Eine Rolle Aluminium liegt am Ende einer über mehrere Etagen laufende Aluminiumblech-Produktionsstraße der Firma Hydro in einem Korb.
Eine über mehrere Etagen laufende Aluminiumblech-Produktionsstraße der Firma Hydro. Die Auswirkungen möglicher Strafzölle sind noch nicht konkret bezifferbar. Bildrechte: dpa

Handelspolitik USA Trump kündigt Ausnahmen bei Schutzzöllen an

US-Präsident Trump hält an seinen Plänen für Schutzzölle fest und will lediglich Ausnahmen genehmigen. Die Nachbarn Mexiko und Kanada sollen eine Schonfrist erhalten. Schutzzölle sind für Aluminium und Stahl angekündigt. Diese Pläne sind international und auch innerhalb der USA sehr umstritten.

 Eine Rolle Aluminium liegt am Ende einer über mehrere Etagen laufende Aluminiumblech-Produktionsstraße der Firma Hydro in einem Korb.
Eine über mehrere Etagen laufende Aluminiumblech-Produktionsstraße der Firma Hydro. Die Auswirkungen möglicher Strafzölle sind noch nicht konkret bezifferbar. Bildrechte: dpa

US-Präsident Donald Trump will offenbar einige Länder von den geplanten Schutzzöllen auf Stahl und Aluminium ausnehmen. Nach Angaben des Wirtschaftsberaters Peter Navarro sollen die Nachbarländer Mexiko und Kanada zunächst eine 30-tägige Schonfrist erhalten. Mit beiden Ländern verhandeln die USA über das Freihandelsabkommen Nafta, in dem dann möglicherweise eine Verlängerung vereinbart werden könnte. Trump hatte am Montag angedeutet, Voraussetzung sei, dass ein "neues und faires" Abkommen unterzeichnet werde.

Trumps Sprecherin Sarah Sanders erklärte am Donnerstag, dass es auch für weitere Länder Ausnahmen geben könnte. Das sollte immer im Einzelfall geprüft werden.

25 Prozent auf Stahl und zehn auf Aluminium

Trump hatte vor einer Woche Strafzölle von 25 Prozent auf Stahl und zehn Prozent auf Aluminium angekündigt. Auf diese Weise will er die heimische Branche vor seiner Ansicht nach unfairer Konkurrenz schützen. Ein weiteres Argument lautet, dass eine zu hohe Abhängigkeit von Stahl- und Aluminiumimporten die nationale Sicherheit gefährde, da diese Produkte für das Militär und die Infrastruktur von essenzieller Bedeutung seien.

Betroffene Länder sprechen von Strafzöllen und kündigten Vergeltungsmaßnahmen an. Daraufhin legte Trump nach und brachte auch Strafzölle auf Autos aus der EU ins Gespräch. Die Trump-Pläne sind auch in den USA selbst umstritten. Trumps Wirtschaftsberater Gary Cohn, ein überzeugter Anhänger des Freihandels, hatte sich in dem Streit nicht durchsetzen können und war daraufhin zurückgetreten.

China und EU wollen gegenhalten

Chinas Außenminister Wang Yi kündigte für den Fall einer Verhängung von US-Strafzöllen eine "angemessene und notwendige Reaktion" an. Ein Handelskrieg mit den USA werde niemandem nützen, sagte er in Peking. Die EU erklärte sich ebenfalls bereit, im Fall von US-Strafzöllen auf Stahl und Aluminium mit Gegenzöllen auf US-Produkte zu reagieren. EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström sagte, eine Entscheidung sei noch nicht getroffen worden aber die EU stehe bereit, um angemessen zu reagieren.

Zurückhaltung angemahnt

Der Wirtschaftsweise Christoph Schmidt mahnte dagegen die Europäische Union. Die EU dürfe sich durch die ökonomisch fehlgeleiteten Argumente Trumps nicht zu einer überhasteten Eskalation verführen lassen, sagte Schmidt dem "Focus". "In einem Handelskrieg würden alle Beteiligten verlieren, vor allem aber auch die USA. Mahnend reagierte auch Grünen-Chefin Annalena Baerbock. "Nicht schon sagen, was kommt als Stufe Drei und Vier, sondern erst einmal schauen, was Herr Trump jetzt wirklich entscheidet", sagte sie in einem Reuters-Interview.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. März 2018 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. März 2018, 12:03 Uhr

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3 Kommentare

08.03.2018 23:13 Part 3

Schön, das die BRD erst einmal verschont bleiben soll, wo sie doch so eifrig Austeritätspolitik in Europa verbreiten half und bei den Aufrüstungsbemühung der Nato volle Bereitschaft signalisiert. Stete Hörigkeit zahlt sich eben aus. In der Hauptsache ist aber China gemeint, das als Hauptgläubiger der USA ein wenig niedriger gehalten werden soll. Die USA werden dagegen Jahrzente brauchen um den Verfall ihrer Wirtschaft zu bremsen, die Mähr vom Wiederaufbau ist nur Populismus, der ohne auslänsische Unterstützung nicht mehr funktioniert.

08.03.2018 15:45 Fragender Rentner 2

Und am Enden zahlen wir als Endverbraucher wieder mal die Zeche. :-(((

08.03.2018 13:37 Michael Möller 1

man muß sich das mal vorstellen hier will ein Land Strafzölle einführen um angeblich seine Sicherheit zuschützen und alle Welt weiss es geht um die eigene Industrie die in vielen Bereichen nicht auf der höhe der Zeit sind. und das einzige was unseren Politikern einfällt ist Zurückhaltung weil es die Wirtschaft so will. was für Politiker haben wir eigentlich da und wieso müscht sich die Lobbyisten in die Politik ein ,haben die jetzt das sagen . sollten unsere Politiker nicht richtig reagieren belegen Sie nur eins das wir keine Demokratie sind sondern eine Diktatur der Lobbyisten.