück obsolet werden, was die deutsche Medieneinfalt nur ungenügend reflektierte. Die Politik, die Trump seit einem Jahr macht, ist in weiten Strecken nachvollziehbar. Während der Muslim Barrack Hussein Obama noch mit Ausdauer als Kriegstreiber gegen Rußand fungierte und den Ukrainekonflikt anheizte, hat Trump wirksam entspannend gewirkt. Er hat den Möchtegern-Krösus Kim Jong Un in die Schranken gewiesen und entfertnt sich damit Schritt für Schritt von der jahrhundertealten Kanonenbootpolitik der Amerikaner. Das läßt hoffen.

04.01.2018 18:23 Anne 13

Ach Part -ist die amerikanische Politik so schwer zu verstehen.Hätte Hillary Clinton nicht Bernie Sanders weg gebissen, vielleicht hätte Sanders eine Chance gehabt. Was hat das mit Trump zu tun? Ach Part , man sollte schon ein wenig das amerikanische Wahlsystem verstehen, ehe man sich aus dem Fenster lehnt.

04.01.2018 11:05 Fragender Rentner 12

Ein Kindergarten ist ein Sch...dreck dagegen wie die sich aufführen und mit unserer Weltsicherheit spielen !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

03.01.2018 23:35 part 11

Ach @Anne, wäre es nach demokratischen Regeln gegangen wäre heute Berny Sanders Präsident der USA und nicht eine Milliardär, der sich dieses Amt erkauft hat. Ist internationale Politik wirklich nur so schwer zu verstehen?

03.01.2018 18:34 Anne 10

Wählerin 8-Sie scheinen eins noch nicht begriffen zu haben; das die Medien sich wieder einmal auf Trump einschießen. Nicht Trump ist hier der Bekloppte. Was den Deutschen ja nun ganz widerlich erscheint, ist die Tatsache, dass Trump demokratisch gewählt wurde. Der nordkoreanische Diktator kann sein eigenes Volk nicht ernähren und ist stolz auf seine Atomwaffen, wo ist hier der moralische Aufstand?

03.01.2018 14:49 Richard Rumbold 9

Jungs, das kennen wir doch aus der Pubertät:
" Meiner ist größer".

03.01.2018 14:07 Wählerin 8

"Anne" und "Nachdenklicher", es hat hier niemand Kim Jong-Un als "den Guten" oder vernünftig dargestellt. Das sich der Präsident der selbst ernannten "freien Welt" allerdings genau so aggressiv und bekloppt verhält wie ein international vollkommen isolierter Diktator, dürfte doch aber auch für Sie nicht beruhigend wirken, oder? Wem ist denn durch einen Atomkrieg geholfen??? Auch wenn Trump das Hundertfache an Atomwaffen hat, würde auch nur eine "erfolgreich" eingesetzte aus Nordkorea sein Land verwüsten. So wie auch Südkorea nach einem Atomkrieg nicht mehr da wäre.

03.01.2018 12:39 Nachdenklicher 7

@ peter # 2
"Dieses "Trampeltier" hat mittlerweile das Niveau eines Kleinkindes angenommen, dass seinen Brei nicht bekommt!!! Lächerliche Figur!!! ..."

Sie meinen den kleine Dicken aus Nordkorea?

03.01.2018 12:24 Username vergeben 6

Natürlich hat der Donald den Größten. Ist doch klar. Vielleicht sollte dem Irren trotzdem jemand mitteilen, dass das völlig egal ist, wenn die Welt in die Luft fliegt. Nach einem Atomkrieg machen sogar Steuergeschenke an die Reichen (bzw. sich selbst) keinen Spaß mehr.

03.01.2018 12:16 Anne 5

Na klar, Trump ist wieder der Dumme, der Böswicht, die Witzfigur. Staatschef Kim Jong Un ist der Gute, der nicht proviziert und nur das Beste für sein Volk möchte.