Schiffe der ukrainischen Marine werden vom Hafen von Kertsch abgeschleppt, um in die Ukraine zurückgebracht zu werden.
Die zwei ukrainischen Boote, die vor einem Jahr von Russland festgesetzt worden waren, passierten am Sonntag die Meerenge von Kertsch. Bildrechte: dpa

Zeichen der Entspannung Russland übergibt Marineschiffe an die Ukraine

Im Ukraine-Konflikt gibt es ein weiteres Signal der Entspannung: Russland will der Ukraine am Montag drei Schiffe zurückgeben. Sie waren vor einem Jahr festgesetzt worden. Am Montag reist Außenminister Heiko Maas in die Ukraine.

Schiffe der ukrainischen Marine werden vom Hafen von Kertsch abgeschleppt, um in die Ukraine zurückgebracht zu werden.
Die zwei ukrainischen Boote, die vor einem Jahr von Russland festgesetzt worden waren, passierten am Sonntag die Meerenge von Kertsch. Bildrechte: dpa

Russland will am Montag drei Marineschiffe an die Ukraine zurückgeben. Das teilte der russische Inlandsgeheimdienst FSB der Agentur Interfax zufolge mit. Wie der Radiosender Kertsch.FM berichtete, verließen die Schiffe bereits einen Hafen auf der Krim. Wie es weiter hieß, werden sie bereits von ukrainischen Schlepperbooten erwartet, die Übergabe soll in neutralen Gewässern erfolgen.

Die Boote waren vor einem Jahr von Russland festgesetzt worden, mit ihnen 24 ukrainische Marineangehörige. Sie hatten damals versucht, aus dem Schwarzen Meer über die Meerenge von Kertsch ins Asowsche Meer zu gelangen. Seit der Besetzung der Krim im Jahr 2014 betrachtet Russland die Meerenge von Kertsch als sein Hoheitsgebiet und fordert von der Ukraine bei Durchfahrten eine vorherige Anmeldung.

Die 24 festgenommen Matrosen waren bereits im Zuge eines kürzlich erfolgten Gefangenenaustausches freigekommen. Die internationale Gemeinschaft hatte mehrfach auch die Herausgabe der Marineschiffe gefordert, auch Deutschland hatte sich dafür eingesetzt.

Entspannung in Sicht?

Seit dem Amtsantritt des neuen ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hat sich der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine etwas entspannt. Allerdings starb auch an diesem Wochenende wieder ein ukrainischer Soldat durch Beschuss aus dem Separatistengebiet im Osten des Landes.

Die Übergabe der Boote fällt mit dem Besuch von Außenminister Heiko Maas in der Region zusammen. Er reist am Montag in die Ukraine, um weitere Schritte für eine Entspannung des festgefahrenen Konflikts auszuloten. Anfang Dezember wollen sich in Paris zudem Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und Kanzlerin Angela Merkel mit Selenskyj und Kremlchef Wladimir Putin treffen. Russland teilte Interfax zufolge aber mit, die Rückgabe der ukrainischen Boote stehe nicht im Zusammenhang mit dem Treffen in Paris.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 15. Oktober 2019 | 01:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. November 2019, 16:35 Uhr

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