Anti-Brexit-Demonstration vor Parlament in London
Anti-Brexit-Demonstration vor dem Parlament in London. Bildrechte: imago images/ZUMA Press

Großbritannien Mehrere Millionen Briten unterzeichnen Anti-Brexit-Petition

In Großbritannien haben mehrere Millionen Menschen eine Online-Petition gegen den geplanten Austritt aus der EU unterzeichnet. Damit könnte das Thema Exit vom Brexit auf die Tagesordnung des Parlaments kommen. Unternehmen und Gewerkschaften warnten im Falle eines ungeregelten Brexits vor einem "nationalen Notstand".

Anti-Brexit-Demonstration vor Parlament in London
Anti-Brexit-Demonstration vor dem Parlament in London. Bildrechte: imago images/ZUMA Press

Mit einer Online-Petition wollen Brexit-Gegner in Großbritannien den Austritt des Vereinigten Königreiches aus der EU verhindern. Bis zum frühen Freitagmorgen kamen bereits mehr als 2,2 Millionen Unterschriften zusammen. Auf der Internetseite des britischen Parlaments, wo die Petition am Mittwoch hochgeladen wurde, wurden bereits am Donnerstag "technische Schwierigkeiten" wegen zu großer Datenmengen registriert. Bis zum Nachmittag verzeichneten die Initiatoren schon über eine Million Unterstützer. Für eine Debatte im Parlament sind 100.000 Unterschriften erforderlich.

"Jetzt oder nie"

Hugh Grant
Gehört zu den Unterzeichnern der Petition: Hollywood-Star Hugh Grant. Bildrechte: imago/ZUMA Press

Die Initiatorin der Petition, Margaret Anne Georgiadou, sagte der BBC: "Für viele Menschen heißt es: Jetzt oder nie." Die Brexit-Gegnerin kritisierte, dass Leute wie sie seit dem Referendum zum Schweigen gebracht und ignoriert worden seien.

Zu den Unterzeichnern gehört auch der Schauspieler Hugh Grant. "Ich habe unterzeichnet wie jeder vernünftige Mensch in diesem Land. Nationaler Notstand", twitterte er. Neben den Menschen in den Anti-Brexit-Hochburgen Nord-London, Bristol und Brighton unterzeichneten vor allem Auslandsbriten in Frankreich und Spanien die Petition.

Warnung vor "nationalem Notstand"

Unterdessen warnten britische Unternehmen und Gewerkschaften für den Fall, dass Regierung und Parlament keinen geordneten Brexit zustande brächten, vor einem "nationalen Notstand". In einem gemeinsamen Brief an Premierministerin Theresa May forderten der Industrieverband CBI und der Gewerkschaftsdachverband TUC am Donnerstag einen "Plan B", um nicht in einen No-Deal-Brexit hineinzuschlittern. Die Entscheidungen der vergangenen Tage hätten dieses Risiko erhöht. Bei einem ungeregelten Ausscheiden Großbritanniens aus der EU drohe aber ein "Schock" für die Wirtschaft, der noch den kommenden Generationen zu schaffen machen werde.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. März 2019 | 20:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. März 2019, 22:18 Uhr

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7 Kommentare

23.03.2019 16:05 Fragender Rentner 7

Angeblich waren doch diese oder viele jetzt demonstrienden Büger nicht in 2016 zur Abstimmung gewesen und nun fordert man Neuwahlen !!! :-(((

Warum waren sie nicht bei der Wahl damals?

Waren wohl im Pup?

23.03.2019 10:01 Carolus Nappus 6

Klare Mehrheiten sehen anders aus. Auch die Frage stellung war vollkommen blödsinnig. Man könnte auch eine Volksabstimmung in Deutschland abhalten, ob die Renten ordentlich erhöht werden sollen. Da würde es auch eine deutliche Mehrheit geben. Und da auch nicht gefragt wurde, wie das bezahlt werden soll,muss die Regierung das umsetzen, darf dafür aber keinen Cent mehr ausgeben, denn das war nicht Bestandteil der Befragung. Viel Spaß beim Umsetzen.

22.03.2019 11:35 Andreas 5

Na ja 2! Klare Merheit war das nicht. Man stellte auch fest das es Milliardäre waren( Finanzierten ), die Massenhafte fehlinformationen in den sozialen Netzwerken streuten um den Menschen Angst zu machen. Gleich nach der Wahl war mit diesen Falschmeldungen schluss. Man könnte auch sagen die Wahl wurde Manipuliert. Es ging diesen Milliardären nur darum das es wenn man aus der EU Austritt leichter wäre Steuergesetze zu machen um mehr Geld zu verdienen. Das hat doch nichts mit Vaterlandsliebe zu tun. Man veräppelt die Leute. Diese Menschen haben andere damit aufgewiegelt das England horende Summen an die EU zahlt. Haben aber vergessen zu sagen das auch horende Summen zurück kommen. Das nenne ich Fehlinformation und Aufwiegelung.

22.03.2019 11:31 mattotaupa 4

@#2: "Die Briten" nein, nur teilnehmende wähler und dazu gehörten z.b. auch bürger aus dem commonwealth, wenn sie in großbritannien wohnen. inder und australier z.b. sind keine briten, waren unter umständen aber stimmberechtigt. "mit klarer Merheit" 51,9% sind keine klare mehrheit und bei ner wahlbeteiligung von 72,2% erst recht keine mehrheit "der briten". "endlich umsetzen" was denn genau? ein konkreter plan lag dem eigentlich unverbindlichem votum nie zugrunde. die einzige konkrete zahl waren die zusätzlichen 350 mio pfund wöchentlich fürs nhs und die war bereits bei erfindung erstunken und erlogen. eine auf lügen basierende knappe entscheidung als weichenstellung für die zukunft?

22.03.2019 10:46 Wessi 3

@ 2 die Briten haben aufgrund von Unwahrheiten für den Brexit gestimmt.Das muß die Politik jetzt korrigieren.Ausserdem: was geht Sie das an? Sie sind doch bekennender Nationaler?

22.03.2019 06:50 Blumenfreund 2

Die Briten haben damals mit klarer Merheit für den Ausstieg aus der EU gestimmt. Die Politiker sollten das endlich umsetzen !!

22.03.2019 03:02 Klaus 1

GB hat nicht nur eine unfähige Regierung, sondern auch unfähige Parlamente.
Seit wie viel Jahren weiß man jetzt schon, dass man austreten will?
Man muss das Rad noch nicht mal neu erfinden, man hätte sich nur an Norwegen oder der Schweiz orientieren können.