Nach Auslaufen von INF-Vertrag Russland und China empört über US-Raketentest

Vor zwei Wochen sind die USA aus dem INF-Abrüstungsvertrag mit Russland ausgestiegen. Am Montag startete das US-Verteidigungsministerium einen ersten Raketentest. Russland und China sprechen von einem neuen Wettrüsten.

Start eines Marschflugkörpers
Das Foto zeigt den Start eines US-Marschflugkörper vor der Küste Kaliforniens. Bildrechte: dpa

Russland und China haben empört auf den Test eines neuen Marschflugkörpers durch die USA reagiert. Der russische Vize-Außenminister Sergej Rjabkow sagte, Washington sei offenbar an einer Eskalation der militärischen Spannungen interessiert. Man werde sich aber nicht in ein kostspieliges Wettrüsten hineinziehen lassen. Ähnlich äußerte sich der chinesische Außenamtssprecher Geng Shuang. Man rate den USA "ihre Mentalität des Kalten Krieges aufzugeben" und die Rüstungsentwicklung zurückzuhalten.

INF-Vertrag nicht mehr verlängert

Die USA hatten am Montag bekanntgegeben, dass sie einen landgestützten Marschflugkörper getestet hätten, der über mehr als 500 Kilometer geflogen sei. Der Raketentest wäre unter den Vorgaben des INF-Vertrags noch verboten gewesen. Die USA hatten den Anfang August ausgelaufenen INF-Abrüstungsvertrag mit Russland nicht mehr verlängert und argumentiert, Russland verletze das Abkommen bereits seit Jahren. Moskau weist die Anschuldigungen zurück.

Vertrag sorgte für Abrüstung

Der INF-Vertrag war eine Vereinbarung zwischen den Vereinigten Staaten und der damaligen Sowjetunion aus dem Jahr 1987. Er verbot beiden Seiten unter anderem den Bau und den Besitz landgestützter, atomar bewaffneter Raketen und Marschflugkörper mit einer Reichweite von 500 bis 5.500 Kilometern. Er führte zu einer umfänglichen Abrüstung der atomaren Systeme in Europa.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 20. August 2019 | 11:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. August 2019, 20:13 Uhr