Donald Trump
Die USA warten noch auf Informationen aus Saudi-Arabien, dann droht ein Vergeltungsschlag für die Drohnenangriffe auf Öl-Anlagen in Saudia-Arabien. Bildrechte: dpa

Konflikt am Golf Trump droht mit Vergeltung für Angriff auf Saudi-Arabien

Die USA machen mobil für einen möglichen Militärschlag gegen den Iran und seine Verbündeten. Präsident Trump wartet nur noch auf das Okay aus Saudi-Arabien. Zugleich erklärte Washington, man werde mit den US-Ölreserven die weltweite Versorgung sicherstellen. Der Ölpreis zog indessen kräftig an.

Donald Trump
Die USA warten noch auf Informationen aus Saudi-Arabien, dann droht ein Vergeltungsschlag für die Drohnenangriffe auf Öl-Anlagen in Saudia-Arabien. Bildrechte: dpa

Nach den Drohnenangriffen auf wichtige Ölanlagen in Saudi-Arabien hat US-Präsident Donald Trump mit einem Vergeltungsschlag gedroht. Er schrieb auf Twitter, ohne den Iran beim Namen zu nennen: "Es besteht Grund zu der Annahme, dass wir den Täter kennen." Die USA stünden Gewehr bei Fuß, warteten aber auf eine Bestätigung und auf Angaben der saudischen Führung, wen sie für den Angriff verantwortlich mache und wie vorgegangen werden solle.

Washington: Hinweise für Attacke aus dem Norden

Die jemenitischen Huthi-Rebellen hatten sich zu den Angriffen bekannt. Die US-Regierung geht jedoch davon aus, dass die Drohnenattacken nicht vom Jemen aus verübt wurden. Ein Regierungsvertreter sagte der "New York Times", auf Satellitenaufnahmen seien mindestens 17 Einschläge zu erkennen und diese seien aus nördlicher oder nordwestlicher Richtung verursacht worden. Das passe eher zu Angriffen aus dem Irak oder Iran. Außerdem spreche die Zahl der Drohnen und Raketen auf einen Grad an Umfang, Präzision und Finesse hin, der über die Fähigkeiten der Huthi-Rebellen hinausgehe.

US-Ölreserven für die Welt

Trump genehmigte zudem die Freigabe nationaler Ölreserven. Er erläuterte auf Twitter, wenn es zu Engpässen komme, würden die USA die Märkte versorgen. Eine Menge habe er noch nicht festgelegt.

Dieses von Planet Labs Inc. am 15.09.2019 zur Verfügung gestellte Satellitenbild zeigt schwarzen Rauch, der aus einer Raffinerie aufsteigt.
Satellitenbild der gewaltigen Rauchwolken nach dem Drohnenangriff auf Saudi-Arabiens Öl-Anlagen. Bildrechte: Uncredited/Planet Labs Inc/AP/dpa

Die größte Ölraffinerie in Saudi-Arabien war am Wochenende mit Drohnen angegriffen worden. Die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im benachbarten Jemen bekannten sich ausdrücklich dazu. Dennoch machte US-Außenminister Mike Pompeo die iranische Führung direkt für den Angriff verantwortlich. Teheran bestritt jegliche Beteiligung.

Saudi-Arabien führt im Jemen eine von den USA unterstützte Militärkoalition an, die gegen die Huthis kämpft. Diese werden vom Iran unterstützt und halten große Teile des Nordjemens inklusive der Hauptstadt Sanaa unter Kontrolle. In den vergangenen Monaten hatten die Huthis bereits mehrere Angriffe mit Drohnen auf Ölpipelines und Flughäfen in Saudi-Arabien durchgeführt.

Öl-Preise ziehen an

Saudi-Arabien musste nach Drohnen-Angriffen die Produktion stark drosseln. Der Ausfall betrifft rund fünf Prozent des weltweiten Ölangebots. Die Verknappung des Öl-Angebots trieb den Ölpreis auf den höchsten Stand seit sechs Monaten. Ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent verteuerte sich um zehn Prozent auf 66,51 Dollar, ein Barrel US-Leitöl um neun Prozent auf 59,96 Dollar.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. September 2019 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. September 2019, 07:33 Uhr

3 Kommentare

Blumenfreund vor 5 Wochen

Bis zu den Angriffen vom Samstag hat sich niemand in den demokratischen Staaten Sorgen um die zehntausenden Zivilisten im Jemen gemacht, die durch Bomben der saudischen Luftwaffe getötet wurden oder die Hungersnot, die rund zwölf Millionen Menschen trifft.
Das sind die viel gepriesenen westlichen Werte !!

Baldur von Ascanien vor 5 Wochen

Nun ist nicht einmal mehr ein inszenierter Angriffsgrund nötig. Onkel Trump behauptet DIE WAREN ES und schon kann gebombt werden. Macron und Merkel werden jubilieren, echte Freunde.

kennemich vor 5 Wochen

Ich mag ehrliche Politiker.