Hassan Ruhani, Präsident des Iran, spricht vor der 73. Generalversammlung der Vereinten Nationen im UN-Hauptquartier.
Irans Präsident Ruhani nannte die US-Politik "absurd und abnormal". Bildrechte: dpa

UN-Vollversammlung Alle gegen Trump

Auf der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York haben Frankreichs Präsident Macron, der türkische Präsident Erdogan und der iranische Präsident Hassan Ruhani die Politik der USA kritisiert. UN-Generalsekretär António Guterres beklagte zunehmenden Populismus.

Hassan Ruhani, Präsident des Iran, spricht vor der 73. Generalversammlung der Vereinten Nationen im UN-Hauptquartier.
Irans Präsident Ruhani nannte die US-Politik "absurd und abnormal". Bildrechte: dpa

Die Rede von US-Präsident Donald Trump bei der UN-Vollversammlung, in der er von einer "Doktrin des Patriotismus" sprach, hat deutliche Reaktionen anderer Staatschefs hervorgerufen. Besonders scharf rechnete Irans Präsident Hassan Ruhani mit seinem Amtskollegen ab. Er sagte:

Dem Multilateralismus entgegentreten ist kein Zeichen der Stärke, sondern ein Symbol der Schwäche des Intellekts.

Hassan Ruhani Iranischer Präsident

Ruhani konterte die heftige Kritik Trumps, der den Iran als "korrupte Diktatur" bezeichnet hatte. Trump trampele auf den globalen Regeln herum und handele "absurd und abnormal". Die Wirtschaftssanktionen, die von den USA gegenüber dem Iran ausgesprochen wurden, seien eine Form von "Wirtschaftsterrorismus".

Zugleich streckte Ruhani aber auch eine Hand in Richtung USA aus: "Wir laden Sie ein, an den Verhandlungstisch, den Sie verlassen haben, zurückzukommen", sagte er.

Macron wirbt für Klimaschutz

Emmanuel Macron, Präsident von Frankreich, spricht vor der 73. Generalversammlung der Vereinten Nationen im UN-Hauptquartier.
Emmanuel Macron bei seiner Rede vor der Vollversammlung. Bildrechte: dpa

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron rief in seiner Rede dazu auf, die Einhaltung des Pariser Klima-Abkommens zur Voraussetzung für neue Handelsabkommen zu machen. "Auch diejenigen, die die Realität anfechten, werden wie alle anderen ihre Konsequenzen erleiden", sagte Macron. "Lasst uns nicht länger Handelsabkommen mit Ländern abschließen, die das Pariser Abkommen nicht respektieren." Damit wandte sich Macron direkt gegen die USA, die ihren Austritt aus dem Abkommen erklärt haben.

Erdogan warnt vor Protektionismus

Auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wandte sich gegen die USA. Er kritisierte die "willkürliche Kündigung von Handelsabkommen, den sich ausbreitenden Protektionismus und die Anwendung von Wirtschaftssanktionen als Waffen". Zwar erwähnte Erdogan die USA nicht namentlich, verwies aber auf "Länder, die ständig versuchen, Chaos zu stiften".

Guterres sieht Vertrauen schwinden

UN-Generalsekretär António Guterres
UN-Generalsekretär António Guterres. Bildrechte: DPA

UN-Generalsekretär António Guterres plädierte in seiner Eröffnungsrede eindringlich für eine Neubelebung der internationalen Kooperation. Um Kriege zu vermeiden und die Welt sicherer zu machen, müssten sich die Staaten für ein reformiertes und gestärktes multilaterales System einsetzen, forderte Guterres.

Er beklagte, dass das Vertrauen unter den Staaten sowie zugleich das Vertrauen der Bürger in ihre Regierungen abgenommen habe. Die Polarisierungen nähmen zu, und der Populismus sei auf dem Vormarsch.

Maas spricht Freitag

Deutschland wird in der UN-Generaldebatte durch Außenminister Heiko Maas (SPD) vertreten, der seine Rede am Freitag halten wird. Maas formulierte in New York kurz vor Beginn der Generaldebatte ähnliche Forderungen wie der UN-Generalsekretär: "Wir haben uns fest vorgenommen, den Multilateralismus auch in schwierigen Zeiten zu stärken, und die Vereinten Nationen sind das Herz des Multilateralismus."

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL Fernsehen | 25. September 2018 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. September 2018, 22:00 Uhr