Ausgetrockneter Ackerboden
Der Klimawandel führt immer häufiger zu Extremwetterlagen wie Dürren. Bildrechte: Colourbox.de

24. UN-Klimakonferenz Noch weit weg von den gesetzten Klimazielen

Dürre in Europa, Waldbrände in den USA und eine heftige Hurrikan-Saison. Dass Wetterextreme zunehmen und unser Klima sich wandelt, leugnen nur noch wenige. Was man dagegen tun kann, beschäftigte die Welt schon im Frühjahr 1995. Damals tagte in Berlin die erste Weltklimakonferenz. Doch der weltweite CO2-Ausstoß ist weiter gestiegen. Ab Sonntag trifft man sich deshalb wieder zum Klimagipfel – schon zum 24. Mal. Tagungsort ist die polnische Kohleregion Katowice.

von Ralf Geißler, MDR AKTUELL

Ausgetrockneter Ackerboden
Der Klimawandel führt immer häufiger zu Extremwetterlagen wie Dürren. Bildrechte: Colourbox.de

Es ist ja leichter, große Ziele zu haben, als sie umzusetzen. Und so steht in Katowice ein echter Arbeitsgipfel bevor. Das große Ziel hat die Welt schon 2015 in Paris vereinbart: Die Erderwärmung soll auf maximal zwei, besser anderthalb Grad begrenzt werden.

Doch wie setzt man das um? Wie misst man, was jedes Land leistet? Solche Fragen sollen in Katowice in einem Regelbuch festgeschrieben werden. Den Gipfel organisiert der polnische Regierungsbeauftragte Michal Kurtyka. Seinen Worten zufolge wird es eine schwierige Diskussion werden. "Aber wenn ich um die Welt reise, sehe ich einen allgemeinen Willen, in Katowice eine Einigung zu erzielen."

Es ist für mich eine sehr berührende Erfahrung, eine Diskussion zu verantworten, die die gesamte Menschheit betrifft. Ich bin stolz, aber auch demütig.

Michal Kurtyka, Organisator des 24. UN-Klimagipfels

Zu wenig Einzahlungen für Klimaschutzfonds

Ob in Katowice wirklich Geschichte geschrieben wird, ist offen. Eine zentrale Frage: das Geld. In Paris wurde vereinbart, dass Entwicklungsländer ab 2020 jährlich 100 Milliarden US-Dollar (88,4 Milliarden Euro) aus einem Klimaschutzfonds erhalten können.

Doch noch fehlen die Einzahlungen, sagt der Direktor vom Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung, Ottmar Edenhofer. "Bisher wurden da Mittel in einer Größenordnung von zehn Milliarden Dollar eingezahlt."

Staaten sollen sich auf CO2-Preise verständigen

Mindestens genauso wichtig die Frage: Wie macht man Erfolge beim Klimaschutz vergleichbar? Die einen forsten Wälder auf, die anderen schalten Kohlekraftwerke ab. Was wiegt mehr? Eigentlich muss man es sich nicht kompliziert machen, sagt Edenhofer. Er fordert, dem Treibhausgas CO2 weltweit einen Preis zu geben: Wer mehr ausstößt als ein vereinbartes Kontingent, muss zahlen.

Die Klimaverhandlungen werden international nur dann Erfolg haben, wenn die einzelnen Nationalstaaten sich auf CO2-Preise verständigen und sie schrittweise anheben.

Ottmar Edenhofer, Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung

USA trotz Ausstieg aus Klimaschutzabkommen engagiert

Doch mancher Teilnehmer hat womöglich gar keine Lust auf ambitionierte Ziele. Deutschland reist, anders als erhofft, ohne fertige Pläne für einen Kohleausstieg zum Gipfel. Brasiliens neuer Präsident Jair Bolsonaro hält gar nichts vom Klimaschutz. Und US-Präsident Donald Trump hat den Austritt der USA aus dem Klimaschutzabkommen erklärt.

Verhandeln werden die USA in Katowice trotzdem mit, denn wirksam wird der Schritt erst Ende 2020 – nach den nächsten Präsidentschaftswahlen. Der ehemalige Klimaberater von Barack Obama, John Morton, betont, die Mehrheit der Amerikaner befürworte Klimaschutz. "Die US-Emissionen sinken weiterhin recht schnell." Es werde, wie Morton berichtet, eine bedeutende US-Präsenz in Katowice geben: von Bundesstaaten, Unternehmen, Organisationen. "Aber die US-Regierung selbst wird bei den Verhandlungen kein starker Akteur sein."

Und so blicken viele Teilnehmer interessiert auf China. Welche Rolle wird das bevölkerungsstärkste Land einnehmen? Das UN-Umweltprogramm mahnt: Alle müssen Zusagen machen. Die weltweiten CO2-Emmission werden in diesem Jahr einen neuen Rekordwert erreichen. Werden die internationalen Bemühungen nicht verstärkt, dürfte sich die Erde bis Ende des Jahrhunderts um drei Grad erwärmen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 02. Dezember 2018 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. Dezember 2018, 05:00 Uhr

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66 Kommentare

04.12.2018 10:04 Ekkehard Kohfeld 66

@Eulenspiegel 65
@ Denkschnecke 63

Wir warten auf eure Berechnungen wie viel CO2 wird durch
heizen mit Fossile Brennstoffe erzeugt weil das wird ein wesentlich höher Anteil sein als das von KFZ weil das auch Menschen machen die keine Autos haben und in vielen Ländern laufen die Heizungen immer wegen warmen Wasser und ohne CO2 oder Feinstaubfilter und wie viel wird eingespart wenn sich das Klima um 2 - 3 Grad erhöht wegen weniger heizen,wir warten.Los Butter bei die Fische.

03.12.2018 17:31 Eulenspiegel 65

Hall Hallo Ekkehard Kohfeld 58
Ja das mit den über 500 Forscher war ja wohl nichts. Alles nur Lug und Trug. Und sie können ja nocht nicht ein mal einen ernsthaften Wissenschaftler benennen der irgendwelche Beweise vorlegen kann die in Frage stellen könnten das der Klimawandel vom Menschen verursacht ist. Den einzigen Wissenschaftler den sie mir mal benannt haben bezweifelt ja gar nicht das der Klimawandel vom Menschen verursacht ist. Er glaubt nur nicht das die Auswirkungen so dramatisch sein werden. Wohl bemerkt er glaubt. Beweise hat er dafür auch nicht.

03.12.2018 16:56 Eulenspiegel 1 64

HalloEkkehard Kohfeld 58
Wikipedia:1962
„Michael Klonovsky (* 19. August in Schlema) ist ein deutscher Journalist und Schriftsteller. Von Juni 2016 bis Anfang 2017 war er parteiloser Berater von Frauke Petry, als sie Bundessprecherin der Alternative für Deutschland (AfD) war. Seit Februar 2018 ist er persönlicher Referent des AfD-Fraktionsvorsitzenden im Bundestag Alexander Gauland. „
Die Unfehlbarkedit der AfD.

03.12.2018 13:46 Denkschnecke 63

@ 61 Ekkehard Kohfeld:
Sie können ja mal den Anfang machen und ausprobieren, wieviel Kubikmeter Gas oder Öl Sie im Jahr sparen mit Solarthermie.
Im Gegensatz zu Ihnen behaupte ich nicht, dass ich ausrechnen kann, wieviel CO2 durch eine Erderwärmung eingespart wird. Ich weiß, dass Klimamodellierung nicht mein Forschungsgebiet ist ist. Aber ich habe Respekt vor der extrem hochqualifizierten Arbeit der Kollegen, antatt sie mit Dreisatzrechnungen runterzumachen. Und ich kann als Naturwissenschaftler vor allem Evidenzen aus anderen Fachgebieten anhand der Studienlage einschätzen. Da ist der anthropogene Anteil am Klimawandel sowas von eindeutig. (Ich glaube übrigens auch, dass Rauchen massiv das Krebsrisiko steigert, auch wenn ich den Entartungsmechanismus von Zellen nicht verstehe.)
Den Rest Ihres Posts habe ich mangels Satzzeichen nicht verstanden.

03.12.2018 09:11 Denkschnecke 62

@ 58 Ekkehard Kohfeld:
Michael Klonovsky ist alles, aber kein Klimaexperte. Sondern Journalist, Pressesprecher der AfD Baden Württemberg, persönlicher Referent eines Herrn Gauland und bisher nur mit steilen Thesen zur Migration aufgefallen. Ein Spin Doctor also.

03.12.2018 09:03 Ekkehard Kohfeld 61

@ Denkschnecke 34 Ein Gummibärchen wiegt ungefähr 2,5 g, das sind nur 0,003 % meines Körpergewichts. Also ändert es an meinem Übergewicht praktisch nichts, wenn ich keine Gummibärchen mehr esse. Das ist so die Logik der "Deutschland kann da nix ändern"-Fraktion.##

Sie als selbsternannter Logiker rechen sie uns doch mal aus was durch die derzeitige Klimaerwärmung an CO2 eingespart wird weil es muß ja nicht soviel geheizt werden oder wird da kein CO2 erzeugt ich denke sogar ein sehr viel größere Menge wie durch den Autoverkehr den Heizungen laufen immer man braucht ja warmes Wasser zum duschen,haben sie das aktuelle Berechnungen für???
Ich denke das wird eine Riesen Menge sein.
Wenn sie da keine Zahlen zu haben sind die Annahmen
schon von vorne herein Falsch oder muß man nicht alles in eure Berechnungen einfliessen auch nicht solche Riesen Mengen?

03.12.2018 09:01 Denkschnecke 60

@ 53 Dieter:
Ich habe mal kurz bei Scopus recherchiert: Der von Ihnen genannte Experte Prof. Malberg hat es seit 1990 auf 2 (in Worten: zwei) internationale, begutachtete Fachartikel gebracht. Was hat der Mann wissenschaftlich geleistet außer Wetterkarten?

03.12.2018 08:43 Denkschnecke 59

Ich fasse mal die eine Hälfte der Diskussion zusammen: Ist doch egal was wir machen, das Klima verändert sich halt, da können wir gar nichts ändern. Und die Wissenschaftler kriegen nur raus, was Frau Merkel und RRG wollen. Aber nicht, dass diese Afrikaner wieder auf die Idee kommen, zu uns zu wandern, bloß weil bei ihnen auf Jahre die Ernte verdorren wird. Die sollen gefälligst zu Hause verhungern. Frohe Weihnachten.

03.12.2018 08:36 Ekkehard Kohfeld 58

@ Peter 55 Schwach, ganz schwach.
Die Leugner der menschgemachten Klimaveränderung können scheinbar keinen Wissenschaftler aufbieten, der ihre Meinung untermauert.

"Globale Erwärmung: Ist der Klimawandel nichts als Schwindel? - Faz"
Behauptung: „Schon über 500 Forscher bezweifeln den ... - Klimafakten"
Der Klimawandel ist nicht menschengemacht

"Es gibt es keinen Grund, eine gefährliche globale Erwärmung infolge anthropogener CO2-Emissionen zu befürchten. Der Einfluss des Menschen auf die gemittelte Globaltemperatur ist sehr viel geringer als befürchtet und schon gar nicht katastrophisch, meint Michael Klonovsky."
Klimawandel: Das Geschäft mit falschen Informationen - SPIEGEL ...15.02.2018 Nobelpreisträger: Einen menschengemachten Klimawandel gibt es nicht
10.07.2017 - Klimawandel-Mythen 04: Schuld am Klimawandel ist die Sonnenaktivität!
Klimawandel: Physiker zweifelt am Ausmaß der menschlichen Schuld ...##
Noch welche?

03.12.2018 08:25 frank d 57

@55Peter: Wie kommen sie dazu die Kritiker ihrer These "Leugner"? War nicht die Desavouierung andersdenkender ein Kennzeichen der Denkrichtung welche sie zu verachten vorgeben? Allerdings bedienen sie sich der gleichen sprachlichen Mittel. Interessant. Aber mal ehrlich diese Klimaschützer sind doch grandiose Minderleister, seit 20 Jahren schützen sie Hauptamtlich das Klima leben prächtig davon allerdings haben sie in 20 Jahren genau Null erreicht selbst diese tolle Energiewende ist Hokuspokus denn es wurden genau NULL Tonnen CO² eingespart. Was für eine gigantische Fehleistung. Kein Wunder das jetzt ein Wunder her muss denn durch gezieltes Handeln kommen die Protagonisten der Klimakirche nicht einen Millimenter voran.