Rauch und Wasserdampf steigen aus den Schornsteinen und Kühltürmen im Kohlekraftwerk Laziska bei Kattowitz
Die Erderwärmung auf deutlich weniger als zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit begrenzen - für dieses Ziel reichen die bisherigen Zusagen bei weitem nicht. Bildrechte: dpa

Kattowitz Weltklimakonferenz muss in die Verlängerung

Auf 140 Seiten sollen die Ergebnisse UN-Klimakonferenz zur praktischen Umsetzung des Pariser Klimavertrags von 2015 festgehalten werden. Doch auch nach zwei Wochen ringen die Verhandlungspartner noch um einige Punkte. Welche das sind - ein Überblick.

Rauch und Wasserdampf steigen aus den Schornsteinen und Kühltürmen im Kohlekraftwerk Laziska bei Kattowitz
Die Erderwärmung auf deutlich weniger als zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit begrenzen - für dieses Ziel reichen die bisherigen Zusagen bei weitem nicht. Bildrechte: dpa

Zum Abschluss der Weltklimakonferenz im polnischen Kattowitz zeichnet sich ein hartes Ringen ab. Nach zwei Wochen gilt eine Verlängerung der Verhandlungen über das Abschlussdokument bis mindestens Samstag als sicher. Wichtige politische und technische Fragen waren am Freitag noch ungelöst.

Einhaltung von CO2-Zielen

Das rund 140-seitige Dokument soll die praktische Umsetzung des Pariser Klimavertrags aus dem Jahr 2015 festhalten. Damals war unter anderem festgehalten worden, dass ab 2023 alle fünf Jahre Bilanz gezogen werden soll, wie die Staaten ihre jeweiligen Zusagen zum Klimaschutz tatsächlich erfüllt haben.

Während die EU versprochen hatte, bis 2030 den CO2-Ausstoß um 40 Prozent zu senken, setzten andere Staaten ihre Ziele etwa in Abhängigkeit ihres jeweiligen Wirtschaftswachstums. Anderen Ländern fehlt noch ein System zur Erfassung des CO2-Ausstoßes. Ein Ausschuss soll bei Verfehlungen tätig werden - dessen Befugnisse werden noch verhandelt.

Hilfe für besonders betroffene Staaten

Für die am meisten vom Klimawandel betroffenen und ärmeren Staaten sollen die reicheren Industrieländer Verantwortung übernehmen.

In Paris war bereits vereinbart worden, ab 2020 jährlich 100 Milliarden Dollar für die technologische Entwicklung für eine klimafreundliche Wirtschaft zur Verfügung zu stellen.

Die Entwicklungsländer fordern aber genauere Zusagen, wie und wann sie mit Hilfe rechnen können. Einige wünschen sich von den reicheren Ländern eine Art Klimaversicherung, die für Schäden durch Wirbelstürme oder Dürren aufkommt.

Markt für Verschmutzungsrechte

Schülergruppen demonstrieren anlässlich des UN-Klimagipfels in Kattowitz unter dem Motto "Streik für das Klima" vor dem Deutschen Bundestag für Klimaschutz und halten ein Plakat mit der Aufschrift "Dei Zeit läuft - Klimaschutz jetzt!".
Klimaprotest deutscher Schüler Bildrechte: dpa

Vorgesehen ist auch ein Marktmechanismus, nach dem Länder oder Unternehmen mit hohen Emissionen in Klimaschutz-Projekte in ärmeren Ländern investieren und dies auf die eigene Bilanz anrechnen lassen können. Ein Teil dieser Geschäfte soll in einen weltweiten Hilfstopf fließen. Kritiker fürchten jedoch, dass die Investitionen eher in Schwellenländer fließen. Ärmere Inselstaaten, die vom Anstieg des Meeresspiegels besonders betroffen sind, hätten von dem System dagegen nichts.

Klimaschäden systematisch erfassen

Die ärmeren und stärker betroffenen Staaten dringen darauf, Schäden und Verluste durch den Klimawandel deutlich anzuerkennen. In den Berichten der Staaten sollten sie als eigene Kategorie vorkommen - und nicht in Fußnoten rutschen. Auch Hilfsorganisationen beklagen, die Anerkennung des extrem wichtigen Themas sei verwässert worden. Die Industriestaaten hingegen fürchten, sie könnten dadurch haftbar gemacht werden für die Schäden anderswo.

Forderung nach ambitionierteren Zielen

Vertreter der High Ambition Coalition mit Bundesumweltministerin Svenja Schulze halten auf einer Pressekonferenz beim Weltklimagipfel ein Banner mit der Aufschrift «Together for Ambition».
Vertreter der "High Ambition Coalition" mit Bundesumweltministerin Svenja Schulze halten auf einer Pressekonferenz beim Weltklimagipfel ein Banner mit der Aufschrift "Together for Ambition". Bildrechte: dpa

Kurz vor dem geplanten Schluss der Weltklimakonferenz hatten ein Bündnis von Industrie- und Entwicklungsländern sowie Klimaschützer mehr Ehrgeiz für die geplante Gipfel-Erklärung verlangt. Deutschlands Umweltministerin Svenja Schulze, EU-Umweltkommissar Miguel Arias Cañete und Vertreter etwa der Marshallinseln, der Malediven und Äthiopiens präsentierten ein Banner mit der Botschaft "Together for Ambition" ( Zusammen für Ehrgeiz ).

Was vorliege, sei eine gute Grundlage, reiche aber nicht, sagte die SPD-Politikerin Schulze. Greenpeace-Chefin Jennifer Morgan forderte, insbesondere die Industriestaaten einschließlich der EU müssten sich verpflichten, bis 2020 ihre Ziele im Kampf gegen die Erderhitzung deutlich zu verschärfen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 14. Dezember 2018 | 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Dezember 2018, 19:12 Uhr

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8 Kommentare

15.12.2018 11:00 H.E. 8

@1 frank d
Ich kann alles unterschreiben was sie sagten.
Ein Verkehrsflugzeug von Frankfurt nach Singapur benötigt ungemein viel Sprit, ein ganz normales Auto, das man wöchentlich mit Euro 50 auftankt, könnte dafür über 100 Jahre lang fahren.
Bei den über 20.000 Teilnehmern sind höchst wahrscheinlich die meisten auch mit dem Flugzeug nach Kattowitz angereist und nicht mit dem Fahrrad.
Ich versuchte immer mein Leben lang umweltbewußt zu leben, auch heute noch, aber was inzwischen gefordert wird ist nicht mehr nachvollziehbar. Auch Staaten wie China, Brasilien, Saudiarabien etc. etc. sollten sich auch an die gleichen Richtlinien und Energieeinsparungen halten wie es den westlichen Staaten vorgegeben wird.
Noch ein anderer Punkt der nicht zu diesem Thema gehört aber auch zu Umweltproblemen ist der Plastikmüll in den Meeren. China, Indien, Indonesien, Vietnam und Malaysia sind die Hauptverursacher, aber auch in diesem Punkt muß Europa die Weltmeere wieder retten.

15.12.2018 09:27 Chlamydia 7

Das Märchen vom Klimawandel....
CO2-Lüge..
Das Kasperletheater um den Feinstaub wo der überwiegende Teil gar nicht vom Diesel stammt....
Geo-Engineering.....

15.12.2018 09:26 Ekkehard Kohfeld 6

Aktuelle Nachricht für unsere selbst ernannten Klimaschützer die Mittelgebirge bauen immer weiter neu Skilifte und erschließen für viel Geld sogar ganze neue Regionen,gestern im WDR Winterberg hat in den letzten 10 Jahren 40 Millionen investiert ind den Schnee (Sand) gesetzt?Das tun die bestimmt weil die sogenannten Experten gesagt haben in den Mittelgebirgen wird es keinen Schnee mehr geben,auch übrigens wo ist die Klimaerwärmung gerade?In Urlaub?Es hat geschneit und die Schneekanonen laufen man rechtet in Winterberg mit einem super Winterwochenende.Was für eine verarsche.

15.12.2018 01:46 Sabrina 5

Klar doch, die Erderwärmung ist sooooooo katastrophal.
Wie schön ist das doch auf Grönland und der Antarktis. Lebensmittel im Überfluss und hohe Bevölkerungsdichte, weil es sich in der Kälte so gut lebt.
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Für jeden erfrorenen oder kältebedingt vorzeitig sterbenden Menschen 1 jahr Gefängnis für diese Klimaschwindler !
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Gleichzeitig ist aktuell zu lesen, dass immer mehr Urwälder für Kakaoplantagen gerodet werden oder für Super E10 Biomasse-Benzin.
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Übrigens haben wir derzeit keine Erderwärmung, sondern seit etwa 2003, also seit ca. 15 jahren eine Abkühlung !
Das hängt auch mit der Waldrodung und damit der Austrockung des Festlandes zusammen, in deren Folge viel mehr Sonnenenergie zurück in den Weltraum abgestrahlt wird und zudem die Abgabe der Wärme der Erde an den Weltraum viel größer ist.
Wasser hat nämlich eine sehr sehr wichtige Eigenschaft: eine sehr hohe spezifische Wärmekapazität. Deshalb braucht es viel Energie um sich zu erwämen.

14.12.2018 22:56 Atheist aus Mangel an Beweisen 4

Ich bin Realist und habe mich weder vom Waldsterben noch von toten Fischen in Flüssen populistisch beeinflussen lassen.
Viel zu viele verdienen genau mit dieser Art der Angst viel zu viel Geld.
Leider lassen sich Menschen nur vom Populismus leiten.

14.12.2018 22:33 mitteldeutscher 3

Wieviel Kindern in der dritten Welt könnte man wohl von dem Geld, was diese "sogenannten Klimaspezialisten" in den 2 Wochen verlebt haben, eine warme Mahlzeit am Tag oder ärztliche Hilfe geben. Wenn diese Leute abends in ihrem 5 Sterne Hotel in ihren Betten liegen, selbstverständlich nach einem üppigen Abendessen, denkt keiner an diese Menschen. Alles nur heiße Luft !!!!!!

14.12.2018 20:08 Hanilein 2

Zitat 2017: >Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht das Klimaziel der Bundesregierung bis 2020 nicht in Gefahr. Dabei setzt sie offenbar weniger auf den Kohleausstieg und mehr auf das CO2-Einsparpotenzial im Gebäudebereich. "Wir werden Wege finden, wie wir bis 2020 unser 40-Prozent-Ziel einhalten. DAS VERSPRECHE ICH IHNEN", sagte die Bundeskanzlerin in der ZDF-Sendung "Klartext Frau Merkel" auf eine Bürgerfrage. Allerdings sei dazu noch "viel zu tun", so Merkel. Dabei führte sie aus, dass die Abschaltung der Braunkohlekraftwerke bis 2020 nicht nötig sei. <
Im Bundestag vor 3 Tagen: >Sie sei Physikerin und kennt die Wahrheit der Zahlen <
Fragen: Wahlversprechen = Wahlverbrechen? Was interessiert mich mein mein Geschwätz von gestern? WIR schaffen WAS ?

14.12.2018 19:37 frank d 1

Was für Helden, seit 20 Jahren düsen sie meist mit dem Flieger aber immer in Armeestärke um den Planeten um das Klima zu schützen ;-) und alle paar Jahre kreißt der Berg und eine Neue Ablasshandel-Idee wird geboren. All diese hauptamtlichen Klimaschützer leben so insgesamt nicht schlecht davon, meist besser als der Durchschnitt. und mal ganz unter uns natürlich verschmutzt der Klimaschutz die Umwelt! all die Aktivisten wollen ja gut leben und dann noch ihre Besseralsalleweltseinheit ausleben in steuerfinanzierten Projekten. was für irre