Antonio Guterres
Guterres: "Frage von Leben und Tod." Bildrechte: imago/ZUMA Press

Start des UN-Klimagipfels Guterres fordert entschlossenen Kampf gegen Klimawandel

UN-Generalsekretär Guterres hat zur Eröffnung der Weltklimakonferenz im polnischen Kattowitz zu einem entschlossenen Kampf gegen den Klimawandel aufgerufen. Dieser sei eine Frage von Leben und Tod. Die Weltbank will dafür ihre Hilfen auf 200 Milliarden Dollar verdoppeln. Fast 200 Staaten wollen in der laufenden Woche über das weitere Vorgehen im Klimakampf beraten.

Antonio Guterres
Guterres: "Frage von Leben und Tod." Bildrechte: imago/ZUMA Press

UN-Generalsekretär Antonio Guterres hat zu einem entschlossenen Kampf gegen die Erderwärmung aufgerufen. Zum Auftakt der Weltklimakonferenz im polnischen Kattowitz sagte Guterres, bereits jetzt sei der Klimawandel für viele Menschen, Regionen und Staaten eine "Frage von Leben und Tod". Wenn man versage, würden Arktis und Antarktis weiter schmelzen und die Meeresspiegel steigen. Zudem würden immer mehr Menschen an Luftverschmutzung und Wasserknappheit sterben. Nur mit mehr Taten und mehr Ehrgeiz könne ein globales Klima-Chaos verhindert werden.

Weltbank verdoppelt Hilfen

Zuvor hatte die Weltbank in Kattowitz verkündet, ihre Hilfen für den Kampf gegen den Klimawandel in Entwicklungsländer verdoppeln zu wollen. Von 2021 bis 2025 würden 200 Milliarden Dollar bereitgestellt. Das sei doppelt so viel wie zuletzt. Man wolle damit ein Signal an die internationale Gemeinschaft geben, dasselbe zu tun.

Auf dem Klimagipfel in Polen geht es auch um eine Bestandsaufnahme: Was wurde seit dem Pariser Abkommen von 2015 erreicht? Kritiker sagen, dass die bisherigen Zusagen nicht ausreichen, um die gesteckten Ziele zu erreichen.

In Paris hatten sich die Staaten vor drei Jahren darauf geeinigt, die Erderwärmung bis zum Jahr 2100 auf unter zwei Grad zu begrenzen, nach Möglichkeit sogar auf 1,5 Grad. Laut UN-Umweltprogramm Unep hat der Ausstoß von Kohlendioxid zuletzt aber weiter zugenommen. Er sei im Jahr 2017 auf 53,5 Milliarden Tonnen gestiegen. Wenn die Länder so weiter machten wie bisher, werde sich die Erdtemperatur bis Ende des Jahrhunderts um etwa 3,2 Grad im Vergleich zur Zeit vor der Industrialisierung erhöhen.

Deutschland verfehlt eigenes Klimaziel

Fahnen mit dem Logo der Klimakonferenz der Vereinten Nationen "COP24" hängen vor dem Veranstaltungsort. Der UN-Klimagipfel zum Klimawandel findet vom 03.-14.12.2018 in der südpolnischen Stadt Kattowitz statt
Offizieller Beginn der Weltklimakonferenz in Katowice ist am Montag. Bildrechte: dpa

Auch hat Deutschland Schwierigkeiten, seine selbst gesteckten Ziele zu erreichen. Dem Klimaschutzbericht des Bundesumweltministeriums zufolge wird der Kohlendioxid-Ausstoß bis 2020 nur um 32 Prozent im Vergleich zu 1990 reduziert. Angekündigt waren 40 Prozent. Zudem muss Bundesumweltministerin Svenja Schulze ohne Kohleausstiegsplan nach Polen reisen. Grund ist, dass sich die von der Bundesregierung eingesetzte Kohlekommission bislang nicht auf ein Ausstiegszenario einigen konnte.

Dafür hat Deutschland bei der Finanzierung des milliardenschweren Klimafonds bereits vorgelegt. Statt wie bisher 750 Millionen Euro hat die Bundesregierung nun 1,5 Milliarden ab 2019 zugesagt. Jährlich sollen aus dem Fonds 100 Milliarden US-Dollar (88,4 Milliarden Euro) an Entwicklungsländer fließen.

USA und Brasilien ziehen sich zurück

Donald Trump
US-Präsident Trump will das Pariser Abkommen verlassen. Bildrechte: imago/MediaPunch

Die Europäische Union hat bislang keine konkreten Zusagen gefasst. Stattdessen formulierte der zuständige Klimakommissar Manuel Canete ein unverbindliches Ziel für das Jahr 2050. Bis dahin solle die Staatengemeinschaft unterm Strich kein zusätzliches CO2 emittieren.

Andere Staaten ziehen sich ganz aus dem Vertrag zurück. Im Juni 2017 erklärten die USA ihren Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen. Der Austritt wird aber erst 2020 gültig, sodass die USA in Katowice mit am Tisch sitzen. US-Präsident Donald Trump kündigte vorab an, die in Paris gemachten Zusagen nicht weiter einzuhalten und auch nicht mehr in den Klimafonds einzahlen zu wollen.

Auch Brasilien werde aus dem Abkommen aussteigen, kündigte der neu gewählte Präsident Jair Bolsonaro im Oktober 2018 an. Darüber hinaus werde er weiter Rodungen im Amazonas-Regenwald zulassen, einem der größten natürlichen CO2-Speicher der Welt. Brasilien will auch nicht mehr den Weltklimagipfel 2019 ausrichten und zog seine Kandidatur zurück.

Gipfel in Katowice soll Klarheit bringen

Um die Ziele nicht völlig aus den Augen zu verlieren, will die UN-Konferenz in Katowice ein sogenanntes Regelbuch erstellen, eine Art Gebrauchsanleitung für das Pariser Abkommen. Die soll festlegen, welche Rechte und Pflichten einzelne Staaten haben. Dennoch soll es bei freiwilligen Klimabeiträgen der Länder bleiben.  

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 03. Dezember 2018 | 06:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Dezember 2018, 12:12 Uhr

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78 Kommentare

05.12.2018 20:39 goffman 78

@ Ekkehard Kohfeld 71: Der von Ihnen erwähnte Artikel ist tatsächlich interessant. Weniger, wegen der CO2 Einsparung in Amerika (wobei die wohl eher auf Obamas Regierung und das Handeln lokaler Akteure zurückgeht und generell nicht wundert - wer viel Mist macht, kann in absoluten Zahlen leicht viel einsparen), sondern weil dort ein Lösungsansatz erwähnt wird: Großbritannien hat wohl durch Einführung eines CO2 Mindestpreises ebenfalls viel weniger CO2 emittiert. So in der Art könnte das auch global funktionieren. Besser vielleicht durch Einführung einer CO2 Steuer, deren Ertrag an anderer Stelle dem Bürger erlassen werden muss - zum Beispiel, indem der Lohnsteuerfreibetrag in entsprechender Höhe gesenkt wird, oder um damit ein bedingungsloses Grundeinkommen zu finanzieren. (Oder wie auch immer, Hauptsache so, dass dem Bürger unterm Strich keine Mehrbelastung entsteht - ansonsten ist das Gemecker wieder zu groß.)

05.12.2018 17:55 Danke an "Denkschnecke liegt richtig" 77

Liebe Denkschnecke,
Ihre Beiträge haben eindrucksvoll dargestellt, dass rechtes Hetzen gegen Flüchtlinge und Afrikaner Unsinn und dumme Propaganda ist. Leider gibt es hier viele, die weder in Mathe (!) noch in Deutsch und schon gar nicht in Physik besondere Stärken haben wie z.B. Herr Kohfeld. Der glaubt ja sogar, dass die USA die "weltweit beste Klimabilanz" haben, nur weil sie laut "Welt" 2017 die größten CO2-Einsparungen erzielen konnten. Dass die USA jedoch zu den vier (!) größten CO2-Produzenten der Welt zählen, hat er offensichtlich ebenso bewusst verschwiegen wie die Tatsache, dass Herr Trump aus dem Klimapakt ausgetreten ist und daher zukünftig eher nicht damit zu rechnen ist, dass die USA größere Anstrengungen zur weiteren Senkung des CO2-Ausstoßes unternehmen werden.

05.12.2018 17:09 Denkschnecke 76

@73 Ekkehard Kohfeld:
Doch noch eine Äußerung von mir.
Jetzt (@73) habe ich Sie überhaupt erst verstanden, Herr Kohfeld. Aber für den CO2-Beitrag von Wärmeerzeugung allein fehlen mir Daten. (Kraft-Wärme-Kopplung!) Wärme + Stromerzeugung gemeinsam muss ich nicht ausrechnen, das hat das Umweltbundesamt schon getan: 85%. Niemand hier hat etwas anderes behauptet, es geht ja schon dauernd um Kraftwerke. Sind Sie für eine Temperaturbegrenzung auf 21°C in Wohnräumen? Ich bin dabei.
Das Stichwort "Diesel" kommt in diesem Thread nur bei 20 und 29 vor und eben bei Ihnen, lesen Sie selbst. Bei den aktuellen Dieselfahrverboten geht es im Übrigen auch mitnichten ums Klima, sondern um die Stickoxide hier unten.
Und ich muss zerknirscht meinen letzten Post korrigieren: Feinstaub fördert sehr wohl den Treibhauseffekt, sogar stark. (Ich hatte nur den gesundheitsschädlichen Aspekt auf dem Schirm.)

05.12.2018 17:07 007 75

@ Denkschnecke 72 ... Sie scheinen ja absolut davon überzeugt, dass der Mensch das Klima macht. Hmmm, u das die Erde eine Scheibe ist wussten sie? Unser Klima bestimmt zuerst mal die Sonne. Die Entfernung zur Sonne. Verwechseln sie nicht Wetter mit Klima. Klimaschwankungen gibt es solange sich die Erde in diesem Sonnensystem dreht. Wenn es denn angeblich so schlimm um unser Klima steht, wieso gibt es dann in dieser Welt einen Handel von Emissionen? Hahahaha ist das nicht wie ein Stück aus dem Tollhaus? Da faseln die Klimafanatiker es wäre eine Existenzfrage für die Menschheit u was machen sie selbst? Sie drücken ihre zu hohen Emissionen anderen Länder auf, sie handeln damit u zahlen dafür. Das ist ungefähr so, als wenn wir auf der nach vorn sinkenden Titanin versuchen würden, dass Wasser ins Heck zu schaufeln u die hinteren Passagiere noch dafür bestechen ...

05.12.2018 16:18 Ekkehard Kohfeld 74

@ Denkschnecke 72
2. Ich bin kein "Matte Genie", aber ich kann mir erinfach ausrechnen (und habe Sie daran teilhaben lassen), dass z.B. der Bevölkerungswachstum in Afrika kaum etwas zum CO2-Ausstoß beiträgt.#
Ich kann hier keine Rechnung sehen und jetzt schmeißen sie schon Kommentare durcheinander,ich habe nicht eine Silbe zu Afrika geschrieben.
##
Ich verstehe nicht, warum Herr Kohfeld hier Skilifte ins Spiel bringt, wenn sie nicht den generellen Temperaturanstieg anzweifeln.##
Was sie da jetzt durcheinander Würfeln ist echt sehenswert.
1.Skilifte da ging es darum warum die in Mittelgebirgen immer noch neu Skilifte und sogar neue Gebiete für viel Geld erschließen obwohl doch ihre sogenannten Experten
sagen in den Mittelgebirgen wird es durch die befürchtete Klimaerwärmung kein Schnee mehr geben,das beisst sich doch oder nicht,kann man das so schwer verstehen???
Tut mir leid aber bitte nicht böse sein was haben sie geraucht selten so ein durcheinander gesehen?

[Liebe User, bitte bleiben Sie beim Thema. Kommentare ohne Bezug zum Thema des Artikels werden entsprechend unserer Kommentarrichtlinien (http://www.mdr.de/service/kommentarrichtlinien100.html ) nicht freigegeben. Ihre MDR.de-Redaktion]

05.12.2018 13:51 Ekkehard Kohfeld 73

Schon komisch das alle auf den KFZ (Diesel) rum hacken.

"Heizen: Westen mit hohen CO2-Emissionen - COMPUTER BILD 08.03.2017 - In Deutschland entstehen mehr als zwei Drittel aller CO2-Emissionen in Wohngebäuden."

Wie wäre es mit einem Heizverbot statt einem Dieselfahrverbot????

05.12.2018 13:46 Denkschnecke 72

@ 68:
Eine allerletzte Antwort auf diesen vollkommen unsachlich gewordenen Thread:
1. Ich verstehe nicht, warum Herr Kohfeld hier Skilifte ins Spiel bringt, wenn sie nicht den generellen Temperaturanstieg anzweifeln.
2. Ich bin kein "Matte Genie", aber ich kann mir erinfach ausrechnen (und habe Sie daran teilhaben lassen), dass z.B. der Bevölkerungswachstum in Afrika kaum etwas zum CO2-Ausstoß beiträgt.
3. Mir sind solche satzbaufrei hingek...en Posts wie 68 zu mühsam zu lesen. Ich lese sie nicht mehr.
4. Feinstaub hat nach meinem geringen Wissen mit dem Klimawandel überhaupt nichts zu tun - außer dass er auch durch Verbrennungsmaschinen erzeugt wird.

05.12.2018 13:37 Ekkehard Kohfeld 71

Ach übrigens noch etwas für unsere Hetzer gegen Trump (USA) in Richtung Klimaschutz.

Ausgerechnet Trumps Amerika hat die weltweit beste Klimabilanz Veröffentlicht am 22.03.2018 welt.de

05.12.2018 13:00 Danke an "Bernd L versteht die Welt nicht" 70

@Bernd L: Die Unstimmigkeiten Ihrer Beiträge machen sie leider nicht glaubhafter.

Zitat: "Wiedermal kein Wort von Gueteres zu einer Hauptursache für Klimawandel und viele andere Probleme: der Bevölkerungsexplosion in Afrika und Asien."

Zitat: "Der Anteil des Menschen am Klimawandel ist klein. Der von Deutschland ist verschwindend klein."

Zitat: "Der Mensch erhöht durch seine Existenz und sein Wirken die CO2-Bilanz am meisten."

Der Anteil der Menschen am Klimawandel ist also klein, die Hauptursache sind aber Afrikaner und Asiaten! Weil viele arme Menschen (ohne Kfz, ohne Flugreisen, ohne Mega-Industrie, usw.) die CO2 Bilanz beeinflussen.

VERSTEHEN und vor allem GLAUBEN Sie sich eigentlich noch selbst?

05.12.2018 12:42 Ekkehard Kohfeld 69

@ Denkschnecke 67 CO2-Emission ist nicht vom Faktor Bevölkerung getrieben, sondern vom Faktor Wohlstand. Und das ist es, was geändert werden muss. Nicht der Wohlstand, sondern die Abhängigkeit.##So nochmal sie wollen beweisen das der Klimawandel durch Menschen gemacht ist dann bringen sie uns auch Zahlen z.B.wie viel
Co2 und Feinstaub durch Fossile Brennstoffe entstehen in Heizungen und Öfen weltweit und ich vermute das ist der größte Anteil denn die haben nicht einen Filter.Passt aber nicht ins Bild kann man die KFZ oder Kohlekraftwerke nicht mit schlecht machen.
Nun los Zahlen auf den Tisch,oder gehören die nicht zu einer korrekten Berechnung?Dann ist das ganze einfach eine Riesen Lüge weil die Berechnungen völlig falsch sind.