Coronavirus USA kaufen große Teile von Remdesivir-Produktion

Remdesivir gilt als Hoffnungsträger bei der Behandlung schwerer Covid-19-Krankheitsverläufe. Nun hat die US-Regierung große Produktionsmengen eingekauft. Die Bundesregierung bleibt gelassen.

Eine Hande hält eine Packung Remdesivir
In den USA ist Remdesivir bereits zur Behandlung von Covid-19 zugelassen - in der EU wird dies zeitnah erwartet. Bildrechte: Colourbox.de

Die US-Regierung hat sich einen Großteil des Bestandes des Medikamentes Remdesivir für die kommenden Monate gesichert. Nach Angaben des US-Gesundheitsministeriums werden Wirkstoff-Dosen für mehr als 500.000 Behandlungen gekauft. Eine entsprechende Vereinbarung sei mit dem Biotech-Unternehmen Gilead Sciences getroffen worden. Sie beinhalte 100 Prozent der geplanten Produktionsmenge für Juli sowie jeweils 90 Prozent für August und September.

Bundesregierung sieht keine Gefahr für Engpässe

Ein Gilead-Sprecher wollte sich am Mittwoch nicht dazu äußern, ob durch die Vereinbarung die Versorgung mit dem Wirkstoff in Europa gefährdet sei. Die Bundesregierung sieht nach eigenen Angaben keine Gefahr für einen Engpass. Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums sagte, man habe sich das Medikament frühzeitig gesichert. Derzeit gebe es genügend Reserven.

Mit der erwarteten Zulassung von Remdesivir für den europäischen Markt sei zudem die Verpflichtung für den Hersteller verbunden, "in angemessenem Umfang zu liefern". Man gehe davon aus, dass die Firma dem nachkommen werde.

Studien zufolge kann Remdesivir bei Covid-19-Erkrankungen den Krankenhausaufenthalt verkürzen. Das Mittel wurde ursprünglich gegen Ebola entwickelt, zeigte aber eine zu geringe Wirkung. In den USA ist es inzwischen für die Behandlung von Covid-19 zugelassen. In der EU wird laut Ministeriumssprecher noch in dieser Woche mit der Zulassung gerechnet.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 01. Juli 2020 | 17:30 Uhr

3 Kommentare

Klaus vor 11 Wochen

Naja, bei der Politik in den USA werden auch viele Medikamente benötigt.
Von daher bin ich froh, dass unsere Regierung einen anderen Weg gegangen ist.
Und die paar Liter Remdesivir können wir notfalls auch selbst herstellen.
Dafür brauchen wir den Trump ganz sicher nicht.

H.E. vor 11 Wochen

@connie Connewitz - Obwohl ich sehr vieles bei den USA kritisch sehe und Trump für das Land eine mittlere Katastrophe ist, sind mir die USA tausendmal lieber als die Chinesen und was im Augenblick so in Rußland unter Putin abgeht, kann man auch nur sagen "Na, ja...". Und von den ganzen arabischen/muslimischen Staaten, wo die Bevölkerung nach Europa hereindrückt, kann man auch nicht von Demokratien sprechen.

Connie Connewitz vor 12 Wochen

Wir sollten es als europäische Nation endlich akzeptieren und entsprechende Konsequenzen ziehen: Die USA sind kein Partner mehr, sie sind ein Gegner. Und zwar einer, der perspektivisch unsere Existenz gefährden wird. Ökonomisch, ökologisch, militärisch.