Greta Thunberg spricht auf einer Bühne.
Greta Thunberg: Wie könnt Ihr es wagen zu glauben, dass man das lösen kann, indem man so weiter macht wie vorher? Bildrechte: imago images/TT

UN-Klimagipel Thunberg: Wie könnt ihr es wagen?

In New York ist der Klimagipfel der Vereinten Nationen gestartet. UN-Generalsekretär Guterres hatte die Staats- und Regierungschefs von 60 Ländern eingeladen, um über Vorschläge für den Klimaschutz zu beraten. Noch einmal wandte sich die Schwedin Greta Thunberg mit einem eindringlichen Appell an die Politiker. Bundeskanzlerin Angela Merkel versicherte, in Deutschkand habe man den Weckruf gehört. Überraschend saß auch US-Präsident Donald Trump im Plenum.

Greta Thunberg spricht auf einer Bühne.
Greta Thunberg: Wie könnt Ihr es wagen zu glauben, dass man das lösen kann, indem man so weiter macht wie vorher? Bildrechte: imago images/TT

In einer hoch emotionalen Wutrede hat die schwedische Klima-Aktivistin Greta Thunberg aif dem Klimagipfel der UNO in New York den Staats- und Regierungschefs mangelnde Handlungsbereitschaft vorgeworfen. Mit Tränen in den Augen sagte sie: "Wie konntet Ihr es wagen, meine Träume und meine Kindheit zu stehlen mit Euren leeren Worten?".

Wir stehen am Anfang eines Massenaussterbens und alles, worüber Ihr reden könnt, ist Geld und die Märchen von einem für immer anhaltenden wirtschaftlichen Wachstum.

Greta Thunberg

Thunberg sagte, die wissenschaftlichen Vorhersagen zum Klimawandel seien seit Jahrzehnten mehr als deutlich: "Wie könnt Ihr es wagen zu glauben, dass man das lösen kann, indem man so weiter macht wie vorher - und mit ein paar technischen Lösungsansätzen?".

Jugendliche reichen Menschenrechtsbeschwerde ein

Die 16-Jährige und 15 weitere Jugendliche aus zwölf verschiedenen Ländern reichten am Montag bei der UNO eine Menschenrechtsbeschwerde zum Klimawandel ein. Sie richteten ihre Beschwerde an den UN-Kinderrechtsausschuss. Darin werfen sie den Staaten vor, zu wenig gegen den Klimawandel zu tun und damit gegen die weltweit gültigen Kinderrechte zu verstoßen.

Merkel: Wir haben den Weckruf gehört

Zu den Rednern auf dem Gipfel gehörte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel. "Wir alle haben den Weckruf der Jugend gehört", versicherte die deutsche Regierungschefin. Merkel hatte Thunberg vor den Eröffnungsreden des Klimagipfels getroffen.

Es gebe keinen Zweifel, dass der Klimawandel im Wesentlichen von Menschen gemacht ist, sagte Merkel. Die Industriestaaten seien Verursacher der Erderwärmung, die Entwicklungsländer die Hauptleidtragenden: "Deshalb haben wir als Vertreter der Industrieländer die Pflicht, Innovation, Technologie und Geld einzusetzen, um den Weg zu ebnen, um die Erderwärmung zu stoppen." 

Merkel stellte das in der vergangene Woche verabschiedete Klimapaket der Bundesregierung vor und sagte, Deutschland stehe vor einem tiefgreifenden Wandel, bei dem man durch Anreize die Menschen mitnehmen müsse: "Wir werden unseren Beitrag zu einer nachhaltigen Wirtschaft und zu einem nachhaltigen Leben weltweit leisten."

Guterres: ältere Generation bei Klimaschutz versagt

Antonio Guterres
Antonio Guterres Bildrechte: dpa

Zu dem eintägigen Gipfel hatte UN-Generalsekretär António Guterres Vertreter jener Länder eingeladen, die konkrete Klimavorschläge haben oder besonders unter dem Klimawandel leiden. Vor rund 60 Staats- und Regierungschefs sowie Vertretern von Privatwirtschaft und Zivilgesellschaft sagte Guterres, die jungen Klimaaktivisten hätten Recht, wenn sie "sofortiges Handeln" verlangten. Die ältere Generation habe bislang bei der Aufgabe versagt, das Klima zu schützen.

Guterres verlangte, dass nicht weiter "Billionen von Steuergeldern" für die Unterstützung des fossilen Energiesektors ausgegeben würden. Auch müsse der Bau neuer Kohlekraftwerke weltweit eingestellt werden.

Trump überraschend im Publikum

Überraschender Zuhörer war US-Präsident Donald Trump. Er setzte sich am Montag für einige Zeit ins Plenum, obwohl er ursprünglich nicht an dem Treffen teilnehmen wollte. Trump hat den menschengemachten Klimawandel immer wieder angezweifelt und 2017 den Austritt seines Landes aus dem Pariser Klimaabkommen angekündigt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 23. September 2019 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. September 2019, 20:58 Uhr