Außenansicht des Supreme Courts
In den USA wird heftig über die Nominierung von Brett Kavanaugh für das oberste US-Gericht gestritten. Bildrechte: imago/Ralph Peters

Vorwurf der Vergewaltigung Streit um Kandidaten für höchstes US-Gericht geht weiter

In den USA wird weiter um die Einsetzung von Brett Kavanaugh am obersten Gericht gestritten. Der Justizausschuss gab einer Professorin, die ihm versuchte Vergewaltigung vorwirft, mehr Bedenkzeit. Auch US-Präsident Trump schaltete sich ein.

Außenansicht des Supreme Courts
In den USA wird heftig über die Nominierung von Brett Kavanaugh für das oberste US-Gericht gestritten. Bildrechte: imago/Ralph Peters

Der US-Justizausschuss des Senats hat einer Professorin, die schwere Vorwürfe gegen den Kandidaten für das oberste US-Gericht erhebt, 24 Stunden mehr Bedenkzeit gegeben. Bis dahin soll die Frau entscheiden, ob sie vor dem Justizausschuss aussagt. "Ich möchte sie anhören", schrieb der Vorsitzende des Ausschusses, Chuck Grassley, in der Nacht zu Samstag auf Twitter. Damit geht der Streit um den Kandidaten Brett Kavanaugh vorerst weiter.

Eine Professorin wirft dem von US-Präsident Donald Trump nominierten Kavanaugh versuchte Vergewaltigung auf einer Party vor 36 Jahren vor. Der Richterkandidat bestreitet das. Eine Aussage der Professorin könnte seine Nominierung ins Wanken bringen.

Trump greift Professorin an

Richter Brett Kavanaugh bezeugt vor dem Justizausschuss des US-Senats seine Nominierung als Associate Justice des Obersten Gerichtshofs der USA.
Um ihn geht es: Richter Brett Kavanaugh Bildrechte: dpa

Die Ernennung des Supreme-Court-Richters ist in den USA ein großes Politikum. Die Nachbesetzung mit Kavanaugh könnte dem obersten Gericht - höchste Instanz in vielen relevanten gesellschaftlichen Fragen - auf viele Jahre ein konservatives Übergewicht geben.

Inzwischen tobt in Washington eine regelrechte Schlammschlacht um die Nominierung Kavanaughs. Die US-Demokraten sehen wegen der Vorwürfe eine Chance, den konservativen Kandidaten zu verhindern oder eine Entscheidung zumindest bis zum 6. November hinauszuzögern. Dann finden in den USA Kongresswahlen statt, bei der die Demokraten hoffen, eine Mehrheit zu gewinnen.

Trump schaltet sich auf Twitter ein - und löst Empörung aus

Auch Trump selbst hatte sich in die Affäre eingeschaltet und die Glaubwürdigkeit der Psychologie-Professorin Christine Blasey Ford in Frage gestellt. In einem Tweet forderte Trump sie am Freitag auf, ihre Anschuldigungen zu untermauern.

US-Präsident Donald Trump spricht bei Kabinettssitzung im Weißen Haus
Äußerte sich wie so oft auf Twitter: US-Präsident Donald Trump Bildrechte: dpa

Er habe keinen Zweifel, dass sich Ford oder ihre "liebevollen Eltern" damals sofort an die Strafverfolgungsbehörden gewandt hätten – falls die Attacke auf Ford so schlimm gewesen sei, wie sie es nun sage, schrieb Trump bei Twitter.

Damit löste Trump bei Twitter große Empörung aus: Zehntausende Menschen zeigten sich unter dem Stichwort #WhyIDidntReport (Warum ich nichts gesagt habe) solidarisch mit Ford. Wie zu Beginn der #MeToo-Debatte schilderten sie Fälle sexuellen Missbrauchs und schrieben, warum sie niemandem etwas davon erzählt haben.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. September 2018 | 20:51 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. September 2018, 09:25 Uhr

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1 Kommentar

22.09.2018 09:44 Blumenfreund 1

Na klar, vor 36 Jahren. Und das fällt der Frau gerade jetzt ein. Das sind wieder nur die üblichen demokratischen Taschenspielertricks. Trump hat schon recht.