Flüchtlinge werden während eines Rettungseinsatzes vor der libyschen Küste geborgen.
Vorerst soll es keine solchen Rettungseinsätze mehr im Mittelmeer geben. Bildrechte: dpa

Nach Ende von "Sophia" UNHCR fordert neue Seenot-Rettungsmission

Nach dem Aus für die Schiffsrettung im Mittelmeer fordert das Flüchtlingshilfswerk eine neue Rettungsmission. Gleichzeitig kritisierte Deutschland-Chef Bartsch den Abzug von Schiffen aus der EU-Marinemission "Sophia".

Flüchtlinge werden während eines Rettungseinsatzes vor der libyschen Küste geborgen.
Vorerst soll es keine solchen Rettungseinsätze mehr im Mittelmeer geben. Bildrechte: dpa

Nach dem Aus für den Schiffseinsatz im Rahmen der EU-Rettungsmission "Sophia" hat das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen die Entscheidung der EU scharf kritisiert. Der Leiter des UNHCR in Deutschland, Dominik Bartsch, nannte den Abzug der Rettungsschiffe einen bedrückenden Rückschlag "für ein Europa der Humanität". In einem Interview mit der "Welt am Sonntag" forderte er den Aufbau einer neuen Seenotrettungsmission.

Private Rettung zulassen

Es brauche mehr Schiffe, sagte Bartsch der Zeitung, und zwar "in den Gewässern zwischen Libyen und Europa, dort wo Menschen ertrinken". Eine Seemission ohne Schiffe bedeute, das Meer denen zu überlassen, die Europa bekämpfen wolle und jene dem Meer zu überlassen, die in Europa Schutz suchen würden. Auch müssten die Beschränkungen für private Rettungen aufgehoben werden.

Die EU-Staaten hatten beschlossen, Aktivitäten von Schleusernetzwerken zukünftig nur noch aus der Luft zu beobachten. Damit fällt der Einsatz von Schiffen im Rahmen des Marineeinsatzes "Sophia" komplett aus. Zuvor hatten sich die EU-Staaten nicht über die Verteilung der aus dem Mittelmeer geretteten Flüchtlinge einig werden können.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 30. März 2019 | 06:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. März 2019, 11:49 Uhr

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39 Kommentare

01.04.2019 10:20 D.o.M. 39

@NRW-18: Ich würde , was den Rücktransport anbetrifft, noch einen draufsetzen. Und zwar um den Migrationsbefürwortern und Migranten das Totschlagargument "Folterhölle Libyen" und "sicherer Hafen" aus der Hand zu nehmen. Der Rücktransport sollte sich nicht auf das Anlanden in Libyen beschränken sondern die Einrichtung einer Bus-Flotte umfassen, die die Leute im Hafen von Tripolis übernimmt und wieder zurück durch die Sahara an den ganz anfänglichen Beginn ihrer Reise bringt. Teurer als die FRONTEX-Flotte dürfte diese Bus-Flotte auch nicht sein

31.03.2019 23:08 NRW-18 38

@ 37 CDU-Wählerin
Nein, das könnte und sollte die Marine nicht, weil selbst das BAMF Probleme mit der Überprüfung hat und dessen Chef der Ansicht ist, dass zu viele Leute unberechtigt Asyl beantragen wollen.
Wer soll die alle aufnehmen und ernähren?

Der Rücktransport in den Heimathafen ist der einzig richtige Weg um klarzustellen, dass es keinen kostenlosen Fährbetrieb im Mittelmeer gibt und den Schleppern ihre Existenzgrundlage entzogen wird. Nur so kann das Ertrinken im Meer beendet werden.

31.03.2019 18:43 CDU Wählerin 37

Unsere marine könnte Flüchtlinge aufnehmen registrieren und Bedarf prüfen, über Bremerhafen und oder Rostock sicher zu uns bringen und bei Zweifel zum nächstgelegenen Heimat-Hafen zurückbringen

31.03.2019 10:54 Wo geht es hin? 36

@Jang - Zitat von Ihnen: "Die allermeisten Flüchtlinge werden mit Sicherheit nicht durch Hartz4 motiviert, ihre Heimat zu verlassen." Zitat Ende. Was macht Sie da so sicher? Selbst in der "FAZ" (die ja nun wahrlich nicht im rechtspopulistischem Verdacht steht) wird am 29.03. unter der Überschrift von Philip Plickert: "Fast 40 Prozent der Afrikaner denken ans Auswandern", geschrieben - Zitat: "Vor allem aus wirtschaftlichen Gründen denkt in den meisten afrikanischen Ländern ein erheblicher Teil der Bevölkerung ans Auswandern....Als Hauptgrund nennen sie die Suche nach Arbeit (44 Prozent) sowie die Hoffnung, der schwierigen wirtschaftlichen Lage zu entkommen (29 Prozent)." Zitat Ende. So - und nun Sie wieder.

31.03.2019 10:44 Auf zum letzten Gefecht! 35

@Jang 23

Und übrigens ist Seenothilfe eine Pflicht. "

und im übrigen an den nächst gelegenen Hafen!

30.03.2019 21:37 Freiheit 34

30.03.2019 12:54 Jang "@Blumenfreund, Ihr Zynismus erzeugt bei mir Übelkeit."

Das ist kein Zynismus, er hat doch Recht! Diese Menschen begeben sich mit SCHLAUCHBOOTEN, ohne AUSREICHEND TREIBSTOFF und ohne
Aussicht auf Erreichen einer europäischen Küste VORSÄTZLICH in diese Lage, die hier als Seenot beschrieben wird!

Ich Frage mich, warum hier immer so ein Terz gemacht wird, es gibt doch mittlerweile diesen besch..en Migrationspakt!

30.03.2019 21:28 H.E. 33

Warum unternimmt der UNHCR nichts dagegen, daß die Migranten in diese Seelenverkäufer einsteigen, sondern fordern nur lauthals?

30.03.2019 18:50 D.o.M. 32

@Kiel-oben 31! Sehe ich auch so. Ein Schiff chartern, 100 Leute retten und dann an den Kapverden vorbei in den Golf von Guinea einbiegen. Das wäre der Knaller.

30.03.2019 17:39 Kiel_oben 31

alternatives Lager könnte Image aufhübschen und UNHCR mit neue Seenot-Rettungsmission unterstützen - einfach mal das tun was niemand erwartet

30.03.2019 17:14 Kritischer Bürger 30

+...Die EU-Staaten hatten beschlossen, Aktivitäten von Schleusernetzwerken zukünftig nur noch aus der Luft zu beobachten. ...+
Das ist die einige wahre Lösung und daraus resultierend das dem betreffenden Küstenschutz Ort und Zeit übermittelt wird so das dieser auch eingreifen kann. Ist vllt. auch die effektiv beste Lösung und die jeweilig Zuständigkeit wird nicht in Frage gestellt. So kann man auch feststellen wer mit den Schleusern arbeitet und wer wirklich diese UNMENSCHLICHKEIT samt der EINNAHMEN ausnutzt ohne Rücksicht ob die Menschen überhaupt europäischen Boden heil betreten könnten. Rückführung in den nächsten Hafen und abseits dt. Gesetze die Abschiebung solcher Menschen in ihre Heimatländer aus denen sie einstmals kamen. Vllt. verlieren dann nicht zu viele ihre Papiere zur Herkunftsbestimmung denn dann kommen entsprechende Lager ins "Gespräch", worüber sich eigendlich niemand aufregen sollte denn dt. Gesetze gelten nicht in der ganzen Welt! Was gut ist.