Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesh
Rohingya-Flüchtlinge aus Bangladesch Bildrechte: dpa

Jahresbericht UNO: Mehr Menschen als je zuvor auf der Flucht

In ihrem Jahresbericht vermeldet die UNO-Flüchtlingshilfe einen traurigen Rekord. Noch nie waren so viele Menschen auf der Flucht. Zugleich kritisiert die Organisation die Debatte darüber als wenig faktenorientiert.

Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesh
Rohingya-Flüchtlinge aus Bangladesch Bildrechte: dpa

Nach Angaben der UNO-Flüchtlingshilfe sind im zu Ende gehenden Jahr weltweit 68,5 Millionen Menschen auf der Flucht gewesen. Das seien so viele wie noch nie, teilte die Organisation am Sonntag mit, und fügte hinzu: "Tendenz steigend."

Größtes Flüchtlingslager der Welt in Bangladesch

Geschäftsführer Peter Ruhenstroth-Bauer sprach von einem Jahr der erschütternden Superlative. In Bangladesch sei das größte Flüchtlingslager der Welt entstanden. Im Camp Kutupalong lebten inzwischen mehr als 900.000 Angehörige der Rohingya, die aus Myanmar geflohen waren.

 Rekordflucht aus Venezuela

Venezolaner stehen vor dem verschlossenen Eingangstor der Botschaft von Venezuela. Peru führte schärfere Einreisebestimmungen für Venezolaner ein. Tausende Migranten versuchten daraufhin, noch vor Inkrafttreten der neuen Regeln über den Landweg in das Andenland zu gelangen. Südamerika erlebt gerade wohl die größte Flüchtlingskrise seiner Geschichte. Hunderttausende Venezolaner sind in den vergangenen Monaten auf der Flucht von Hunger und Elend in die Nachbarstaaten geflohen.
Drei Millionen Venezolaner habe ihr Land verlassen. Bildrechte: dpa

Aus Venezuela gibt es laut der Organisation die größte Fluchtbewegung in der modernen Geschichte Lateinamerikas. Drei Millionen Venezolaner hätten das Land wegen der katastrophalen Versorgungslage und Repressionen der Regierung bereits verlassen. Aus dem Südsudan seien mehr als 2,2 Millionen Menschen geflüchtet; weitere zwei Millionen seien innerhalb des Landes auf der Flucht.

Größte Krise der Welt im Jemen

Eine Frau hält die Hand eines unterernährten Kindes in einem Krankenhaus in der Provinz Hadscha.
Fast eine halbe Million Kinder im Jemen sind unterernährt. Bildrechte: dpa

Die größte humanitäre Krise der Welt ist nach Angaben der UNO-Flüchtlingshilfe im Jemen entstanden, und das "nahezu unter Ausschluss der Weltöffentlichkeit". Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung – 20 Millionen Menschen – sind demnach auf humanitäre Hilfe angewiesen. 1,8 Millionen Kinder seien extrem mangelernährt. 400.000 von ihnen würden bereits als unterernährt gelten.

Kritik an Flüchtlingsdiskussion in Deutschland

Die UNO-Flüchtlingshilfe kritisierte, dass sich zugleich die öffentliche Diskussion über Flüchtlinge in Deutschland emotionaler und weniger faktenorientiert entwickle. Die Organisation fördert in Deutschland mehrere Flüchtlingsprojekte. Dabei gehe es um soziale und psychologische Hilfen sowie Therapien und Rechtsberatung für Asylsuchende. Hinzu kommen Patenschafts- und Mentoren-Programme sowie Bildungsprojekte für Flüchtlingskinder.

MDR AKTUELL RADIO

Zuletzt aktualisiert: 30. Dezember 2018, 15:52 Uhr