New Yorker versammeln sich am Times Square zu einer Kundgebung mit dem Titel Release The Mueller Report!.
Im April hatten Menschen in New York bei einer Demo die Veröffentlichung des Mueller-Berichts gefordert. Bildrechte: dpa

USA Mueller-Bericht: Trump wollte Ermittlungen abwenden

Fast zwei Jahre liefen die Untersuchungen von US-Sonderermittler Mueller in der Russlandaffäre um US-Präsident Donald Trump. Nun ist der Bericht öffentlich. Er enthält spannende Details.

New Yorker versammeln sich am Times Square zu einer Kundgebung mit dem Titel Release The Mueller Report!.
Im April hatten Menschen in New York bei einer Demo die Veröffentlichung des Mueller-Berichts gefordert. Bildrechte: dpa

US-Präsident Donald Trump hat in der Vergangenheit versucht, die Untersuchungen von FBI-Sonderermittler Robert Mueller zu behindern. Das geht aus Muellers Bericht hervor, den das US-Justizministerium am Donnerstag auf seiner Website veröffentlichte.

Trump versuchte, Ermittlungen zu behindern

Im über 400 Seiten zählenden Dokument werden Versuche Trumps aufgeflistet, wie er die Ermittlungen beeinflussen wollte. Sie seien aber meist daran gescheitert, weil Mitarbeiter sie nicht umsetzen wollten. Behinderung der Justiz wirft Mueller dem US-Präsidenten nicht explizit vor. Auf der letzten Seite des Berichtes schreibt der Sonderermittler wörtlich, dass sein Bericht "nicht zu dem Schluss kommt, dass der Präsident ein Verbrechen begangen hat, er entlastet ihn aber auch nicht".

"Zahlreiche Kontakte" zu Russland

onald Trump gestikuliert bei einer Wahlkampfveranstaltung in Cape Girardeau in Richtung seiner Anhänger
US-Präsident Trump hier auf einer Wahlkampfveranstaltung im vorigen Jahr Bildrechte: dpa

Auch stieß Mueller während seiner Untersuchung auf "zahlreiche" Kontakte zwischen Trumps Wahlkampflager und russischen Vertretern. Es habe aber keine ausreichenden Belege zum Nachweis einer Straftat gegeben.

Sonderermittler Mueller hatte fast zwei Jahre lang untersucht, ob es geheime Absprachen zwischen dem Trump-Team und Russland während des Wahlkampfs 2016 gab. US-Geheimdienste gehen davon aus, dass sich Moskau beispielsweise mittels Hackerangriffen in den Wahlkampf eingemischt hatte, um Trump zu helfen. Der Kreml und Trump wiesen das immer zurück.

Trump schockiert über Sonderermittler

US-Sonderermittler Robert Mueller (l) verlässt eine Sitzung des Senatsausschusses
US-Sonderermittler und Ex-FBI-Chef Robert Mueller Bildrechte: dpa

Im Sonderbericht steht zugleich, dass Trump im Frühjahr 2017 von der Ernennung Muellers zum Sonderermittler schockiert war. So beschreibt eine Mitarbeiterin des US-Justizministeriums, dass Trump beim Erhalt der Nachricht in seinen Stuhl zurückgefallen sei und gesagt habe: "Oh mein Gott. Das ist furchtbar. Das ist das Ende meiner Präsidentschaft."

Bericht ist in Teilen geschwärzt

Diverse Passagen im jetzt veröffentlichten Mueller-Bericht sind geschwärzt. Laut US-Justizministerium handelt es sich dabei um Stellen, die Quellen und Methoden der Ermittler enttarnen könnten oder um Informationen zu noch laufenden Ermittlungen oder Gerichtsverhandlungen.

Justizminister verteidigt US-Präsidenten

Donald Trump
Ein Bild von Anfang des Jahres: Trump bei einer Rede vor dem Weißen Haus. Bildrechte: dpa

Bei einer Pressekonferenz kurz vor der Veröffentlichung betonte US-Justizminister William Barr am Donnerstag, dass der US-Präsident keinen Einfluss auf die Schwärzungen genommen habe. Trumps Rechtsbeistand hatte vorab Einsicht in die finale Version des geschwärzten Berichtes gehabt.

Zugleich erklärte Barr in der Pressekonferenz, dass sich Trumps Wahlkampfteam "nicht mit der russischen Regierung verschworen oder koordiniert hätte". Auch habe Trump nichts unternommen, um als Präsident die Ermittlungen zur Russland-Affäre zu behindern. Zu diesem Schluss war Barr bereits gekommen, als er im März den Bericht vom Sonderermittler erhielt.

Verdacht der Demokraten

Die oppositionellen Demokraten hegen den Verdacht, dass in dem Bericht doch belastendes Material über Trump stecken könnte. Sie hoffen, jetzt durch die Veröffentlichung ihre eigenen Untersuchungen gegen Trump voranzutreiben.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 18. April 2019 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. April 2019, 21:17 Uhr

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22 Kommentare

20.04.2019 17:04 Ekkehard Kohfeld 22

@ Maxmoritz 21 Was für ein Glück, dass der amerikanische Präsident nur vom amerikanischen Volk gewählt wird und nicht von deutschen Journalisten! Das gilt auch für andere Nationen (z.B. Polen, Österreich, Ungarn.....)##

Richtig auch gut das Ostfriesen in den USA nicht wahlberechtigt sind oder sonstigen souverän Ländern der Welt sonst hätten wir schon ein Groß Ostfriesland.

20.04.2019 13:15 Maxmoritz 21

Was für ein Glück, dass der amerikanische Präsident nur vom amerikanischen Volk gewählt wird und nicht von deutschen Journalisten! Das gilt auch für andere Nationen (z.B. Polen, Österreich, Ungarn.....)

20.04.2019 12:08 Wessi 20

@ 19 ...welche Anzeigen "gg. Gesetz-Brüche, gg. das GG" werden "behindert"? Wobei sind bei uns die "Medien abgetaucht"?Was verbreiten Sie hier Unwahrheiten?Belege! In den US wird weiter ermittelt.Trump mag Dinge sich so hinrücken wie er sie meint zu sehen, er, oder sein Minister.Der Mueller-Bericht ist den Demokraten nicht ganz gezeigt worden.Selbst denen nicht, die in Ausschüssen die Persönlichkeitsrechte anderer wahren müssen.Das, genau das, lässt tief blicken.Und Kohfeld @ 17/18 Der Rückschluß von Minister Barr ist NICHT der Mueller-Report.Mehr sagte ich nicht.Wo siehst Du da Hetze?

20.04.2019 08:03 Werner 19

@Theophanu 13: Die Ermittlungen müssen weiter gehen, sonst müssten die Medien das Ding mit der "Nase" erklären- wie aus´m Führerbunker: "Wir kapitulieren nicht, niemals!" Trump hat auf Twitter eine eindeutige Bild-Nachricht an die Medien: "Game over". In den USA wird ja wenigstens noch ermittelt und von den Medien riesig befeuert. Das ist noch sowas wie Demokratie. Hier im Land werden Anzeigen zu Gesetzesbrüchen, gegen das GG... Petitionen behindert, und die Medien sind perfekt Abgetaucht. Kein Wunder, wenn man den ehemaligen Kanzleramtssprecher auf einen der wichtigsten Posten zum Zweck gehievt hatte. Mit dem kann man auch mal, mit dumpf-gefahrvoller Hintergrundmusik in den Nachrichten, Personen in Schlüsselpositionen aus dem Amt "befördern", die sich Widerspruch erlaubt hatten. Mittlerweile Einige, und noch nicht die Letzten.
@1: trifft diesmal den Falschen - Artikel ist vom "Zentral- Synchronisator".

20.04.2019 08:01 Ekkehard Kohfeld 18

@ Wessi 14 @ 13 ....keinesfalls ist Trump entlastet.Trump hat Mueller behindert, das steht auch 'drin.Die Erklärungen sind von Barr nicht von Ermittler Mueller.##

Sagen sie mal Wessi ist das angeboren das sie ständig gegen Menschen hetzen die sie nicht mal ansatzweise kennen?

20.04.2019 07:31 Ekkehard Kohfeld 17

@ Wessi 14 ....keinesfalls ist Trump entlastet.Trump hat Mueller behindert, das steht auch 'drin.Die Erklärungen sind von Barr nicht von Ermittler Mueller.##

Das war schon klar das Typen wie sie das Hetzen nicht sein lassen können war ja nicht der Wunschkandidat der Deutschen und der deutschen Medien und woher sie diese Erkenntnisse haben erklären sie uns mal.Sie sind eine Schande für unser Land man kann sich nur noch schämen.

20.04.2019 06:10 Federico 16

Das dieser " Dealmaker Dreck am
Stecken" hat , ist so sicher wie das
" Amen in der Kirche ."
Die Ermittlungen gehen weiter,
und werden diesen Präsidenten,
nicht nur polititisch, bis an Ende
seiner " Dienstzeit ", begleiten .
Das Drehbuch für die " Film-Story "
wird schon heute geschrieben,
und die Geschichte
" liefert die Beweise."

Dieser " unmöglichen " Präsidenten
wird von seiner " loyalen "
Umgebung, bis auf weiteres gestützt und beschützt.
Auch das kennt man (leider)
aus der Geschichte.

Amerika und die Welt wird
das ertragen können(müssen).
Das können auch " Sternstunden
der Demokratie sein."

19.04.2019 19:47 Johny 15

Trumps Anwalt zum Mueller-Bericht: Die Russlandaffäre ist vorbei, sie wissen es nur noch nicht!

19.04.2019 19:38 Wessi 14

@ 13 ....keinesfalls ist Trump entlastet.Trump hat Mueller behindert, das steht auch 'drin.Die Erklärungen sind von Barr nicht von Ermittler Mueller.

19.04.2019 16:42 Theophanu 13

Das Ergebnis ist klar: Es wird zwar weiter an Trump herumkrisitiert, aber die Vorwürfe gegen ihn hatten keine Substanz. Zwei Jahre lang haben uns unsere Medien mit dem ständigen Wiederholen an der Nase herum geführt.
Mal sehen, ob es jetzt Einsicht oder ein Umdenken gibt.
Man sollte auch bedenken: 2 Jahre im Amt, noch keinen Krieg geführt- kein anderer US-Präsident der letzten Jahrzehnte kann das von sich sagen.