US-Präsident Trump Neue Sanktionen gegen iranische Zentralbank

Im Konflikt mit dem Iran und als Reaktion auf die Luftangriffe auf saudiarabische Ölanlagen hat US-Präsident Donald Trump weitere Sanktionen angekündigt. Aus Teheran kommen erneut Drohungen gegen die USA und Israel.

Donald Trump
Donald Trumo hat die Sanktionen gegen die iranische Zentralbank verschärft. Bildrechte: dpa

Als Reaktion auf die Luftangriffe auf zwei saudiarabische Ölanlagen haben die USA ihre Sanktionen gegen die iranische Zentralbank verschärft. Einen militärischen Vergeltungsangriff plant US-Präsident Donald Trump hingegen offenbar vorerst nicht, wie er am Freitag andeutete. Wahre "Stärke" gegenüber dem Iran werde vielmehr durch "ein bisschen Zurückhaltung" gezeigt, sagte er.

Nach Angaben von US-Finanzminister Steven Mnuchin sollen durch die neuen Sanktionen Geldflüsse in Milliardenhöhe an von Washington als "terroristisch" eingestufte Gruppierungen unterbunden werden. Dabei handelt es sich um die Al-Kuds-Brigaden, die im Ausland aktive Elitetruppe der iranischen Revolutionsgarden, sowie die libanesische Hisbollah-Miliz.

Iranische Zentralbank bereits mit Sanktionen belegt

Trump hatte bereits am Mittwoch eine "wesentliche" Verschärfung der Iran-Sanktionen angekündigt. Nun sprach er davon, dass die neuen Strafmaßnahmen die schärfsten seien, die "jemals gegen ein Land verhängt wurden". Allerdings ist die iranische Zentralbank bereits seit November 2018 mit US-Sanktionen belegt. Diese bezogen sich aber auf die iranischen Nuklearaktivitäten. Die jetzt neu hinzu kommenden Strafmaßnahmen basieren laut Mnuchin auf dem Vorwurf des "Terrorismus" gegen den Iran - und könnten künftig schwieriger wieder aufzuheben sein.

Zu einer möglichen US-Militäraktion gegen den Iran sagte Trump, für ihn wäre es "die leichteste Sache", etwa 15 größere Ziele in dem Land zu vernichten. Dies wäre "viel leichter" als den "starken Ansatz" zu verfolgen und "ein bisschen Zurückhaltung" zu zeigen. Trump befindet sich nach Ansicht von US-Kommentatoren in einer Zwickmühle - zwischen einerseits dem Bedürfnis, nach den Angriffen auf die Ölanlagen Stärke zu demonstrieren, und anderseits seinem Widerstreben dagegen, sein Land in einen neuen militärischen Konflikt zu verwickeln.

Iran bestreitet Attacken auf saudische Ölanlagen

In einer ersten Reaktion auf die Luftangriffe hatte Trump am vergangenen Sonntag den Iran noch gewarnt, dass die USA "mit geladener Waffe" bereitstünden. Schon wenig später sagte der Präsident jedoch, dass er einen militärischen Konflikt möglichst vermeiden wolle. Auch US-Außenminister Mike Pompeo betonte, dass seine Regierung eine "friedliche Lösung" der Krise anstrebe.

Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif warnte die USA und Saudi-Arabien vor einem "umfassenden Krieg", sollte sein Land attackiert werden. Zu den Angriffen auf die Ölanlagen in Churais und Abkaik am vergangenen Samstag hatten sich die schiitischen Huthi-Rebellen aus dem Jemen bekannt. Sie werden vom Iran im jemenitischen Bürgerkrieg in ihrem Kampf gegen eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition unterstützt. Der Iran bestreitet aber jegliche Beteiligung an den Angriffen auf die Ölanlagen, welche die saudiarabische Ölproduktion hatten einbrechen lassen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 20. September 2019 | 20:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. September 2019, 21:18 Uhr