Jamal Khashoggi Journalist aus Saudi-Arabien
Der saudische Dissident Khashoggi wurde im saudischen Konsulat in Istanbul getötet, nach saudischer Darstellung "versehentlich". Bildrechte: dpa

Fall Khashoggi USA verhängen Sanktionen gegen Saudis

Nach dem Tod des saudischen Dissidenten haben die USA nach eigenen Angaben 21 Verdächtige ausgemacht. Gegen sie werden Einreisesperren verhängt. Präsident Trump nannte das Vorgehen Saudi-Arabiens "totales Fiasko".

Jamal Khashoggi Journalist aus Saudi-Arabien
Der saudische Dissident Khashoggi wurde im saudischen Konsulat in Istanbul getötet, nach saudischer Darstellung "versehentlich". Bildrechte: dpa

Die USA haben im Fall des getöteten saudischen Journalisten Jamal Khashoggi erste Strafmaßnahmen angekündigt. Außenminister Mike Pompeo sagte in Washington, die USA hätten 21 Verdächtige identifiziert. Es handle sich um Mitarbeiter des saudischen Geheimdienstes, der Ministerien sowie Angehörige des Königshofs. Diese Personen erhielten kein US-Visum. Bereits erteilte Visa würden entzogen. Namen nannte Pompe nicht.

"Totales Fiasko"

Saudi-Arabien hatte den Tod des kritischen Journalisten lange geleugnet. Erst auf Druck gab Riad zu, dass der Dissident nicht mehr lebt. Nach Darstellung von Saudi-Arabien wurde Khashoggi am 2. Oktober im saudischen Konsulat in Istanbul "versehentlich" getötet.

US-Präsident Donald Trump bezeichnete das Vorgehen Saudi-Arabiens als "totales Fiasko". Irgendjemand habe es "wirklich vermasselt". Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman habe ihm in einem Telefonat aber versichert, dass er nichts davon gewusst habe.

Türkei sprich von Mord

Die Türkei vermutet, dass Khashoggi im Istanbuler Konsulat gefolgert, getötet und seine Leiche zerstückelt wurde. Türkische Medien berichten, die türkischen Ermittler verfügten über Tonaufnahmen aus dem Konsulat, die die Tat dokumentierten. Der Verbleib der Leiche ist bis heute nicht bekannt.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan warf am Dienstag Saudi-Arabien vor, die Tat von langer Hand geplant zu haben. Erdogan sprach von einem "barbarischen Mord".

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. Oktober 2018 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. Oktober 2018, 08:02 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

2 Kommentare

24.10.2018 16:18 Fragender Rentner 2

Wow sind das strenge Sanktionen die er verhängt.

Er will aber keine Jobs in den USA gefährden.

24.10.2018 11:55 lummox 1

große worte aus den United States & Türkiye Cumhuriyeti, aber wer dran glaubt wird sich bald getäuscht sehen, das gilt auch für unsere heimat Germany. Denn: "Moral diktiert der Politik selten die Regeln."