Flüchtlinge werden während eines Rettungseinsatzes vor der libyschen Küste geborgen.
Rettungseinsatz auf dem Mittelmeer. Bildrechte: dpa

UNHCR-Bilanz 2018 Fast 2.300 Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken

Tausende Flüchtlinge aus Afrika versuchen jedes Jahr, mit Booten nach Europa zu gelangen. Immer wieder kommt es dabei zu Unglücken. 2018 kamen nach Angaben des UNHCR fast 2.300 Menschen ums Leben.

Flüchtlinge werden während eines Rettungseinsatzes vor der libyschen Küste geborgen.
Rettungseinsatz auf dem Mittelmeer. Bildrechte: dpa

Im Mittelmeer sind im vergangenen Jahr fast 2.300 Flüchtlinge ums Leben gekommen. Das teilte das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR mit. Demnach gelten 2.262 Menschen als tot oder als vermisst, die von Afrika mit Booten nach Europa gelangen wollten. Allein im Juni und Juli waren 800 Flüchtlinge ertrunken. Im Jahr 2017 hatte es 3.139 Todes- oder Vermisstenfälle gegeben.

Meisten Flüchtlinge kommen in Spanien an

Dem UNHCR zufolge versuchten im vergangenen Jahr fast 115.000 Menschen, über das Mittelmeer nach Europa zu kommen. Im Jahr 2017 seien es mehr als 172.000 gewesen. 2015 waren noch mehr als eine Million Menschen über das Mittelmeer nach Europa gelangt.

Lange Jahre waren Italien und Griechenland die Hauptankunftsländer der Flüchtlinge. Inzwischen haben sich die Routen aber verschoben. Nach Angaben des UNHCR kamen die meisten Flüchtlinge 2018 in Spanien an.

Rettungsschiffe dürfen oft nicht anlegen

Mehrfach hatten Rettungsschiffe im vergangenen Jahr Flüchtlinge aufgenommen, durften aber zunächst nicht in einem europäischen Land anlegen. Betroffen waren die "Lifeline", die "Aquarius" und die "Sea Watch". Zuletzt hatte die "Sea Watch 3" kurz vor Weihnachten vor der libyschen Küste Migranten aus dem Mittelmeer geborgen. Bislang gewährte kein Staat den Zugang zu einem Hafen, das Schiff darf aber in maltesische Gewässer einfahren.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 03. Januar 2019 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Januar 2019, 15:57 Uhr

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77 Kommentare

05.01.2019 14:53 H.E. 77

Meistens sind es doch Muslime, die in den Booten sitzen. Warum helfen denn die stinkreichen muslimischen Golfstaaten ihren Glaubensbrüdern und -schwestern nicht. Die Christen dürfen diese retten, die sie an sich verachten. Aber zum Aufhalten der Hand sind diese dann gut genug.

04.01.2019 21:19 Der Fuchs ist schlau und stellt sich dumm, ... 76

@Jakob 74

"Ich werde mich dafür stark machen, dass noch mehr Kommunen dem Beispiel Marburgs folgen"

genau das meine ich, selber nichts tun, nur andere dafür Zahlen lassen.
Ihnen geht es doch gut, teilen sie ihr Geld mit den Schutzsuchenden, aber bitten sie nicht immer andere zur Kasse.
Für ihre vermeintlich "guten" moralischen Vorsätze.

Sie sind von der SPD?

04.01.2019 20:06 jochen 75

74 # Nehmen Sie viele bei sich selber auf, bezahlen Sie dafür aber lassen Sie die Bürger mit Ihren Asylträumereien ein für allemal in Ruhe.
Wir Deutschen sind nicht dazu da, die halbe Welt zu retten und zu auch noch ernähren. So geht das nicht.

04.01.2019 19:15 Jakob 74

Werter Fuchs (@48), ich will Ihnen gerne verraten, was ich tun werde: Ich werde mich dafür stark machen, dass noch mehr Kommunen dem Beispiel Marburgs folgen und aus Seenot Gerettete aufnehmen. Solche Beispiele praktizierter Menschlichkeit machen unser Land aus. Wir leben noch nicht in einer Ochlokratie. Wir verraten eben nicht alle unsere obersten moralischen Prinzipien, sondern zeigen Rückgrat.

04.01.2019 10:07 winfried an (60)Peter 73

In Ihrem Kommentar an "Frank L."(53) schreiben Sie
>> Ich kann Ihre Befürchtungen nicht nachvollziehen.
2017 meinte die AfD, Millionen neue Flüchtlinge würden durch den Familiennachzug zu uns kommen.<<
Sie haben Recht, auf diesem Werg sind wesentlich weniger gekommen,
und dennoch unterscheiden wir, Sie und ich, uns.
ICH will gar nicht wissen, ob die AfD mit dieser Vorhersage recht hat, oder nicht.
Der Vorteil meiner Einstellung, ich vermeide ein eventuelles Millionen-Problem.

04.01.2019 08:16 Bernd 72

@56 wenn sie so schlau sind, dann eine einfache Frage 'welche Partei kann man waehlen um Waffenlieferungen nach Afrika zu stoppen'. Und viele Buerger haben keinen Anteil wenn es den Menschen in afrikanischen Laendern schlecht geht auch wenn Leute wie sie das verbreiten. Man kauft Fair trade ist gegen Waffenlieferungen und spendet dort wo man weiss dass das Geld bei denen ankommt die es brauchen. Dazu die Steuer die man da zahlt. Aber auf Grund unterschiedlicher Lebenshaltungskosten bekommt jemand in Deutschland Unterstuetung in einer Hoehe fuer die man in Afrika mehrere Monate arbeiten muss. Klar damit wird Deutschland interessant und man nimmt auch Risiken in Kauf. Aber bei Ihnen wie bei @26 kommt k e i n brauchbarer Vorschlag wie man es sicherer machen kann. Daher es wird immer welche geben die es mit dem Schlauchboot versuchen und immer welche die dabei ums Leben kommen. Das ist traurig aber wohl Realitaet.

04.01.2019 01:18 Buergerx 71

@56PeterPlys:"Wer solche Gefahren auf sich nimmt, hat gewichtige Gründe, seine Heimat zu verlassen. Und Deutschland hat einen großen Anteil an den Fluchtursachen - schon immer und immer noch!"
1. Das ist nur Ihre bzw. eine Meinung mehr nicht und 2. interessieren mich diese Gründe nicht, Punkt aus. 3. Die linksgrünliberale Erklärung mit den durch Europäer hervorgerufenen Fluchtursachen ist banaler Trash. Die Hauptursache ist er einfach die immense Geburtenrate in weiten Teilen Afrikas besonders Schwarzafrikas. Glauben Sie ernsthaft wenn es die Kolonialzeit nicht gegeben hätte, es keine Waffenlieferungen gäbe (gegeben hätte) würden Afrikaner heute nicht versuchen in hohen Personenzahlen nach Europa zu kommen? Wenn Deutschland diese Geburtenrate hätte wie bspw. Nigeria hätten wir hier ähnliche Zustände. Keine Volkswirtschaft der Welt kann bei dieser Bevölkerungsdichte Allen ein auskömmliches Leben bieten.

03.01.2019 23:31 Walter 70

Nüchtern betrachtet gab es also 2.300 Tote bei Schiffsunfällen im Mittelmeer. Tragisch!

In Deutschland gab 2017 4.032 Tote bei Arbeits-, Verkehrs- und Badeunfällen.

Sie verweisen bei unliebsamen Themen gern auf Ihre Regionalität. Warum dann nicht Berichte über die 4.000 Tote in Deutschland?

[Liebe User,
bitte bleiben Sie beim Thema.
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Ihre MDR.de-Redaktion]

03.01.2019 23:30 Olivier 69

Meine Meinung dazu ist,
2018 waren es fast 2300 Vermisste von denen man ausgehen muss das diese Menschen bei der gefährlichen Überfahrt im Mittelmeer umgekommen sind.
2017, so im Artikel zu lesen, waren es über 3100!

Es wäre einmal interessant zu erfahren, wer bzw. welche Umstände und oder Ereignisse, zu dieser positiven Entwicklung beigetragen haben.

Entwicklungshilfe aus Europa für afrikanische Länder?
Vielleicht auch die Schließung der "Mittelmeerroute" nach Italien?
Die Konsequenz der neuen italienischen Regierung?
Spielen die Sanktionen gegen NGO's "(Seenotretter)" eine Rolle?

Punkte die es meiner Meinung nach zu klären lohnt,
konnten doch nachweislich fast 1000 Menschenleben gerettet werden.

03.01.2019 22:28 Bummi 68

zu 59 Wenn Sie nach den Herkunftsländern der Flüchtlinge recherchieren, werden Sie Ghana ganz weit hinten finden (wenn überhaupt). Der Grund ist genau wie von Ihnen beschrieben, Ghana gilt als positives Beispiel für Afrika. Wie kommen Sie darauf, dass NGOs aus eigenem Interesse Afrikaner nach Europa "verführen"? Das ist salopp gesagt, geistiger Müll. Das hat nichts mehr mit freier Meinungsäußerung zu tun, dass ist schlicht Verleumdung.