Terrorismus Türkei schiebt mutmaßliche deutsche IS-Kämpfer ab

Mehr als 1.000 IS-Anhänger sind in türkischen Gefängnissen - auch viele ausländische Staatsbürger. Die Türkei hat damit begonnen, sie in die jeweiligen Herkunftsländer abzuschieben, unter ihnen auch Deutsche. Außenminister Maas fordert eine Mithilfe der Türkei, damit IS-Anhänger hierzulande vor Gericht gestellt werden können.

IS Kämpfer
Tausende Kämpfer hatten sich auch aus europäischen Staaten dem IS in Syrien und im Irak angeschlossen. Mit den militärischen Erfolgen gegen die Terroristen stellt sich aber zunehmend die Frage, wohin mit den ausländischen IS-Kämpfern? Bildrechte: dpa

Die Bundesregierung hat die geplante Abschiebung von Deutschen aus der Türkei bestätigt. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts erklärte, die Ankündigung dazu sei am Montagmorgen erfolgt. Türkische Angaben, wonach es sich um frühere Kämpfer der Terrormiliz IS handelt, bestätigte er nicht. Das müssten die Sicherheitsbehörden prüfen, sagte der Sprecher.

Eine erste Abschiebung aus der Türkei ist nach seinen Worten bereits am Montag erfolgt. Bei diesem Deutschen habe es keine Verbindung zur IS-Miliz gegeben. Sieben weitere Abschiebungen seien für Donnerstag angekündigt, zwei für Freitag. Bei den insgesamt zehn Abschiebungen diese Woche handle es sich um drei Männer, fünf Frauen und zwei Kinder.

Maas will Mithilfe von der Türkei

Bundesaußenminister Heiko Maas forderte die Türkei auf, zügig weitere Informationen zu den Abschiebungen zu liefern. Maas sagte, wenn Personen einen Bezug zu IS-Kampfhandlungen hätten, wolle man dafür sorgen, dass sie sich in Deutschland vor der deutschen Gerichtsbarkeit verantworten müssen.

Es brauche aber "ausreichend gerichtsfeste Beweise", um jemanden in Haft zu nehmen oder vor Gericht zu stellen. Dafür sei man auf entsprechende Informationen angewiesen. "Und das ist das, was wir von der türkischen Regierung erwarten", sagte Maas.

Seehofer kündigt sorgfältige Überprüfung der Rückkehrer an

Auch Bundesinnenminister Horst Seehofer kündigte sorgfältige Überprüfungen an: "Die Bürgerinnen und Bürger können sich darauf verlassen, dass jeder Einzelfall von den deutschen Behörden sorgfältig geprüft wird", erklärte Seehofer: "Wir werden alles tun, um zu verhindern, dass Rückkehrer mit Verbindungen zum IS zu einer Gefahr in Deutschland werden."

IS-Kämpfer verschiedener Nationalitäten in türkischer Haft

Der türkische Innenminister Süleyman Soylu hatte am Freitag angekündigt, dass die Türkei ab Montag ausländische IS-Anhänger in ihre Heimatländer zurückschicken werde. Das gelte auch dann, wenn ihnen die Staatsbürgerschaft entzogen wurde. Nach Angaben von Präsident Recep Tayyip Erdogan sitzen derzeit 1.149 IS-Anhänger in türkischen Gefängnissen - unter ihnen 737 ausländische Staatsbürger.

Im Zuge der türkischen Militäroffensive in Nordsyrien waren mehrere IS-Kämpfer aus kurdischer Gefangenschaft geflohen. Die Türkei nahm einige von ihnen wieder fest. Mehrere europäische Staaten lehnten es bisher ab, diese IS-Anhänger zurückzuholen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 11. November 2019 | 10:00 Uhr

21 Kommentare

Auf der Sonnenseite des Lebens vor 38 Wochen

"müsste die Merkelregierung im Gegenzug 100 türkische Kriminelle aus unseren Gefängnissen Richtung Erdogans Reich ausfliegen und dort ausladen. "

da würde die UN im Kreis laufen und Deutschland würde von allen möglichen NGO´s verklagt werden ;-) LOL

jochen1 vor 38 Wochen

Für jeden einzelnen der angeblichen deutschen IS-Terroristen, die uns Erdogan per Flugzeug schickt, müsste die Merkelregierung im Gegenzug 100 türkische Kriminelle aus unseren Gefängnissen Richtung Erdogans Reich ausfliegen und dort ausladen.
Erdogan hat bekanntlich Rückgrat und was hat die Merkelregierung ?
Milliarden an das Ausland verschenken und vor anderen Staatsmännern kriechen. Mehr kann man von der Pattex-Truppe" nicht erwarten.

winfried vor 38 Wochen

" ... falls Straftaten vorliegen diese konsequent verfolgen"
Verfolgen und nicht ahnden scheint mir die Devise.
Dabei wäre die Sache mMn ziemlich einfach.
Alle im IS-Gebiet Aufgegriffenen mit der Begründung, Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, sehr sicher unterbringen, gründlich diesem Vorwurf nachgehen, bei Vorliegen, Aburteilung mit Höchststrafe.
Das was ich zu.Zt. sehe, ist die Absicht die Aufgegriffenen wieder auf die Menschheit loszulassen, man weiß nur noch nicht wie man das "verkauft".