Nach Mord im Konsulat UN-Ermittlerin: Saudi-Arabien hat Khashoggi-Ermittlungen behindert

Nach dem Mord an dem Journalisten Khashoggi erhebt eine UN-Sonderermittlerin schwere Vorwürfe gegen Saudi-Arabien. Vertreter des Staates seien für die Tat verantwortlich und hätten die Ermittlungen behindert.

Die UN-Sonderberichterstatterin Agnès Callamard hat Vertreter Saudi-Arabiens für den Mord an dem saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi verantwortlich gemacht. Sie habe Beweise gesammelt, wonach Khashoggi das Opfer einer "brutalen und vorsätzlichen Tötung" geworden sei. Die Tat sei von Vertretern des saudi-arabischen Staates "geplant und ausgeführt" worden, sagte sie in Genf.

Callamard warf Saudi-Arabien außerdem vor, keine sorgfältige Untersuchung des Tatorts ermöglicht und damit die Ermittlungen behindert zu haben. Der Mord verlange die "dringliche Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft, einschließlich der UNO", forderte sie. Callamard war Ende Januar in die Türkei gereist, um die Umstände von Khashoggis Tod zu untersuchen.

Wusste Kronprinz bin Salman von den Mordplänen?

Video-Bild aus Überwachungskamera zeigt Ankunft von Jamal Khashoggi im Konsulat von Saudi-Arabien
Eine Überwachungskamera zeigte die Ankunft von Jamal Khashoggi im Konsulat von Saudi-Arabien. Bildrechte: imago/Depo Photos

Seit Khashoggis Tod steht die saudi-arabische Führung um Kronprinz Mohammed bin Salman international unter Druck. Der regierungskritische Journalist Khashoggi war Anfang Oktober des vergangenen Jahres im saudi-arabischen Konsulat in Istanbul von einem 15-köpfigen Kommando ermordet worden. Nach Darstellung der Führung in Riad ordneten der inzwischen entlassene Vize-Geheimdienstchef Ahmed al-Assiri und der königliche Medienberater Saud al-Kahtani den Einsatz an. Der Kronprinz sei nicht informiert gewesen, hieß es.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 07. Februar 2019 | 23:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Februar 2019, 00:10 Uhr