Angestellte von Foxconn arbeiten in einer Halle.
Der US-Technologiekonzern Apple lässt seine IPhones und andere Produkte seit vielen Jahren vom Unternehmen Foxconn in China montieren. Bildrechte: dpa

Vor G7-Gipfel Trump ruft US-Firmen zu Rückzug aus China auf

Einen Tag vor dem G7-Treffen in Biarritz heizt US-Präsident Donald Trump den Handelskonflikt mit China an: Er rief US-Unternehmen auf, ihre Produktion dort einzustellen. Die Vorzeichen für den Gipfel haben sich damit weiter verschlechtert - es gibt viele weitere Krisen.

Angestellte von Foxconn arbeiten in einer Halle.
Der US-Technologiekonzern Apple lässt seine IPhones und andere Produkte seit vielen Jahren vom Unternehmen Foxconn in China montieren. Bildrechte: dpa

Im Handelsstreit mit China hat US-Präsident Donald Trump amerikanische Konzerne nach Hause beordert. Als Reaktion auf neue Strafzölle der Chinesen für US-Produkte twitterte Trump: "Wir brauchen China nicht und offen gesagt würde es uns ohne sie sehr viel besser gehen." Es müsse und werde aufhören, dass China Geld von den USA stehle. US-Firmen sollten ihre Produktion in China stoppen und in die USA verlegen.

Die wichtigsten Aktienindizes an der Wall Street gaben nach Trumps Äußerung nach, vor allem Technologiewerte büßten an Wert ein. Auch europäische Börsen reagierten mit Abschlägen, der deutsche Leitindex DAX sackte auf 11.611 Punkte ab.

US-Wirtschaft: Trumps Forderung unrealistisch

Wirtschaftsverbände in den USA wiesen die Aufforderung Trumps zur Abkehr aus China zurück. Die National Retail Federation der Einzelhändler sprach von einem "unrealistischen" Aufruf. Ein Sprecher verwies darauf, dass 95 Prozent der Verbraucher auf der Welt außerhalb der USA lebten.

Neue Runde bei Strafzöllen

Zuvor hatte China US-Güter im Wert von rund 75 Milliarden Dollar mit neuen Strafzöllen belegt. Das chinesische Handelsministerium kündigte Zollerhöhungen in zwei Schritten am 1. September und 15. Dezember an – entsprechend der jüngst von Washington verhängten neuen Strafzölle. Demnach soll sich die Zollgebühr für Sojabohnen und Erdölimporte um fünf Prozent erhöhen, für Autos zum Jahresende um 25 Prozent. Peking wählte gezielt Produkte aus, die Trump am Herzen liegen.

Schwieriges G7-Treffen - ohne China und Russland

Damit gibt es beim G7-Gipfel ab Samstag im französischen Seebad Biarritz eine neue akute Baustelle - neben anderen Konflikten, Wirtschafts- und Sicherheitsfragen sowie dem Streitpunkt Klimawandel.

Emmanuel Macron
Gastgeber Emmanuel Macron will versuchen, die G7-Gruppe zusammenzuhalten, aber auch neue Akzente setzen. Bildrechte: dpa

Zum Siebenerkreis gehören die Industriestaaten USA, Japan, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Kanada. Ferner sind zu beim dreitägigen Treffen auch die EU und Vertreter großer Länder wie Indien, Australien sowie aus Afrika und Südamerika dabei. China und Russland sind diesmal nicht eingeladen.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will als Gastgeber einen Neuanfang für die G7 versuchen. Kurzfristig hob er die verheerenden Brände im Amazonas-Regenwald auf die Tagesordnung. Ob sich die Staats- und Regierungschefs der G7 auf eine gemeinsame Abschlusserklärung zu den vielen Problemen einigen können, ist fraglich.

Proteste angekündigt

Aktivisten von Oxfam stehen in Kleidung, die an die an Feuerwehruniformen erinnern soll, und Masken der Staats-und Regierungschefs beim G7-Gipfel 2019
Oxfam-Demonstration in Biarritz. Bildrechte: dpa

Globalisierungskritiker, Klimaschützer und andere Aktivisten planen Proteste. In dieser Woche formierten sich bereits Protestlager an der französisch-spanischen Grenze. Zum Start des G7-Gipfels planten die Aktivisten eine Großdemonstration von Hendaye aus.

Die französische Regierung will Chaos-Szenen mit aller Macht verhindern. 13.200 Sicherheitskräfte sichern das Gipfeltreffen in Biarritz ab.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. August 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. August 2019, 20:11 Uhr

5 Kommentare

Gerd Mueller vor 3 Wochen

Made in GDR (Hergestellt in der DDR) bis 1990 dann Made in Germany (Hergestellt in Deutschland) war geläufig. seit wann, von wem und warum wurde das geändert und somit verschleiert? manche Verpackungen zeigen QR-Code zum einscannen wo dann oft keine Informationen vorliegen. Brauchen wir solch Produkt kaufen wir es trotzdem. Änderungen könnten Verbraucher regeln wenn fehlende Hersteller-Produkte nicht mehr gekauft würden.

H.E. vor 3 Wochen

Ich wäre dafür, daß bei jedem Produkt, was bei uns verkauft wird, das Herkunftsland deutlich zu erkennen ist, damit ich entscheiden kann, will ich aus diesem Land etwas kaufen oder verzichte ich darauf.
Vor kurzem kam in der sehr beliebten swr-Sendung "Kaffee oder Tee", daß z.B. die ganzen Tomatendosen, wenn nicht ausdrücklich z.B. Herkunftsland Italien draufsteht, alle aus China kommen.
So kann ich entscheiden, ob ich ein Produkt, z.B. auch ein Kleidungsstück aus einem Land überhaupt haben möchte, die Menschenrechte mißachten und Kinderarbeit zulassen.

CDU voters vor 3 Wochen

Die Profitgier lies nicht nur amerikanische Konzerne, eigene Produkte in Asien billiger produzieren. Auch unsere Kleidung und Computer oder Mobiltelefone, Tanker, KFZ uvm. wird in Asien hergestellt. Die Selbstversorgung hat Vorteile und erfordert Umdenken von globalem Maximalprofiten zur eigenen Vollbeschäftigung. Gegenseitige Wirtschaftszölle sind so schädlich wie die militärische Aufrüstung und Drohgebärden.

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