Verwandte legen Blumen auf die Gräber von drei Opfern derselben Familie, die bei der Bombenexplosion am Ostersonntag in der St.-Sebastians-Kirche in Negombo starben.
Beisetzung von Opfern der Anschläge auf Christen in Sri Lanka. Bildrechte: dpa

Nach Sri Lanka-Anschlägen Union besorgt über weltweiten Christenhass

Nach den blutigen Oster-Anschlägen auf Kirchen in Sri Lanka warnen Unionspolitiker vor der Zunahme von weltweitem Christenhass. Auch in Deutschland nehme die Gewalt gegen Christen zu, vor allem aber im asiatischen Raum. Bei den mutmaßlich islamistischen Anschlägen auf drei Kirchen und drei Luxushotels in Sri Lanka starben nach jüngsten Angaben 310 Menschen.

Verwandte legen Blumen auf die Gräber von drei Opfern derselben Familie, die bei der Bombenexplosion am Ostersonntag in der St.-Sebastians-Kirche in Negombo starben.
Beisetzung von Opfern der Anschläge auf Christen in Sri Lanka. Bildrechte: dpa

Angesichts der Terroranschläge mit mehr als 300 Toten auf Kirchen in Sri Lanka haben sich Politiker der Union besorgt über die weltweite Zunahme des Hasses auf Christen gezeigt. Der Vorsitzende des Stephanuskreises in der Unionsfraktion im Bundestag, Heribert Hirte, sagte MDR AKTUELL, vor allem in totalitären Staaten habe dieser Hass zugenommen.

Der CDU-Politiker äußerte auch Angst vor Angriffen auf Christen in Deutschland. Zwar seien Judentum und Islam stärker betroffen. Die Zahl der Straftaten gegen Christen sei aber auch hierzulande gestiegen.

Der Stephanuskreis ist ein lockerer Zusammenschluss innerhalb der Unions-Bundestagsfraktion. Er beschäftigt sich mit der Situation verfolgter Christen weltweit.

Kauder warnt vor Christenverfolgung in Asien

Auch der frühere Chef der Unionsfraktion im Bundestag, Volker Kauder, warnte angesichts der Oster-Anschläge in Sri Lanka vor zunehmender Christenverfolgung, vor allem in Asien. Der CDU-Politiker sagte der "Bild"-Zeitung, die Ereignisse seien bestürzend. "Sie sind leider kein Einzelfall. Ich sehe mit großer Besorgnis die wachsende Christenverfolgung im gesamten asiatischen Raum. Nationalistische Bewegungen von Buddhisten, Hindus und Muslimen werden hier immer militanter."

Auch CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak forderte angesichts der Anschläge mehr Schutz für Christen. Wichtig sei nun, sich nicht spalten zu lassen und den Dialog der Religionen aufrechtzuerhalten. "Dazu gehört aber auch, die Unterdrückung von Christen deutlich anzusprechen und klar für die Einhaltung der Religionsfreiheit einzutreten."

Zahl der Opfer auf 310 gestiegen

Blick auf dn Innenraum der durch eine Explosion beschädigte St.-Sebastians-Kirche nördlich von Colombo. Bei der verheerenden Anschlagsserie auf Kirchen und Hotels sind zahlreiche Menschen getötet worden
Der Innenraum der beschädigten St.-Sebastians-Kirche nördlich von Colombo. Bildrechte: dpa

Bei der verheerenden Serie von Selbstmordanschlägen auf drei Kirchen und drei Luxushotels sind am Ostersonntag auf Sri Lanka nach jüngsten Angaben 310 Menschen getötet worden. Die meisten von ihnen waren einheimische Christen, die sich zu Ostergottesdiensten in voll besetzten Kirchen versammelt hatten. Auch 30 Ausländer wurden getötet. 14 Ausländer werden noch vermisst. Rund 500 Menschen wurden bei der Anschlagsserie so schwer verletzt, dass sie noch immer in Krankenhäusern behandelt werden müssen.

Islamisten-Gruppe soll verantwortlich sein

Sri Lankas Regierung macht eine einheimische Islamistengruppe namens National Thowheeth Jama'ath (NTJ) für die Terroranschläge verantwortlich. 24 Verdächtige wurden bislang festgenommen. Die Regierung ist jedoch davon überzeugt, dass die verdächtigte Gruppe die Attacken nur mit Unterstützung eines internationalen Netzwerks verübt haben kann.

Nach Angaben eines Regierungssprechers hatten bereits am 4. April ausländische Geheimdienste vor möglichen Selbstmordanschlägen auf Kirchen und Touristenziele in Sri Lanka gewarnt. Untersucht werde nun, warum die Warnungen folgenlos blieben. Ein von Staatspräsident Maithripala Sirisena einberufenes Team soll in zwei Wochen einen entsprechenden Bericht vorlegen. Interpol und die US-Bundespolizei FBI wollen Medienberichten zufolge Sri Lankas Regierung bei der Aufklärung der Anschlagsserie mit Expertenteams unterstützen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. April 2019 | 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. April 2019, 09:04 Uhr