4. Juli Trump kritisiert antirassistische Proteste

Am Unabhängigkeitstag kritisiert US-Präsident Donald Trump die Antirassismus-Proteste und die Demokraten. Die friedlichen Demonstranten oder die Toten der Corona-Pandemie würdigt er nicht. Die Zahl der Infektionen steigt.

Donald Trump, Präsident der USA, spricht am Denkmal Mount Rushmore.
Donald Trump während seiner Rede zum Unabhängigkeitstag. Bildrechte: dpa

In einer Rede zum Unabhängigkeitstag hat US-Präsident Donald Trump die Proteste gegen Rassismus im Land kritisiert. "Unsere Nation erlebt eine gnadenlose Kampagne zur Auslöschung unserer Geschichte, zur Diffamierung unserer Helden, zur Ausradierung unserer Werte und zur Indoktrinierung unserer Kinder", sagte Trump am Freitagabend (Ortszeit) mit Blick auf die Zerstörung von Statuen von Persönlichkeiten, die in Verbindung zur Sklaverei stehen.

Keine versöhnlichen Worte

Am Nationalfeiertag nutzte Trump erneut nicht die Gelegenheit zu versöhnlichen Tönen. Der Präsident zeichnete das Bild eines Feindes im Inneren der USA und machte keinen Unterschied zwischen friedlichen Demonstranten und Gewalttätern. Der Angriff auf "unsere großartige Freiheit muss gestoppt werden und wird sehr schnell gestoppt werden", sagte Trump.

US-Präsident Donald Trump hält am Nationaldenkmal am Mount Rushmore anlässlich des Unabhängigkeitstages eine Rede.
Die Rede hielt Trump am Nationaldenkmal am Mount Rushmore. Bildrechte: dpa

Auch die Demokraten griff Trump extrem scharf an. Er warf dem linken Flügel des politischen Spektrums vor, in den Städten des Landes eine "Welle von Gewaltverbrechen" auslösen zu wollen. Es gebe einen "neuen linksradikalen Faschismus, der absolute Gefolgschaft einfordert".

Zuhörer ohne Schutzmasken

Die Rede hielt Trump am Mount Rushmore – dem berühmten Gebirgsfels mit den in Stein gemeißelten Köpfen von vier Ex-Präsidenten. Tausende Menschen waren dort versammelt, in großer Mehrheit ohne Mund-Nasen-Schutz oder Abstand. Die Rede war als offizieller Termin des Weißen Hauses angekündigt, wirkte aber aufgrund zahlreicher Trump-Fans im Publikum wie eine Wahlkampfveranstaltung.

 "Independece Day" Am 4. Juli feiern US-Amerikaner jedes Jahr den "Independence Day". An dem Tag im Jahr 1776 nahmen Abgesandte der 13  amerikanischen Kolonien in Philadelphia offiziell eine Erklärung an, mit der sie sich als Vereinigte Staaten von Amerika von Großbritannien lösten. Seit 1941 ist der Tag in den USA gesetzlicher Feiertag und traditionell Anlass für Paraden, Umzüge, Ansprachen und Feuerwerke. 

Auf die Coronavirus-Pandemie ging Trump nur am Rande ein. Er dankte unter anderem Ärzten und Wissenschaftlern, die "unermüdlich daran arbeiten, das Virus zu töten".

Immer mehr Infizierte

Kurz vor der Ankunft von Trump und seiner Frau Melania am Mount Rushmore meldete die Johns-Hopkins-Universität allerdings einen neuen Höchststand der täglichen Corona-Neuinfektionen: Demnach wurden binnen 24 Stunden mehr als 57.000 neue Infektionen in den USA registriert. Damit wurden insgesamt bereits 2,79 Millionen Ansteckungen nachgewiesen. Die Zahl der Menschen, die an oder mit dem Virus starben, stieg auf knapp 130.000.

Am Freitag wurde außerdem bekannt, dass die Freundin von Trumps ältestem Sohn, Donald Trump Jr., positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Die frühere Journalistin Kimberly Guilfoyle ist die dritte Person mit engem Kontakt zum Präsidenten, die erkrankt ist.

Der frühere Präsident Barack Obama rief die Menschen angesichts des Feiertags zu Besonnenheit auf: "Wir sind alle gefragt, um dieses Virus zu besiegen. Tragt eine Maske. Wascht eure Hände. Und hört auf die Experten, nicht auf die Leute, die versuchen, uns zu spalten."

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 04. Juli 2020 | 06:30 Uhr