Donald Trump, Präsident der USA, spricht bei der Generaldebatte der UN-Vollversammlung.
Tritt für eine nationalistische Politik ein: US-Präsident Donald Trump. Bildrechte: dpa

"Doktrin des Patriotismus" Trump verteidigt "America first"

Donald Trump hat seine Rede vor der UN-Vollversammlung genutzt, um andere Staaten und internationale Institutionen scharf zu kritisieren. Der Iran sei eine "korrupte Diktatur", Deutschland mache sich von Russland abhängig und der Internationale Strafgerichtshof besitze keine Legitimität, sagte der US-Präsident in New York.

Donald Trump, Präsident der USA, spricht bei der Generaldebatte der UN-Vollversammlung.
Tritt für eine nationalistische Politik ein: US-Präsident Donald Trump. Bildrechte: dpa

US-Präsident Donald Trump hat vor der UN-Vollversammlung mit Nachdruck seine "America First"-Politik vertreten. Bei seiner Rede in New York warb er dafür, nationalen Interessen den Vorrang vor einer globalen Weltordnung einzuräumen. Wörtlich sagte Trump:

Wir lehnen die Ideologie des Globalisierung ab und wir huldigen der Doktrin des Patriotismus.

Donald Trump US-Präsident

Die USA würden ihre Auslandshilfen künftig stärker an ihren eigenen Interessen ausrichten, kündigte Trump an. "Wir werden untersuchen, was funktioniert, was nicht funktioniert und ob die Länder, die unsere Dollar und unseren Schutz bekommen, auch das Beste für uns wollen", sagte der US-Präsident. "In Zukunft werden wir nur denjenigen Auslandshilfen geben, die uns respektieren und die – offen gesagt – unsere Freunde sind."

Iran "korrupte Diktatur"

Seine mit Spannung erwartete Rede nutzte der US-Präsident für verbale Angriffe in Richtung Iran. Trump bezeichnete das Land als "korrupte Diktatur". Die Führung in Teheran verbreite "Chaos, Tod und Zerstörung". Die Staaten der Welt rief er auf, "das iranische Regime zu isolieren". Die Nachbarn des Iran hätten für Teherans "Agenda der Aggression und Expansion" teuer bezahlt. Daher hätten auch viele Staaten der Region sein Aufkündigen des internationalen Atom-Abkommens mit dem Iran begrüßt, sagte Trump. Die EU ging in der Iran-Frage hingegen zuletzt auf Konfrontationskurs zu den USA.

US-Präsident Donald Trump spricht bei der UN-Generaldebatte der Vereinten Nationen.
US-Präsident Trump bei seiner Rede vor der UN-Vollversammlung, die als Herzkammer der internationalen Ordnung gilt. Bildrechte: dpa

Kritik an deutscher Energiepolitik

Scharfe Kritik übte Donald Trump erneut an Deutschland wegen des Pipeline-Projekts "Nord Stream 2". Der US-Präsident warf der Bundesregierung vor, sich in der Energiepolitik abhängig von Russland zu machen. "Deutschland wird total abhängig von russischer Energie werden, wenn es nicht sofort seinen Kurs ändert", sagte Trump. Die Staaten der westlichen Hemisphäre seien jedoch dazu verpflichtet, ihre Unabhängigkeit vor dem Einfluss fremder Mächte zu schützen. "Wir lehnen die Einmischung fremder Nationen in diese Hemisphäre ab."

Internationaler Strafgerichtshof hat keinerlei Legitimität

US-Präsident verbat sich ebenfalls die Einmischung internationaler Institutionen in die US-Politik. Dem Internationalen Strafgerichtshof ( IStGH ) sprach Trump jegliche Legitimität ab. Die USA würden das Haager Tribunal weder unterstützen noch anerkennen. Die "quasi universelle" Rechtsprechung der Richter in Den Haag verstoße gegen die "Gerechtigkeit", sagte Trump. "Wir werden die amerikanische Souveränität niemals für eine ungewählte, unverantwortliche globale Bürokratie aufgeben", sagte Trump.

Eigenlob und Gelächter

Seine eigene Politik lobte Donald Trump. Er sehe große Fortschritte in den Verhandlungen mit Nordkorea über eine atomare Abrüstung. Diese hätten viele nicht für möglich gehalten. Wirtschaftlich stünden die USA stärker da als jemals zuvor, sagte der Präsident. "In weniger als zwei Jahren hat meine Regierung mehr als jede andere Regierung in der Geschichte unseres Landes erreicht", sagte er.

Als sich bei diesen Worten im Rund der Vollversammlung Kichern vernehmen ließ, sagte ein verdutzter Trump: "Das ist wahr." Das quittierten die Zuhörer mit lautem Gelächter.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. September 2018 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. September 2018, 22:13 Uhr

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15 Kommentare

27.09.2018 10:56 Jakob 15

Protzen, angeben, zeigen, dass man besser ist, Narrzisten halten sich typischerweise für grandios - selbst wenn sie von anderen Ausgelacht werden.

Donald Trump ist eines sicher: Die Erwähnung in vielen Hauptkapiteln psychopathologischer Lehrbücher.

26.09.2018 21:24 ralf meier 14

@WegWeiser Nr 11

Sie schreiben: 'Es gibt keinen internationalen Nationalismus.'

Und wer behauptet das ?

26.09.2018 15:35 H.E. 13

@12 Achneeee
Ich bin ebenfalls froh, daß wir die Amerikaner in D als Schutzmacht haben.
Man braucht ja nicht permanent eine Meinung haben, auch nicht in wirtschaftlichen Fragen.
Ich traue jedenfalls den Amerikanern mehr als allen anderen wie z.B. dem Autokraten Erdogan und den ganzen anderen muslimischen Staaten. Bei denen wären wir doch verratzt und verkauft, wenn wir deren Hilfe bräuchten.

26.09.2018 08:57 Achneeee 12

Nochmal zum gestrigen Thema USA und Iran.
Ich frage Sie alle, die gerne wollen, daß die Amerikanischen Soldaten und Ihre Atombomben aus Deutschland verschwinden. Ich bin auch nicht für Krieg, habe 4 Kinder. Aber was würde wohl passieren, wenn die Amis hier wirklich verschwinden. Ich möchte es mir im Traum nicht ausmalen.

26.09.2018 08:26 WegWeiser 11

Es gibt keinen internationalen Nationalismus. Zieh dich warm an, Trump. Dein Gemütszustand ist mit Naiv noch sehr wohlwollend umschrieben.

25.09.2018 01:27 Sabrina 10

Zitat:
"Bei seiner Rede in New York warb er dafür, nationalen Interessen den Vorrang vor einer globalen Weltordnung einzuräumen. Wörtlich sagte Trump:

Wir lehnen die Ideologie des Globalisierung ab und wir huldigen der Doktrin des Patriotismus."
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Bestimmt ein Nazi, bestimmt gefährlich für die Zivilgesellschaft.
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Wie konnte das durch die Zensur gelangen?
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jetzt müssen Konzerte her.
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Unterschriftensammlungen von Künstlern.
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Mehr Weltoffenheitsveranstaltungen auf dem Leopoldplatz im Berliner Wedding.

25.09.2018 00:33 Willi 9

Die Ölpipeline durch die Ostsee ist Tramp ein Dorn im Auge weil Deutschland Nein gesagt hat zur Jahrhundertlüge
des amerikanischen Krieges gegen Irak ! Leider auch die letzte positive Entscheidung Deutschlands in Bezug auf weltweite Kriegsbeteiligungen.
Also friedlicher Handel ist besser als Rohstoffkriege in der ganzen Welt!!!

25.09.2018 23:07 part 8

Und jeder Staat, der sich bisher vom Petro- Dollar lossagen wollte wurde mit Bombenteppichen oder Regime- Chache belegt. Die Globalisierung ist Realtät ebenso wie die fehlende Infrastruktur in den USA. Viel mehr geht es hier um den Untergang einer Währungsdiktatur, deren Untergang aber auch Populisten auf Mittelkstandniveau nicht verhindern können.

25.09.2018 22:06 White Pearl 7

Klasse Trump, weiter so.
So einen wie er, bräuchte man in Deutschland

25.09.2018 21:10 einfach ein normaler Bürger 6

1 und 2@, also gehört Trump mit seinem Wirtschaftsimperium nicht zum globalen Finanzkapitalismus???????