Anhänger von Petro Poroschenko
Stichwahl in der Ukraine Bildrechte: imago images/ZUMA Press

Stichwahl Ukraine wählt neuen Präsidenten

In der Ukraine wird heute ein neuer Präsident gewählt. In einer Stichwahl haben die Bürger die Wahl zwischen Amtsinhaber Poroschenko und dem Politik-Neuling Selenskyj.

Anhänger von Petro Poroschenko
Stichwahl in der Ukraine Bildrechte: imago images/ZUMA Press

In der Ukraine laufen seit dem Morgen die Präsidentschaftswahlen. Rund 30 Millionen Stimmberechtigte sind aufgerufen, sich in einer Stichwahl zwischen Amtsinhaber Petro Poroschenko und dem Politik-Neuling Wolodymyr Selenskyj zu entscheiden. Die Wahllokale schließen um 19 Uhr MESZ. Erste Prognosen werden unmittelbar danach erwartet.

Selenskyj führt in Umfragen

Wolodymyr Selenskyj
Eine Comedy-Serie machte ihn berühmt: Wolodymyr Selenskyj Bildrechte: imago/Ukrinform

Selenskyj hatte den ersten Wahlgang vor drei Wochen deutlich vor Poroschenko gewonnen, die nötige absolute Mehrheit aber klar verfehlt. In Umfragen liegt der Schauspieler, der in einer landesweit bekannten Comedy-Serie bereits den Präsidenten spielt, mit mehr oder weniger großem Abstand vorn. Der Oligarch Poroschenko könnte nach fünf Jahren an der Macht eine krachende Niederlage erleiden.

Schlammschlacht Wahlkampf

Der Wahlkampf zur Stichwahl war in eine politische Schlammschlacht ausgeartet, in der beide Kandidaten sich mit gegenseitigen Vorwürfen überhäuften. Vor allem der blutige Konflikt im Osten der Ukraine war ein wichtiges Thema. Poroschenko war vor fünf Jahren mit dem Versprechen gewählt worden, den Konflikt schnell zu beenden. Nach UN-Angaben sind bei Kämpfen zwischen Regierungssoldaten und prorussischen Separatisten mehr als 13.000 Menschen getötet worden. Die überwiegend russisch-sprachigen Bewohner der umkämpften ostukrainischen Separatistengebiete nehmen an der Wahl nicht teil.

Wahl international von Interesse

Angela Merkel verabschiedet sich von Petro Poroschenko.
Kurz vor der Stichwahl: Merkel empfängt Poroschenko Bildrechte: dpa

Sowohl in der Europäischen Union als auch im benachbarten Russland wird deshalb die Abstimmung mit großem Interesse verfolgt. Das nach IWF-Statistiken ärmste Land Europas steuert einen Kurs Richtung EU und Nato an. Präsident Poroschenko besuchte vor wenigen Tagen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron lud neben Poroschenko auch Selenskyj ein.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. April 2019 | 06:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. April 2019, 11:19 Uhr

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7 Kommentare

22.04.2019 08:51 Ekki 7

Einigung mit Nachbarn wäre für Europa gut und friedenssichernd, auch wenn EU weiter deren Öl + Gas aus Russland bezahlt. Vllt. hilft dem Politik-Newcomer nicht nur sein Mäzen Ihor Kolomojskyj sondern auch Julia Timoschenkos

22.04.2019 00:58 nasowasaberauch 6

Die Ukraine will einen Neuanfang und alle Wähler wissen wem sie da ihre Stimme gegeben haben. Lieber einen Komiker als Politiker ins Amt bringen als einen auf der Stelle tretenden Schmierenkomödianten im Amt belassen. Auch die verblassende Aura von Merkel war nicht mehr hilfreich. Die Menschen wollen endlich Fortschritte sehen, ordentliche Beziehungen zu Russland und vor allem Frieden.

21.04.2019 20:22 Gerd Müller 5

73% für Wolodymyr Selenskyj - ein junger Präsident um den EU, Nato und Russland buhlen. Nato kann Russland zwingen annektierte Krim zurück zu geben. EU die Wirtschaft aufhübschen.

21.04.2019 16:40 Fragender Rentner 4

Das Wichtige daran ist, dass sich Beide an den guten Westen anlehnen wollen.

21.04.2019 15:40 Jürgen Philipp 3

Um was geht es in der Ukraine? Eindeutig um die weiter Eingrenzung des machtmonopols Russland. Alles schon vergessen: 2 plus 4 Vertrag Osterweiterung der Nato über die Ostgrenze wurde durch den Westen nicht eingehalten!Die Russen trauen dem Westen und ziehen ihre Truppen ab. Was macht der Westen? Die Amis bleiben in Deutschland und haben noch Atombomben in Deutschland. Es war der größte politische Betrug nach dem 2. Weltkrieg! Der russische Präsident wurde über den Tisch gezogen. Die Nato ist umgehend aufzulösen da auch der Warschauer Pakt aufgelöst wurde und damit die Nachkriegszeit beendet wurde!

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21.04.2019 14:48 Thore 2

Ob nun ein Oligarch oder ein Comedie-Kasper dieses Land regiert, ....siehe #1 @Gerd Müller

21.04.2019 12:15 Gerd Müller 1

In China ist ein Sack Reis umgefallen, wer glaubt das sich in dem Land was ändert, der zieht auch die Hose mit der Kneifzange an.
Wie viele Milliarden an Steuergeldern hat die Ukraine dem deutschen Michel schon gekostet?
Aber das ist unserer „Politelite“ ja egal, Hauptsache gegen Russland.
Frohe Ostern