29.03.2018, Syrien, Manbidsch: Zwei Fahrzeuge der US-Armee stehen vor einem amerikanischen Stützpunkt in der Nähe von Manbidsch. Nach der Ankündigung des US-Truppenabzugs aus Syrien haben die Kurden vor einem Wiedererstarken der IS-Terrormiliz und einer Massenflucht von Dschihadisten gewarnt.
Fahrzeuge von US-Truppen in Manbidsch (Archivbild von März 2018). Bildrechte: dpa

Krieg in Nordsyrien US-Soldaten bei IS-Anschlag in Manbidsch getötet

Bei einem von der IS-Terrormiliz reklamierten Anschlag im nordsyrischen Manbidsch sind mehrere US-Soldaten getötet worden. Unbestätigten Informationen zufolge starben vier US-Soldaten und 14 Einheimische.

29.03.2018, Syrien, Manbidsch: Zwei Fahrzeuge der US-Armee stehen vor einem amerikanischen Stützpunkt in der Nähe von Manbidsch. Nach der Ankündigung des US-Truppenabzugs aus Syrien haben die Kurden vor einem Wiedererstarken der IS-Terrormiliz und einer Massenflucht von Dschihadisten gewarnt.
Fahrzeuge von US-Truppen in Manbidsch (Archivbild von März 2018). Bildrechte: dpa

Bei einem Anschlag in der von Kurden kontrollierten nordsyrischen Stadt Manbidsch sind mehrere US-Soldaten getötet worden. Ein Sprecher der von den USA geführten Anti-IS-Koalition teilte am Mittwoch mit: "US-Militärangehörige wurden heute während einer Routinepatrouille in Syrien bei einer Explosion getötet". Genauere Angaben zur Zahl der Toten machte er nicht.

Angeblich insgesamt 18 Tote

Nach Angaben der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte starben bei dem Anschlag auf ein Restaurant in Manbidsch insgesamt vier US-Soldaten. Außerdem seien bei der Attacke neun Zivilisten und fünf syrische Kämpfer getötet worden.

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" reklamierte den Anschlag über sein Sprachrohr Amak für sich und sprach vom Angriff eines Selbstmordattentäters.

Seit 2016 in kurdischer Hand

Das nordsyrische Manbidsch war im Jahr 2016 von den kurdischen Volksverteidigungseinheiten YPG mit Unterstützung der US-geführten Anti-IS-Koalition von den IS-Dschihadisten befreit worden. Seitdem wird die Stadt von der Kurdenmiliz und verbündeten arabischen Milizen kontrolliert. Auch US-Soldaten sowie französische Spezialkräfte sind in der westlich des Euphrat gelegenen Stadt stationiert.

Streitpunkt zwischen USA und Türkei

Manbidsch ist auch ein zentraler Streitpunkt zwischen den USA und der Türkei. Ankara dringt seit langem auf den Abzug der YPG, der man Verbindungen zur verbotenen kurdischen Arbeiterpartei AKP vorwirft. Im Juli vereinbarten die türkische und die US-Regierung den Abzug der YPG-Kämpfer, die jedoch immer noch in der Stadt sind.

Nach dem von US-Präsident Donald Trump angekündigten Abzug der US-Truppen aus Syrien, verkündete der türkische Präsident Erdogan eine Offensive im Norden des Bürgerkriegslandes, die auch auf Manbidsch zielen sollte. Trump drohte wiederum für den Fall eines türkischen Angriffs auf seine kurdischen Verbündeten der Türkei mit "wirtschaftlicher Zerstörung".

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. Januar 2019 | 17:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Januar 2019, 17:34 Uhr